Abschiedsbilder

28. Oktober 2017 16:06; Akt: 28.10.2017 16:06 Print

Wer ihn noch erleben will, muss sich sputen

von F. Riebeling - Fotograf Tim Flach hat regelmässig Tiere vor der Kamera. Für sein neustes Buch hat er sich Arten vorgenommen, deren Existenz bedroht ist.

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Wirklich glücklich schaut dieser nicht aus. Möglicherweise weil er weiss, dass es in freier Wildbahn eng für ihn geworden ist. Sein Lebensraum, die Wälder Borneos, wird immer kleiner. Das ist ein grosses Problem, denn in Gefangenschaft lässt er sich nur schlecht halten. Vom Aussterben bedroht ist die . Ihr machen vor allem Wilderer das Leben schwer. Um die Tiere vor diesen zu schützen, werden ihre Panzer markiert. Das ist schmerzlos und macht den begehrtesten Part der Tiere – den Panzer – für die Wilderer unbrauchbar. Ebenfalls vom Aussterben bedroht ist der , der auch als Affenadler bekannt ist. Zwar gilt er seit 1995 in seiner Heimat als Nationalvogel, doch das hindert die Menschen nicht daran, ihm zu Leibe zu rücken – sei es durch Wildern oder mittels Abholzung. Dass es um den Philippinenadler nicht mehr gut gestellt ist, ist seit Mitte der 1960er-Jahre bekannt. Seither wurden eine Reihe von Initiativen zum Schutz der Art gestartet. Schliesslich gilt: Der Vogel ist der beste biologische Anzeiger für die Qualität der Wald-Ökosysteme. Der lebt in Costa Rica und ist als «stark gefährdet» gelistet. Dies, weil sich sein Bestand seit den 1990er-Jahren halbiert hat. Noch schlechter steht es um seinen Nachbarn: ... ... den Lemurlaubfrosch. Er ist vom Aussterben bedroht, es gibt nur noch wenige Exemplare im Hochland. Schuld an dem dramatischen Rückgang der Art sind vor allem die Entwaldung auf Costa Rica und die Amphibienkrankheit Chytridiomykose. Seine scharfen Zähne konnten nicht verhindern, dass die Zahl der immer weiter zurückgeht. Früher fand man das Krokodil von Pakistan bis Burma sowie in allen grossen Flüssen Indiens. Das heute nur noch in Nepal und im Norden Indiens lebende Tier ist vom Aussterben bedroht. Auch der kämpft ums Überleben – er ist gefährdet. Laut der Naturschutzorganisation Defenders of Wildlife werden jedes Jahr rund 78'500 Vögel allein für den Tierhandel gefangen, von denen vermutlich drei Viertel auf dem Transport verenden. Diese haben Glück: Sie leben in einem Safari-Park in den USA. Ihr eigentlicher Lebensraum liegt in den letzten Feuchtwäldern West- und Zentralafrikas, in denen heute nur noch 300'000 wilde Schimpansen existieren. Schuld daran ist vor allem die Zerstörung ihres Lebensraums. Einfach mal abhängen, wie dieses kleine Kerlchen hier, können die wenigsten – sie werden stark bejagt und sind darum gefährdet. Ihr Fleisch gilt als Delikatesse, den Schuppen und anderen Körperteilen werden zudem Heilkräfte zugesprochen. Ganz besonders schlimm steht es um das: Es ist vom Aussterben bedroht. Einst an vielen Orten in Afrika anzutreffen, gibt es heute nur noch drei miteinander verwandte Exemplare in Gefangenschaft. Experten befürchten, dass diese Art bald für immer verschwinden wird. Traurig stimmt auch dieses Bild einer Goldstumpfnase, denn weltweit gibt es nur noch rund 15'000 Exemplare. Verantwortlich ist die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Rodungen. Um die stark gefährdete Art doch noch zu retten, hat China weite Teile des restlichen Lebensraums in Naturschutzgebiete umgewandelt. Porträtiert hat die Tiere der renommierte Fotograf für sein neues Buch «In Gefahr: Bedrohte Tiere im Porträt». Die Botschaft dahinter: Wir müssen etwas unternehmen, ehe es zu spät ist.

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Vom Aussterben bedrohte Tieren sind häufig ein Thema. Doch selten hat sich jemand so sehr auf Augenhöhe begeben wie Tim Flach für sein Buch «In Gefahr: Bedrohte Tiere im Porträt».

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Dafür reiste der mehrfach ausgezeichnete Fotograf monatelang weltweit durch Zoos und Schutzgebiete auf der Suche nach bedrohten Tieren. Angetroffen hat er alte Bekannte wie Orang-Utans und Eisbären, aber auch Exoten wie den Gan­ges­ga­vi­al, ein Kro­ko­dil mit schma­ler Schnau­ze.

Das Ergebnis: Fast schon intime Aufnahmen, die die Vergänglich- und Zerbrechlichkeit der verschiedenen Arten zeigen, wie kaum ein anderer Bildband.

Eine Auswahl der eindrucksvollen Fotografien sehen Sie in der obigen Bildstrecke.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Theorie & Praxis am 28.10.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ich bin immer wieder erstaunt das vor allem in china menschen gibt die tatsächlich glauben dass die hörner oder stosszähne wirklich etwas in der medizin bewirken. wie zb gegen impotenz oder herzschwäche.

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  • Maler50 am 28.10.2017 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Leider werden noch viele Tierarten Aussterben! Ich muss zu geben dass ich zu wenig dagegen unternehme,wie wohl die meisten Menschen!

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  • SARA am 28.10.2017 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darum...

    spende ich an Tiere und nicht für Menschen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Laimigs am 29.10.2017 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über den Sinn und Unsinn des Lebens nachdenken

    Durch jede verlorene Tierart, verliert die Welt deren positive Energie & Spiritualität. Vielleicht beeinflusst dieser Artenverlust indirekt unseren Weltfrieden und die Sicht des Menschen auf unsere Schöpfung.

  • Dieter am 29.10.2017 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sollten auch!

    Wenn wir erstmal auf Produkte mit Palmöl verzichten würden, wäre schon einigen Tierarten geholfen.

  • Samweisz am 29.10.2017 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach

    Tiere sterben auch ohne Hilfe des Menschen aus. Das war schon immer so. Und wird auch immer soo sein. Aber der Mensch hilft stark mit dies zu beschleunigen...Auch der Mensch wird mal aussterben. Irgentwann kommt der Tag. An dem sich die Welt wieder verändert. Und was haben wir dan erreicht? Geh Arbeiten und erwirb, zahle deine Steuern und stirb.

  • JD7 am 29.10.2017 09:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Machen wir den Anfang!

    statt immer den anderen Länder zu sagen, was sie tun und lassen sollen, warum fangen nicht wir, zivilisierte Länder, damit an einen Urwald in unseren Länder zu bepflanzen, damit in späteren Zeiten Tiere die Chance haben zu überleben! Angefangen mit schnellwachsenden Bäumen, Büschen und dazwischen den Rest. Immerhin hatte es vor langer Zeit auch bei uns einen Urwald, den wir dan abrodeten! .. los, los bevor es zu spät auch noch für das ist!!

    • Sam am 29.10.2017 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @JD7

      Weil kein einziges der erwänten Tiere in der Schweiz leben könte.... klima, feuchhtigkeit, etc...

    • JD7 am 29.10.2017 09:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sam

      schau mal die Erdgeschichte an, wie es vor langer Zeit bei uns ausgesehen hat bevor wir uns niederliessen ;)

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  • Neira am 29.10.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super gemacht!

    Ich finde es so traurig das man immer erst dann etwas merkt wenn es schon zu spät ist. Super haben die Menschen das gemacht weil sie sich nur um das eigene Wohl kümmern und keinbisschen das der Tiere berücksichtigen können wir jetzt erwarten das in den nächsten Jahren viele Tierarten aussterben.