Grausame Natur

10. November 2017 18:09; Akt: 10.11.2017 18:09 Print

Riesenkrebs verspeist schlafenden Vogel

Ein tiefhängender Ast ist für einen Vogel ein denkbar schlechter Ort zum Schlafen, wenn das grösste an Land lebende Krebstier in der Nähe ist.

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Der Palmendieb ist ein wahrlich imposantes Geschöpf. Sein Körper wird bis zu 40 Zentimeter lang und sein Gewicht erreicht drei bis vier Kilogramm. Die Spannweite der Beine beträgt bis zu einem Meter. Seine riesigen Zangen können bis zu 30 Kilogramm anheben und mit einer Kraft von 3300 Newton zuschnappen. Das ist mit einem Tigerbiss vergleichbar und reicht aus, um Kokosnüsse zu knacken. Der Palmendieb (Birgus latro) heisst deshalb im Englischen auch Coconut crab.

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Der Krebs tut sich aber nicht nur an Kokosnüssen gütlich, als Allesfresser ist er auch Fleisch nicht abgeneigt. Besonders dann, wenn es in Form eines ausgewachsenen Rotfusstölpels daherkommt. Der Seevogel hat eine Spannweite von bis zu 145 Zentimeter und teilt sich mit dem Palmendieb verschiedene kleine Inseln im Indischen Ozean. Das wurde einem unvorsichtigen Exemplar im Chagos-Archipel zum Verhängnis, wie der Biologe Mark Laidre im Fachblatt «Frontiers in Ecology and the Environment» berichtet.

Invasion der Krebse

Der Forscher beobachtete, wie ein Palmendieb den Meeresvogel packte, als dieser auf einem tiefhängenden Ast seine Nachtruhe genoss. Er packte den Vogel am Flügel und nahm dem Tölpel so die Möglichkeit zur Flucht. Dann wurde es laut Laidre richtig unheimlich. Angelockt vom Geruch frischen Blutes waren innert 20 Minuten fünf weitere Palmendiebe vor Ort. Es brach ein heftiger Kampf um den Vogel aus, der zu diesem Zeitpunkt noch atmete.

Es dauerte mehrere Stunden, bis die Palmendiebe den Vogel zerkleinert und sich alle mit einem Stück davongemacht hatten. Laidre hielt die ganze Situation auf Video fest, veröffentlichte aber nur den Anfang – bevor es richtig blutig wurde.

Vögel passen sich an

Laidre sieht im Überfall des Palmendiebs einen Grund, weshalb die Tölpel auf gewissen Inseln des Archipels ihre Nester nicht mehr am Boden bauen. Da Palmendiebe nicht schwimmen können, sind sie auf den einzelnen Inseln sehr unterschiedlich häufig vertreten. Dort, wo es sehr viele Palmendiebe gibt, haben die Tölpel deshalb aus gutem Grund ihr Nistverhalten angepasst.

Als Mensch muss man sich nicht vor Palmdieben fürchten. Wie Laidre dem «National Geographic» sagte, sind die Krebstiere nicht aggressiv, sondern neugierig. «Sie springen einen nicht an oder versuchen anzugreifen. Palmendiebe sollten sich eher vor Menschen fürchten.»


Der Überfall des Palmendiebes. (Video: Youtube/Coconut Crab Conservation)

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike am 10.11.2017 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich jemals noch eine

    Krebssuppe essen sollte, hilft mir dieser Artikel über mein schlechtes Gewissen weg :D

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  • Karl am 10.11.2017 18:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist nun mal die Natur

    Wieso Grausam? Das ist Natur Leben oder Gefressen werden. So ist nun mal das Leben resp. Die Natur. Absolut nichts grausames, völlig natürlich.

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  • EMM am 10.11.2017 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn

    In der Natur, der Hunger grösser wird. Dann zeigt Mutter Natur auch mal seine Grausame züge. Auch wenn manche, es grausam findet, der Riesenkrebs macht das nicht aus spass, sondern weil es für das überleben ein Notwediges übel ist. Da ist selbst der Mensch nicht mal ansatzweise viel besser dran.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Pierre Vogel am 11.11.2017 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lies?

    In welchem Buch steht geschrieben, dass Krebse so etwas tun dürfen???

  • Simon am 11.11.2017 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht so krass

    im Netz giebt es einen Video, wie so ein Krebs von einer Palme auf einen Hund springt und ihm das Genick bricht und ihn frist.... das fand ich krass

    • Manfred am 11.11.2017 10:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Simon

      habe ich auch gesehen.

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  • Dave74 am 11.11.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Brille

    Der Krebs braucht ne Brille. Das ist keine Kokosnuss!

  • Krebsflüsterer am 11.11.2017 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der mit dem Krebs tanzt

    Vielleicht hat der Vogel mal ein kleines Krebslein gefressen und der grosse Krebs hat sich gerächt! Nächstes Jahr wird Amerika einen Film daraus machen. Der mit dem Krebs tanzt oder so ähnlich.

  • Radix am 11.11.2017 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krebs kann Kokosnüsse knacken?

    Das möchte ich erst mal sehen bevor ich sowas glauben kann. Vielleicht mag der ja die Nüsse vom Baum runterholen und durch den Aufprall am Boden aufsprengen, aber mit seinen Scheren so ein Teil öffnen zu können tönt nun wirklich ziemlich übertrieben.

    • deinvogel am 11.11.2017 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Radix

      Täuschen Sie sich nicht. Ich hab mal gesehen wie ein Krebs ein Kreuzworträtsel gelöst hat - ganz schön raffiniert diese Tierchen!

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