Neue Theorie

10. September 2017 19:46; Akt: 10.09.2017 19:46 Print

29 Wale gestrandet – sind Sonnenstürme schuld?

von Fee Riebeling - 2016 strandeten 29 Pottwale an der Nordseeküste und verendeten. Gewaltige Sonneneruptionen könnten der Grund gewesen sein.

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Grosses Pottwal-Sterben: In den ersten Monaten des Jahres 2016 wurden insgesamt 29 Wal-Kadaver an die Nordseeküste angespült. Allein an der deutschen Nordseeküste strandeten 17 der Riesen, in den Niederlanden und in Grossbritannien je sechs und an der französischen Küste fand sich ein Kadaver. Eine mögliche Erklärung liefern nun Forscher um Klaus Heinrich Vanselow von der Universität Kiel. Ihnen zufolge könnten heftige Sonneneruptionen, die sich Ende Dezember ereigneten, die Meeressäuger fehlgeleitet haben. (Im Bild: Walkadaver auf Wangerooge) Denn auf der Sonne kommt es immer wieder zu gewaltigen Eruptionen, bei denen auch gigantische Mengen von Gasen ins Weltall geschossen werden. Treffen sie auf die Erde, kommt es einerseits zu Polarlichtern, andererseits zu Störungen des Magnetfelds der Erde. (Im Bild: Nordlichter in Norwegen) Letzteres könnte den Walen laut Studie zum Verhängnis geworden sein. Darauf deuten zumindest die Daten einer Messstation im norwegischen Solund hin. (Im Bild: Walkadaver auf Wangerooge) Wie die Forscher im «International Journal of Astrobiology» schreiben, hat sich das Magnetfeld in der Region am 20. Dezember 2015 so verändert, dass es sich kurzzeitig um 460 Kilometer in Nord-Süd-Ausrichtung verschob. Ähnliches spielte sich auch am 31. Dezember ab. Das könnte die Pottwale in die Irre und damit in den Tod geführt haben: Statt westwärts nördlich von der britischen Insel zu schwimmen, zogen die Jungbullen nach Süden – und damit in den Tod. Es ist nicht die erste Erklärung für das grosse Walsterben von 2016. (Im Bild: einer der beiden Wangerooger Wal-Kadaver beim Abtransport) Bereits kurz nach der Entdeckung der Kadaver äusserten Forscher des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung die Theorie, heftige Sonnenstürme hätten das Lieblingsessen der Wale – Kalmare – nach Süden und somit in flache Gewässer getrieben, aus denen es für die Wale kein Entrinnen gab. Dafür sprechen einerseits die zahlreichen durch die Tintenfischsaugnäpfe verursachten Narben auf der Haut der Meeressäuger, aber auch die Tatsache, ... ... dass Pottwale in Gewässern, die flacher als 50 Meter sind, Probleme mit ihrem Sonarsystem bekommen – der einzigen Möglichkeit, die den Tieren zur Orientierung zur Verfügung steht. Wie wichtig dieses ist, zeigt auch ein Blick auf den Schädel der Pottwale. (Im Bild: das Wal-Skelett auf Wangerooge) Vergleicht man diesen mit einem vollständigen Kopf, fällt auf: Für das Sonar, das oberhalb des Mauls angesiedelt ist, steht enorm viel Platz zur Verfügung. Eine weitere mögliche Erklärung für das grosse Pottwal-Sterben: Plastikmüll könnte die Mägen der Tiere verstopft haben, wodurch die Tiere Hunger leiden mussten und immer schwächer wurden. Dafür spricht unter anderem der Fund eines Fischernetzes im Magen eines der auf Wangerooge vereendeten Tiere.

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Im Frühjahr 2016 verendeten an der deutschen und niederländischen Nordseeküste 29 Pottwale – alles kräftige Jungbullen – qualvoll. Was die Meeressäuger an Land trieb, ist bis heute unklar. Theorien gibt es jedoch einige.

Laut Forschern des Kieler Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung haben heftige Stürme die Leibspeise der Wale – Kalmare – nach Süden und somit in flache Gewässer getrieben, aus denen es für die Wale kein Entrinnen gab. Andere Experten vermuten, dass Plastikmüll die Mägen der Tiere verstopft hat.

Neues Jahr, neue Erklärung

Eine weitere Erklärung liefern nun Forscher um den Physiker Klaus Heinrich Vanselow von der Universität Kiel. Laut ihnen könnten Sonnenstürme die Tiere fehlgeleitet haben.

Denn auf der Sonne kommt es immer wieder zu gewaltigen Eruptionen, bei denen auch gigantische Mengen von Gasen ins Weltall geschossen werden. Treffen sie auf die Erde, kommt es einerseits zu Polarlichtern, andererseits zu Störungen des Magnetfelds der Erde. Letzteres könnte den Walen laut Studie zum Verhängnis geworden sein. Darauf deuten zumindest die Daten einer Messstation im norwegischen Solund hin.

Verschobenes Magnetfeld

Demnach hat sich das Magnetfeld in der Region am 20. Dezember 2015 so verändert, dass es sich kurzzeitig um 460 Kilometer in Nord-Süd-Ausrichtung verschob, heisst es im «International Journal of Astrobiology». Am 31. Dezember gab es einen zweiten Sonnensturm mit ähnlichen Folgen.

Das könnte die Pottwale in die Irre und damit in den Tod geführt haben: Statt westwärts nördlich von der britischen Insel zu schwimmen, zogen die Jungbullen nach Süden. «Wenn die Wale in der Gegend zwischen Schottland und Norwegen für ein oder zwei Tage in die falsche Richtung schwimmen, ist es für sie zu spät, sie sind gefangen», zitiert die BBC Vanselow.

Für die Theorie spricht, dass es sich ausnahmslos um Jungbullen handelte. In der Kinderstube der Wale vor den südlicher gelegenen Azoren ändert sich das Magnetfeld kaum, für die Tiere war das Phänomen in den polarnäheren Regionen neu.

Pottwale verenden an deutscher Küste

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sc am 10.09.2017 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastik im Magen dank Menschen

    Nein, keine Sonnenstürme, das einzige, was wirklich Schuld ist, ist scheinbar das "klügste" Lebewesen der Welt: Der Mensch

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  • Jugni am 10.09.2017 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Theorien,Erde,Natur die Tieren

    Vielleicht schön und der Mensch sowieso.Wir Missbrauchen unsere kleine Erde für div Schiffe,Flugzeuge Autos etc.Und die Tieren und die Natur müssen für unseres eigene ich als Mensch leiden bis es sich halt rächt.Wachet auf die Erde wird immer müder und kränker!

  • Sheryl am 10.09.2017 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig!

    Bald kommt ein Raumschiff und rettet die letzten Wale! Ist mir so in den Sinn gekommen. (Raumschiff Enterprise) Ich liebe diese Tiere so!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Neptun am 14.09.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vergiftetes Wasser, tote Tiere! - Kranke Menschen

    Die Meere sind von all dem (strahlendem) Abfall den verantwortungslose Menschen darin entsorgen (Plutonium) vergiftet! Was der Mensch sät, wird er ernten.

  • Wettermann am 13.09.2017 14:16 Report Diesen Beitrag melden

    CO2 wie immer ist schuld

    Sonnenstürme? Nein nein nein, das CO2 und wir Menschen sind schuld wie beim Klimawandel - vergesst die Sonne, sowas aber auch!

  • Patrick am 12.09.2017 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die anderen

    Der Mensch ist daran bestimmt nicht schuld. Genau wie wir nicht für die Erderwärmung schuld sind. Jeder der ein Youtube Video sieht, denkt er sei Intelligenter als die Wissenschaftler. Youtube sollte verboten werden. Die Menschheit verblödet.

    • Leminge Wecker am 12.09.2017 11:00 Report Diesen Beitrag melden

      Wir sind ja so intelligent verblödet

      Das mit dem verblöden ist in der Tat schon so. Diese Verblödung aber nur mit Youtube zu erklären mag ich bezweifeln. Viel mehr hat es mit einem seit vielen tausenden von Jahren herrschend Systemprogramm zu tun, dass begabte, kreative Menschen zu verblödeten Sklaven umerzieht. Der Mensch müsste zugeben, dass er seit all diesen Jahren sich hat über den Tisch ziehen lassen ohne es zu merken. Da wir uns aber als die Schlauesten verstehen, ist es besser sich von immer neuen Retrolügen einlullen zu lassen, als sich dieser Tatsache stellen zu müssen

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  • Dave am 12.09.2017 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Klar

    Ja klar. Es hat bestimmt nichts damit zu tun, dass wir Atomtest im Meer machen oder unsere Chemikalien reinwerfen. Nein nein, die Sonne ist schuld. Genau wie der Mensch nicht für die Erderwärmung verantwortlich ist... und die Erde ist natürlich eine Scheibe.

  • HR am 11.09.2017 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Family Guy

    So leid mir die Tiere auch tun und so brutal es auch ist, muss ich doch an Peter Griffin mit dem Gabelstapler denken