Gut für Körper und Geist

26. September 2018 07:17; Akt: 26.09.2018 07:17 Print

Wer regelmässig in die Sauna geht, lebt besser

In die Sauna zu gehen, macht Spass und entspannt. Doch das Schwitzen bewirkt noch viel mehr, wie – natürlich – finnische Forscher berichten.

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Achten Sie darauf, dass die letzte Mahlzeit vor dem Saunieren mindestens zwei Stunden zurückliegt. Die Verdauung belastet sonst den Kreislauf zusätzlich. Auch Alkohol ist vor dem Saunagang tabu. Der erste Gang sollte etwa acht bis zwölf Minuten dauern, der zweite Gang und ein möglicher dritter nicht mehr als 15 Minuten. Es gilt: Lieber kurz und heiss als lauwarm und lang. Wer die Hitze nicht gewohnt ist, geht am bestens vormittags in die Sauna. Abends erwärmt sich der Körper entgegen des natürlichen Rhythmus sehr, eine Ausschüttung von Stresshormonen kann die Folge sein. Nehmen Sie sich genug Zeit für einen Besuch in der Sauna. Planen Sie für drei Saunagänge zwei Stunden ein. Um von den positiven Effekten zu profitieren, sollten Sie regelmässig, am besten zweimal pro Woche, in die Sauna gehen. Anfänger sollten auf den unteren Bänken beginnen. Auf den oberen Reihen ist die Hitze am grössten und belastet so den Kreislauf mehr. Legen Sie sich beim Schwitzen flach auf die Bänke, um den Körper gleichmässig zu erwärmen. Wer mag, kann die Beine anwinkeln. Vor dem Verlassen der Sauna setzen Sie sich zwei Minuten aufrecht hin, um den Kreislauf zu stabilisieren. Der Körper wird so auf den Wechsel zur Kälte und das Aufstehen vorbereitet. Achten Sie auf genügen Abstand zum Sitznachbarn in der Sauna. Ist die Sauna schon sehr voll, setzen Sie sich zum eigenen Geschlecht. Verzichten Sie zudem auf angeregte Diskussionen und Verrenkungen: In der Sauna ist die Sauerstoffkonzentration reduziert, Bewegungen und Sprechen belasten Kreislauf und die Atmung unnötig stark und stören zudem die anderen Saunagänger. Ein Aufguss in der Sauna ist ein zusätzlicher Hitzereiz und sollte immer am Ende des Aufenthalts erfolgen. Wird es Ihnen beim Aufguss zu heiss, zwingen Sie sich nicht zum Durchhalten. Setzen Sie sich weiter nach unten.Verlassen Sie die Kabine, wenn Sie sich unwohl fühlen. Gut durchgeschwitzt folgt der zweite, wichtige Teil: Die Abkühlung. Jetzt tut Bewegung dem Körper gut, am besten an der frischen Luft, gefolgt vom kalten Abduschen. Führen Sie den Duschstrahl vom rechten Fuss übers Bein bis hin zum Arm und dann zur linken Körperseite hinüber. Als Letztes duschen Sie die Herzregion ab. Winterluft und kalte Dusche kosten Überwindung. Aber der Temperaturschock trainiert Ihr Immunsystem und bringt Ihren Kreislauf wieder auf Touren. Jetzt ist Entspannen angesagt. Gönnen Sie Ihrem Körper eine Erholungsphase von 20 bis 30 Minuten. Im Anschluss können Sie noch ein bis zwei weitere Saunagänge, diesmal gern auch etwas heisser, absolvieren, immer gefolgt von Bewegung, kalter Dusche und Ruhephase. Wer viel schwitzt, verliert dementsprechend viel Flüssigkeit. Gleichen Sie diesen Verlust durch genügend Trinken (ein bis zwei Liter) nach dem Saunagang wieder aus. Am besten eignen sich stilles Wasser und Kräutertee. Viele gehen nach dem Training in die Sauna. Dies kann dem Körper beim Regenerieren helfen. Das gilt aber nur, wenn das Training moderat war. Hartes Training bedeutet Stress für den Körper und führt zu einer Abschwächung des Immunsystems. Ein Saunagang direkt nach dem Auspowern belastet den Organismus durch die hohe Hitze und Kälte also zusätzlich. Bei Erkältungen oder Fieber sollten Sie die Sauna meiden, da die Hitze die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht bringen kann. Für Saunagänger mit niedrigem Blutdruck sind die anschliessenden Kaltwasseranwendungen besonders wichtig.

Zum Thema
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Finnen gehen nicht nur gern und oft in die Sauna – es sind zwischen zwei und drei Millionen im Land –, sie beschäftigen sich auch wissenschaftlich damit. Und das immer wieder.

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Wie oft gehen Sie in die Sauna?

Ein Team unter der Leitung der Universität Jyväskylä kommt nun nach Durchsicht aller bisher zum Thema erschienenen Studien (siehe Box) zu dem Schluss: Regelmässiges Schwitzen zahlt sich in mehrfacher Hinsicht aus. So heisst es im Fachjournal «Mayo Clinic Proceedings».

Besserung auf der ganzen Linie

Konkret stellten Jari A. Laukkanen und seine Kollegen fest, dass wiederholte Saunabesuche das Risiko für Gefässerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Krankheiten, neurodegenerative und psychische Erkrankungen sowie für Lungenleiden und oxidativen Stress senken.

Erkrankungen wie Arthritis, Kopfschmerzen und Grippe liessen sich durch das Schwitzen im Holzhaus lindern. Die Elastizität der Blutgefässe stieg dagegen.

Damit beeinflusst Saunieren die Gesundheit ebenso positiv wie mässige oder intensive Bewegung, so das Fazit der Forscher. «Die Sauna könnte ein neuer Weg sein, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren», erklärt Laukkanen in der «Washington Post». «Es ist eine Art dritter Einflussfaktor neben Ernährung und Bewegung.»

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dreamer am 26.09.2018 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traum

    Eine eigene Sauna zu haben.

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  • Rumpelstilzchen am 26.09.2018 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauna ist gesund, aber...

    ...bei Grippe soll man nicht in die Sauna. Anstatt zu lindern verstärkt die Hitze die Symptome noch zusätzlich, weil die Gefässe erweitert werden.

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  • Bettina am 26.09.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und auf den Bildern

    sind die Saunagänger in Tücher gewickelt haben aber die Füsse auf dem Holz. Geht jetzt aber gar nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • F. Inn am 27.09.2018 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Relation

    Trotz der guten Sauna Auswirkungen hat Finnland eine der höchsten Selbstmordrate. Nur um es hier kurz zu relativieren.

  • Freier Mensch am 26.09.2018 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Ratschläge in der Bilderreihe

    sind nicht nur amüsant sondern auch gefährlich. Bei der finnischen Saunameisterschaft ist sogar einer gestorben und zwar beim Aufenthalt von weniger als 15 Min. In meiner Sauna am finnischen See, heize ich auf 120 Grad, gehe ungeduscht (Dusche gibt es keine) und schaue zuerst auf die Schweissperlen. 100 L Wasser gibt es dort immer in diversen Gefässen. Kalt mit warm mische ich für die Benetzung wenn es zu heiss wird. Löyly mache ich am liebsten wenn der Fluchtweg nach draussen frei ist. Nach 5 Min. kehre ich zurück und warte dort sicher nicht eine halbe Std. besonders jetzt in dieser Kälte.

  • Rentner am 26.09.2018 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Bevorzuge Dampfbad Sauna

    Ging früher 1 - 4 Mal im Monat in die Sauna. Leider ist der Säntispark massiv teurer geworden, so dass ich es mir nicht mehr leisten kann! "Obwohl die Migros anscheinend mir gehört" !!! - laut Werbung !

  • Giorgio am 26.09.2018 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tut gut

    Gehe seit bald 30 Jahren regelmässig wochentlich in die Sauna. In den Wintermonaten lassen sich beim ersten Saunagang wunderbar die Knochen auftauen und danach hält man so wieder ein paar Tage durch.

    • Gretli am 26.09.2018 19:39 Report Diesen Beitrag melden

      Giorgio

      ..., las, dass die Infrarot-Sauna die gesundeste ist und hab mir eine angeschafft...., was soll ich jetzt bloss machen, jetzt soll's ploetzlich wieder die finnische sein und ich hab keinen Platz mehr fuer eine zweite....., Zzzzzzz!

    • Giorgio am 26.09.2018 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gretli

      Ich würd dir die eine auch abkaufen, so zum drin wohnen, die nächsten 6 Monate. Aber zum einen ists ein gesellschaftlicher Aspekt (in der Gruppe machts am meisten Spass) und zum anderen muss ich ja sowieso täglich raus zum arbeiten.

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  • claudia am 26.09.2018 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    ich kenne das gegenteil von

    sauna tut gut, ich besitze eine seit gut 40 jahren, wird aber aus gesundheitlichen gründen nicht gebraucht! saunen ist nur eingebildet gesund und entspannend! mir hilft seit 40jahren selbsthypnose und kiffen viel viel besser gegen alles....