Selbst-Immunisierung

14. November 2017 12:51; Akt: 15.11.2017 11:06 Print

Mann spritzt sich Schlangengift

Steve Ludwin injiziert sich seit 30 Jahren Schlangengift. Forscher könnten dank seiner Methode Leben retten.

Leidet im Dienste der Wissenschaft: Steve Ludwin. (Video: Tamedia/AFP)
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«Was ich tue, klingt verrückt, aber es könnte positive Folgen für die Gesundheit haben», sagt Steve Ludwin. Seit rund 30 Jahren spritzt sich der Schlangenfan und Punkrocker Schlangengift in seine Venen.

Über die Jahre hat sich Ludwin das Gift der gefährlichsten Schlangen der Welt injiziert. Ob Schwarze Mamba oder Kobra, alles war dabei. Er verabreicht sich jeweils eine geringe Dosis des Gifts, was zu einer «Selbst-Immunisierung» führe. Und das funktioniere, denn er sei seit über 15 Jahren nicht mehr krank gewesen, so Ludwin.

Kein Drogentrip, sondern Schmerzen

Trotzdem ging nicht immer alles glatt. Einmal lag er wegen einer Überdosis drei Tage lang auf der Intensivstation. Und sonderlich angenehm sei es zudem nicht: «Das ist kein Drogentrip, sondern es bedeutet extreme Schmerzen.»

Sein Vorgehen hat das Interesse der Wissenschaft geweckt. Forscher der Universität Kopenhagen wollen aus den Antikörpern in seinem Blut ein neues Gegengift entwickeln.

Teure Gegengifte

Sind die Forscher erfolgreich, würde das einen grossen Durchbruch bedeuten. Bislang müssen Gegengifte gegen Schlangenbisse von Tieren, meist Pferden, gewonnen werden, denen das Gift injiziert wurde. Das verursacht Kosten. Im Extremfall Kosten von über 10'000 US-Dollar pro Behandlung. Das Gegengift der Forscher aus Kopenhagen würde dagegen bloss einige Hundert Dollar kosten. Bis im kommenden Jahr soll das Projekt abgeschlossen sein.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO werden jedes Jahr 5,4 Millionen Menschen von Giftschlangen gebissen. Rund 100'000 davon sterben.

(ap/afp)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Scientist am 14.11.2017 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschung

    An einer Impfung gegen Schlangengift wird schon lange geforscht, leider sind die Enzyme zu unterschiedlich für einen Impfstoff. Mal sehen ob sie hier weiterkommen.

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  • Te Rasse am 15.11.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschung

    als Hobby

  • Typhoeus am 15.11.2017 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine eher kurzlebige

    Forschertätigkeit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Unnutz am 16.11.2017 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schon länger bekannt.

    Ich war vor über 20 Jahren in Ägypten in einer Wüste bei einem Beduinenstamm. Diese machten das schon von Kindesalter an. Zum Beispiel fangen Sie mit kleiner Dosierung von Skorpiongift an. In einem Ernstfall sind Sie später Imum.

  • Te Rasse am 15.11.2017 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschung

    als Hobby

  • Typhoeus am 15.11.2017 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine eher kurzlebige

    Forschertätigkeit.

  • Scientist am 14.11.2017 13:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Forschung

    An einer Impfung gegen Schlangengift wird schon lange geforscht, leider sind die Enzyme zu unterschiedlich für einen Impfstoff. Mal sehen ob sie hier weiterkommen.

    • Typhoeus am 15.11.2017 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scientist

      vielleicht

    • Bert am 15.11.2017 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Scientist

      Der Typ tut das nicht für die Forschung. Das ist der Vorwand all dieser Junkies in der Szene. Man ist durch regelmässige Anwendung dann zwar unter Umständen immun, riskiert aber mit jeder Spritze eine allergische Reaktion. Es wird keine Impfung für Schlangengifte geben. Er tut das nicht für die Forschung. Fertig.

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