Schreckensszenario

11. Oktober 2018 19:31; Akt: 12.10.2018 08:36 Print

Der Vulkan Ätna rutscht – Mittelmeer-Tsunami droht

Die Südostflanke des Ätna rutscht langsam ins Meer. Nun warnen Forscher, dass dies zu einem Bergsturz mit katastrophalen Folgen führen könnte.

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Der Ätna auf Sizilien ist der aktivste Vulkan Europas. Kaum ein Jahr vergeht ohne Ausbruch. Doch langfristig stellt nicht glühende Lava die grösste Bedrohung für die Region dar, sondern das Wasser des Mittelmeers. Denn der Südosthang des Vulkans ist im Rutschen begriffen. Sollte er auf einen Schlag ins Meer stürzen, droht ein Tsunami enormen Ausmasses.

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Grund zur Sorge geben dabei neue Messungen deutscher Forscher, die erstmals belegen konnten, dass sich das Abrutschen des Hanges auch unter der Meeresoberfläche fortsetzt. Dafür setzten die Wissenschaftler unter der Leitung des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel ein neuartiges Vermessungsnetz ein, wie sie im Fachjournal «Science Advances» schreiben. Die Ergebnisse bestätigen laut den Forschern die Vermutung, dass der gesamte Südosthang in Bewegung ist. Ursache für die Bewegung des Hangs ist demnach aller Wahrscheinlichkeit nach hauptsächlich die Schwerkraft und nicht, wie bisher angenommen, aufsteigendes Magma.

Vier Zentimeter in acht Tagen

«Am Ätna haben wir zum ersten Mal die schallbasierte Vermessung unter Wasser, die sogenannte marine Geodäsie, an einem Vulkan genutzt», erklärt Morelia Urlaub, Erstautorin der Studie. Dafür wurden im April 2016 unter dem Wasser fünf Transponder platziert. Drei auf dem abrutschenden Hang, zwei auf stabilem Grund. Anschliessend sendeten diese sich alle 90 Minuten ein akustisches Signal. Veränderungen konnten so zentimetergenau bestimmt werden.

«Wir stellten eindeutig fest, dass der Hang im Mai 2017 innerhalb von acht Tagen um vier Zentimeter Richtung Meer abrutschte und dabei einen Zentimeter tiefer sank», erklärt Urlaub. Diese Bewegung könne mit einem langsamen Erdbeben, einem sogenannten Slow-Slip verglichen werden.

Zeitrahmen offen

«Der gesamte Hang befindet sich durch die Schwerkraft in Bewegung. Daher ist es durchaus möglich, dass er plötzlich abrutscht, was einen Tsunami im gesamten Mittelmeer auslösen könnte», erklärt Heidrun Kopp, Co-Autorin der Studie, in einer Mitteilung. Allerdings sei keine Voraussage möglich, ob und wann es zu diesem Ereignis kommen könnte.

Dass früher oder später aber durchaus ein verheerender Bergsturz passieren könnte, zeigt ein Blick in die Geschichte. «Wir wissen von anderen Vulkanen, die katastrophal zusammengestürzt sind: Es gibt diese Gefahr. Wir müssen den Ätnahang im Auge behalten und beobachten, wie er sich bewegt», sagte Urlaub zu Livescience.com.

(jcg)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Siciliano am 11.10.2018 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich der Aktivste? Und Stromboli?

    Ich wundere mich immer über die Aussage, dass der Ätna der "aktivste Vulkan Europas" sein soll. Denn wer Sizilien kennt, weiss auch, dass der Stromboli, auf der gleichnamigen Insel auf den Äolischen Inseln vor Sizilien, tagtäglich mehrmals eruptiert.

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  • adima am 11.10.2018 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    4 cm in 8 Tagen!

    Ich hoffe doch dass man so bald wie möglich Vorkehrungen trifft, damit die Küsten schnell genug reagieren können um die meisten Menschen zu schützen. Schätze dass 4 cm in nur 8 Tagen nicht wenig sind und es plötzlich ganz schnell gehen kann. Ausserdem würde ein solch gigantischer Rutsch im 'kleinen' Mittelmeer eine Welle werfen, die extrem viele dicht bewohnte Gebiete erreicht und gewaltigen Schaden anrichtet.

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  • mika gro am 11.10.2018 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    italien

    und ich hoffe das sich menschen und tiere früh genug retten können, wenn diese katastrophe eintreffen sollte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Killy am 14.10.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Langsam

    8cm in 4 Tagen, der braucht wohl mehr Viagra!

  • Alberto am 14.10.2018 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück nicht die Nordseite

    Zum Glück ist es der Südhang. Die Nordseite wäre für meine Familie problematischer ! Das ist zwar egoistisch gedacht, aber wenns ums eigene Überleben geht, betrachtet man die Dinge anders. Noch schlimmer wird der Tsunami sein, wenn ein grosser Teil von Palma de Mallorca abrutschen wird - auf Youtube gibts einige Berichte darüber.

  • fridolin am 14.10.2018 09:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vulkanausbruch

    Italien sofort verklagen, wegen Umweltverschmutzung.

  • Peter Gerber am 13.10.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gefahr in der Schweiz

    so, so 6 % der schweizer Bewohner mussten schon vor einem Vulkan flüchten. Ich schätze so gegen 300 Tausend, grob gesagt. Das ist Lustig

  • Fragen über Fragen am 12.10.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Tsunami, der sämtliche Küsten des

    Mittelmeers, alle Küstenstädte und noch schlimmer die Strände zerstört? Kommt denn heutzutage alles Schlechte aus Italien? Was ist bloss aus dem Exportschlager Dolce Vita geworden?