Eine Frage der Kombination

22. September 2018 21:49; Akt: 22.09.2018 21:49 Print

Wer Pillen einnimmt, sollte diese Produkte meiden

Werden Medikamente falsch eingenommen, kann dies Probleme geben. Dabei spielt unter anderem auch die Wahl des Getränks zum Runterspülen eine Rolle.

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Medikamente so einzunehmen, wie es in der Packungsbeilage steht, ist wichtig. Ebenso wichtig ist aber auch, zu wissen, welche Lebensmittel die Wirkung des jeweiligen Präparats beeinflussen. Bei welchen Produkten man aufpassen sollte, zeigen die nächsten Bilder. mit Medikamenten zu kombinieren, ist keine gute Idee, denn es setzt dem eh schon angeschlagenen Organismus weiter zu, hemmt den Abbau von Wirkstoffen und kann zu unschönen Nebenwirkungen führen. Metronidazol- oder Cefotetan-haltige Antibiotika ... ... hemmen beispielsweise ein Enzym, das für den Alkoholabbau im Körper wichtig ist. Wird aber Alkohol getrunken, reichert sich giftiges Acetaldehyd an und es kommt zum Antabus-Effekt, der mit Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen und Übelkeit einhergeht. dagegen können einige Antibiotika gleich ganz wirkungslos machen, unter anderem solche aus der Gruppe der Tetracycline und Gyrasehemmer. Verantwortlich dafür ist das Kalzium, an das sich die Wirkstoffe heften und mit ihm zusammen durch Magen und Darm wandern. Bei Antibiotika allgemein sollte man zwischen dem Konsum von Milchprodukten und der Einnahme mindestens zwei Stunden vergehen lassen. Dann sollte eigentlich nichts passieren. Auch ist nicht ohne, denn wie in Milchprodukten steckt auch in ihm reichlich Kalzium. Damit kann es die Wirkung von Antibiotika wie Doxycyclin, Ciprofloxacin und Norfloxacin ähnlich stark aussetzen. Deshalb wird empfohlen, Medikamente am besten mit Leitungswasser einzunehmen. Wer Blutverdünner nimmt, sollte sich bei zurückhalten, denn das Lauchgewächs hält seinerseits den Blutfluss auf Trab. In Kombination könnte das aber zu viel sein und für zu dünnes Blut sorgen. Schwanger trotz Pille – das kann Frauen passieren, die zu sich nehmen. Das Problem: Es kurbelt im Körper den Abbau der in der Pille enthaltenen Hormone an. So kann der normale Zyklus von Menstruation und Eisprung wieder beginnen. Nach der Einnahme des Krauts ist der Schutz durch die Pille möglicherweise noch vier Wochen lang unvollständig. Menschen, die ihr Asthma mit theophyllinhaltigen Medikamenten behandeln, müssen bei der Verwendung von vorsichtig sein. Dieser sorgt dafür, dass das Theophyllin vermehrt aufgenommen wird, was zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Herzrhythmusstörungen führen kann. Bestimmte hemmen oder verstärken die Wirkung von Schmerz-, Schlaf- und Bluthochdruckmitteln, beispielsweise Grapefruit, Granatapfel und Cranberry (Bild). Deshalb sollten zwischen dem Konsum dieser und der Medikamenteneinnahme mindestens zwei Stunden liegen. Ganz verzichten sollte man auf , da sie wegen ihres Bitterstoffs die Wirkung von über 50 Medikamenten beeinflusst. Dieser blockiert den Abbau von Medikamenten in der Darmwand. So gelangt mehr Wirkstoff in die Blutbahn als erwünscht. Bei Schlafmitteln etwa kann die zu hohe Dosis Rauschzustände auslösen. Heikel ist auch die Kombination von und entwässernden Medikamenten, sogenannten Diuretika. Letztere entziehen dem Körper Kalium. Lakritze verstärkt dies, was zu Bluthochdruck, Muskelschwäche und Schläfrigkeit führen kann. Wer Eisenpräparate einnimmt, sollte während dieser Zeit besser auf , ... ... und ... ... verzichten. Sonst verlieren die Eisenpräparate nämlich ihre Wirkung. Schuld daran ist die in den Getränken enthaltene Gerbsäure, welche die Eisenmoleküle im Darm an sich bindet und verhindert, dass sie in den Blutkreislauf gelangen. Vollkornbrot gilt als gesund, doch wer Schmerzmittel einnimmt, sollte vorübergehend darauf verzichten, denn die im enthaltenen Ballaststoffe sorgen dafür, dass die schmerzlindernden Stoffe verzögert vom Organismus aufgenommen werden. Auch kann die Wirkung von Medikamenten beeinflussen – auf verschiedene Arten: Einerseits kann es die Wirkung eines Krebsmedikamentes verdreifachen, ... ... andererseits kann das grüne Gemüse den gerinnungshemmenden Effekt von blutverdünnenden Präparaten senken, wie dagegen können den gerinnungshemmenden Effekt von Blutverdünnern stärken und so zu Blutungskomplikationen führen. Wer ganz sicher gehen will, dass sich sein Lieblingslebensmittel mit seinem Medikament verträgt, sollte seinen Arzt oder Apotheker fragen – oder gleich zu Hahnenwasser greifen. Damit ist man immer auf der sicheren Seite.

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Es ist doch egal, mit welcher Flüssigkeit man seine Tablette einnimmt: Dieser Meinung sind nach wie vor viele Menschen. Doch sie liegen falsch. Denn viele Getränke – und auch Lebensmittel – haben Einfluss auf die Wirksamkeit der Präparate. Je nach Art der Arznei kann sogar Mineralwasser ein Problem darstellen.

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Bei welchen Lebensmitteln und Getränken Sie besonders zurückhaltend sein sollten, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melanie Suppiger am 22.09.2018 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Dosis macht das Gift

    Man bedenke allerdings: Die Dosis macht das Gift. Die Kombinationen sind korrekt, aber die Menge an Pfeffer/ Grapefruit/ Lakritze/ Knoblauch die wir über die Nahrung aufnehmen ist zu gering um zu interagieren. Bitte nicht unnötig Angst verbreiten. (Apothekerin)

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  • Knochenfresser am 22.09.2018 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Profis am Werk?

    Manch Leitungswasser hat mehr Kalzium als die als Mineralwasser verkauften Flaschen. Hahnenburger ist auch Mineralwasser. Selten so einen unprofessionellen Käse gegessen. Äh. gelesen.

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  • Schweizer am 22.09.2018 22:09 Report Diesen Beitrag melden

    Missstände

    In Apotheken gibt es ein Programm, das Anzeigt welche Medikamente kombiniert werden können und welche man nicht kombinieren sollte. Ich finde es aber ziemlich fragwürdig, das Ärzte nicht auch dieses Programm verwenden. In letzter Zeit hatte ich öfters gesundheitliche Probleme und musste Medikamente nehmen, auch wenn ich den Ärzten sage was ich nehme, habe ich öfters Medikamente erhalten die sich nicht vertragen oder sich sogar gegenseitig aufheben. Und wenn man die Ärzte noch darauf hinweist, heisst es nein kann gar nicht sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rico Baumgartner am 27.09.2018 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Dann bin ich besser aufgelegt

    Ich spuele meine Medis mit Gin Tonic runter.

  • B. Otaniker am 24.09.2018 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    Null Ahnig vo Botanik

    "beispielsweise Grapefruit, Granatapfel und Cranberry (Bild)." ImBild sind allerdings Preiselbeeren, keine Cranberries, und wenn man genau schaut Heidelbeeren.

  • The J. am 24.09.2018 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wir werden alle irgendwann mal sterben.

    Immer diese Studien und Angstmachereien... Am Schluss kannst dus machen wie du möchtest, weil irgendetwas ist sowieso immer schädlich und ungesund.

  • Radoslav am 24.09.2018 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Interaktionen durch ätherische Öle

    Bei einigen Naturmedikamenten und homöopathischen Kügelis sollte man auch auf den zeitlich nahe liengenden Verzehr von stark ätherischen Kräutern wie zB. Petersilie verzichten.

  • BiChaDe am 24.09.2018 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin schockiert

    Wieviel Prozent täglich. Medikamente einnehmen!