Wunderlurch

02. Oktober 2018 10:51; Akt: 02.10.2018 10:51 Print

Forscher entschlüsseln Geheimnis des Axolotls

Verliert der Axolotl ein Bein, wächst rasch ein neues nach. Nun ist klar: Verantwortlich dafür sind Zellen, die auch beim Menschen vorkommen.

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Der Axolotl besitzt nicht etwa Schläferzellen, die nur auf Unfälle warten, um dann eine neue Extremität aus dem Ärmel zu zaubern. Vielmehr bilden sich Bindegewebszellen, die es auch beim Menschen gibt, zu einer Art Stammzellen zurück und regenerieren den Körperteil, berichten Wiener Forscher im Fachjournal «Science».

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Ein Team um Elly Tanaka und Prayag Murawala vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien sowie Barbara Treutlein vom Max Planck Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig markierte die einzelnen Zelltypen im Axolotl unterschiedlich und beobachtete, welche Art von Zellen im Falle des Falles ein neues Beinchen formt: Es waren sogenannte Fibroblasten, das heisst Bindegewebszellen, die bei Menschen etwa bei der Narbenbildung nach Verletzungen wichtig sind.

Hilft Erkenntnis auch dem Menschen?

Wenn eine Extremität verloren geht, «entdifferenzieren» sich diese Fibroblasten bei den Salamandern zu Bindegewebs-Vorläuferzellen, die den Zellen in embryonalen Gliedmassen-Knospen ähnlich sind und stammzellähnliche Eigenschaften haben. Sie fanden also keine «magischen Zellen», die Axolotl zwecks Regeneration haben und Menschen nicht, erklärte Murawala im Gespräch mit der Nachrichtenagentur APA.

Dies mache es ein Quäntchen weniger unwahrscheinlich, dass man auch bei Menschen in ferner Zukunft nach einem Unfall neue Gliedmassen therapeutisch entstehen lassen kann. «Es wird nun interessant zu erforschen, welche Sperre die Fibroblasten von Säugetieren daran hindert, sich in ein Vorläuferstadium zurückzuprogrammieren», erklärt er.

Es könnte eine spezielle Hürde in Säugetieren geben, die Salamander nicht besitzen. Oder die Tiere haben einen zusätzlichen Schalter für die Rückwandlung, den es bei Menschen nicht gibt.

(fee/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 02.10.2018 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Unkaputbar

    Das weiss Deadpool schon lange.

  • Houdiboudi am 02.10.2018 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Das schönste Tier

    Hatte selber einige Axolotl, es war immer wieder erstaunlich wie es nachgewachsen ist. Ich Liebe diese Tiere.

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  • DrVoodoo am 02.10.2018 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Embrionalzustand

    Das liegt daran, dass dieses Tier physisch noch im Emprionalzustand ist und daraus nicht herauswächst. Eine Rekonstruktion nach dessen Vorbild ist also für einen Erwachsenen unmöglich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea am 02.10.2018 20:01 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ich finde es ja toll, dass die Wissenschaft so weit gekommen ist. Aber ich frage mich wieviele Beine sie den armen Tierchen wohl abgerissen haben um das neue Wachstum zu untersuchen...

  • Jap am 02.10.2018 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    Mal grösser mal kleiner

    Ich habe auch einen Wunderlurch

    • Doktor am 02.10.2018 17:16 Report Diesen Beitrag melden

      Abschlagen

      Schlag ihn doch mal ab, dann kannst du schnell feststellen obs genau gleich funktioniert wie beim Axolotl

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  • Guetzli am 02.10.2018 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Axolotls

    Und dann wollen wir alle einen 2ten Kopf wachsen lassen?

    • Hugo am 02.10.2018 16:11 Report Diesen Beitrag melden

      CHANGSE

      Würde bei manchen nicht schaden! :-)

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  • Leo Urser am 02.10.2018 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Lügner?

    Nimmt mich wunder wo die 8% der Befragten ein Axolotl in freien Wildbahn gesehen haben?! Alle auf den Grund des Xochimilco-Sees (Mexiko) getaucht?

    • Penny am 02.10.2018 20:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Leo

      Meine Katze bringt diese Tiere regelmässig nach Hause.

    • Marcel am 03.10.2018 03:54 Report Diesen Beitrag melden

      Härzigi Tierli

      Also wenn es das gleiche Tier ist wie in den Tropfsteinhöhlen von Postojna in Slowenien hab ich schon eins in freier Wildbahn gesehen. Sie können in ewiger Dunkelheit leben, werden etwa 20 cm lang und können sehr alt werden

    • Ismet am 03.10.2018 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Marcel

      Das sind nicht die gleichen Tiere. Es handelt sich in Postojna um den sogenannten Grottenolm.

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  • sämi am 02.10.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wie getestet?

    Und zum testen haben sie ihm ein bein abgeschnitten oder was?

    • Leo Ursig am 02.10.2018 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      Ja?

      Ja, wie denn sonst??

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