Heilung aus der Küche

04. Februar 2015 11:47; Akt: 05.02.2015 10:42 Print

Diese Gewürze schmecken gut und wirken Wunder

Pfeffer, Muskatnuss & Co. geben unserem Essen den letzten Schliff. Aber nicht nur das: Manche Gewürze helfen auch, die Gesundheit auf Vordermann zu bringen.

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Gewürze sind aus der Küche nicht wegzudenken. Doch sie sorgen nicht nur für köstliche Aromen: Viele unterstützen zudem die Gesundheit. Der wichtigste Bestandteil des Küchenklassikers ist Piperin. Der Stoff hilft bei Krämpfen, rheumatischen Schmerzen, regt die Verdauung an, bekämpft unreine Haut und lindert sogar Husten. : Seit Jahrhunderten wird Rosmarin zur Behandlung von Rheuma und Herz-Kreislauf-Störungen eingesetzt, auch wenn beim Menschen keine eindeutigen Wirkungen nachgewiesen sind. Bei Ratten konnte er Leberschäden mindern und die Bildung von Magengeschwüren hemmen. Das heute oft abschätzig als «Pizzagewürz» bezeichnete Gewürz hilft bei Beschwerden des gesamten Verdauungstraktes (Magen, Darm, Leber, Galle) sowie bei Atemwegserkrankungen. Es wirkt vor allem im Mund und Rachen entzündungshemmend. Studien aus Asien ergaben, dass Knoblauch das Risiko, an Magen-, Darm- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken, deutlich verringert, bei Ratten wurde zudem wesentlich seltener Brustkrebs festgestellt. Er verbessert den Stoffwechsel und senkt den Blutdruck sowie den Cholesterinspiegel. Als Gewürz spielt Kurkuma hierzulande nur eine untergeordnete Rolle. Doch mit nur einem Gramm täglich lässt sich die Leistung des Arbeitsgedächtnisses optimieren. Ausserdem hemmt es Entzündungen, unterstützt das Immunsystem und reduziert die Zellalterung. Chili bewahrt die Nahrung vor Keimen. Ausserdem hilft es gegen eine verstopfte Nase. Denn das darin enthaltene Capsaicin aktiviert die Durchblutung der Schleimhäute und macht so die Nase wieder frei. Traditionell wird Kümmel als Verdauungshilfe genutzt, weil mit seiner Hilfe Speichelfluss, Magensaftsekretion, Gallensaftausscheidung und die Bewegungsfähigkeit des Darms gesteigert werden können. Schon ein Esslöffel nach einer fettigen Mahlzeit verschafft dem Magen Erleichterung. Fette Speisen, die mit Majoran gewürzt werden, sind leichter verdaulich. Ähnlich wie der Kümmel wirkt der Majoran positiv auf den Verdauungstrakt und wirkt entzündungshemmend. Zudem stärkt er das Immunsystem. Die Knolle wirkt vorbeugend und heilend. Die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle, die sogenannten Gingerole, sind auch als «Aspirin der Natur» bekannt, da sie eine ähnliche chemische Struktur haben. Zudem wirkt Ingwer entzündungshemmend und schmerzstillend. Zudem wärmt er. Dem ursprünglich aus Südostasien stammenden Zitronengras wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Zudem wird es bei Magenbeschwerden und Erkältungskrankheiten eingesetzt. Seine ätherischen Öle sollen ausserdem Stechmücken und Moskitos abwehren. Aufgrund seiner Würzigkeit regt Thymian den Speichelfluss an, stimuliert die Magensaftproduktion und steigert so den Appetit. Bei Meerschweinchen konnten flüssige Extrakte aus Thymian bestimmte Spasmen im Verdauungstrakt lösen. Die Muskatnuss gilt als appetitanregend und verdauungsfördernd, auch wenn sie bei Menschen nur in wenigen Fällen nachweislich wirkt. Hohe Dosen lindern aber bei Tumorpatienten und Patienten mit Morbus Crohn den Verlauf von Durchfällen. Bei Stress wirkt sie beruhigend blutdrucksenkend. Die Pfefferminze ist schon seit Tausenden von Jahren ein sehr geschätztes und weithin bekanntes Heilkraut. Sie hilft bei Kopfschmerzen, Erkältungen und Magen-Darm-Verstimmungen. Es gibt zwei Arten Kardamom, den grünen und den schwarzen. Beide werden als Gewürz verwendet, aber ihr Geschmack unterscheidet sich. Beide wirken schleimlösend und lindern Erkältungen. Fenchel kann leichte Krämpfe lindern, Schleim lösen, Auswurf fördern sowie Bakterien und Pilze in ihrem Wachstum hemmen. Die Heilpflanze verdankt ihre medizinische Wirkung vor allem dem ätherischen Öl, das in den Fenchelfrüchten - den Fenchelsamen - enthalten ist. Es wird als wohltuend bei Blähungen und Übelkeit beschrieben. Aufgrund des aromatischen und leicht scharfen Geschmacks ist eine appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung zwar wahrscheinlich, beim Menschen aber bislang nicht eindeutig nachgewiesen. Das Gewürz kam durch Alexander den Grossen nach Europa. Es regt die Verdauung an und verringert das Risiko sowohl für Herzkrankheiten als auch für Diabetes. Spanische Forscher haben herausgefunden, dass Gewürznelken einen hohen Gehalt an Phenolverbindungen haben, die antioxidative, entzündungs- und gerinnungshemmende Eigenschaften haben. Damit können sie vor allem unsere Zellmembranen vor freien Radikalen schützen. Mit seinem Inhaltsstoff Anethol wirkt Anisöl bei Katarrhen der Luftwege nachweislich schleimlösend. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass Sternanisöl zudem im Magen-Darm-Trakt Krämpfe lösen kann.

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Kräuter und Gewürze sind in jeder Küche unerlässlich. Nicht nur, weil sie helfen, das Beste aus den Speisen zu machen, sondern auch, weil sie voller gesundheitsfördernder Substanzen sind.

Diese Erkenntnis ist natürlich nicht neu. Bereits seit mehreren Jahrhunderten werden einige der gesunden Aromawunder als Heilmittel und Medikamente eingesetzt. Die Wirksamkeit anderer Würzmittel wurde hingegen erst durch neuere Forschungen bestätigt.

In der Bildstrecke zeigen wir Ihnen, was der aktuelle Wissensstand ist.

Haben Sie ein Lieblingsgewürz? Welches? Und warum? Erzählen Sie uns davon im Talkback.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • geni am 05.02.2015 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    zu wenig kulturelle Vermittlung

    Leider ist das Wissen über die Gewürze, ca. 3000 Sorten, nicht bekannt. Wir die Europärer verwenden doch meistens Salz und Pfeffer und gewisse MIX-Gewürze, jedoch meistens in getrockneter Form, was eben auf die Gesundheit der Menschen nicht mher die volle Wirkung erziehen lassen.

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  • Didi am 05.02.2015 11:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Das wusste die Nonne Von Bingen schon.. Auch bei Pfarrer Küenzli kann man das nachlesen.

  • Johan Lafer am 05.02.2015 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alfons Schuhbeck

    Der Gewürz - Gott in der Küche Der Mensch weis extrem viel über Gewürze

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat am 07.02.2015 14:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gelbwurz

    Eines der wohl am besten erforschten und medizinisch auf vielfältige Weisen wirksamste Gewürz ist wohl Gelbwurz (Kurkuma). Dass es in diesem Bericht fehlt spricht für etwas schludrige Berichterstattung. Es lohnt sich, sich Ergebnisse zu Gelbwurz genauer anzuschauen!

    • egal am 07.02.2015 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Moment Mal...

      ...das Sechste ist Kurkuma.

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  • Ginger bread Man am 07.02.2015 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Ingwer, die Liebesknolle

    Mein Favorit unter den gezeigten Gewuerzen ist ohne Zweifel der Ingwer. Ein Thaicurry mit happig Ingwer drin, hat bei mir einen viagra aehnlichen Effekt. Wem geht es auch so??

  • Jakob am 06.02.2015 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Zubereitung

    Und wie wird das Zubereitet. Muskatnuss, und die menge

    • Patty am 07.02.2015 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Würzen kann schädigen..

      Drei Fehler in wenigen Worten. Und keine Aussage. Wow! Ich würze weiter..

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  • salamander am 06.02.2015 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ehm

    @vater krüterbutter da haben sie wahrscheinlich recht. jedoch denke ich dass sie trotzdem noch freizeit hatten und mit ihren geschwistern oder freunden spielen konnten und die kindheit geniessen konnten. was in 3.welt ländern zu 99%nicht der fall ist! finden sie es also toll solche bilder zu publizieren? und @den mit dem krieg. klar da haben sie auch recht, aber hier in dem beitrag geht es zum glück mal nicht um krieg sondern um gewürze..

  • Chrüsi-Müsi am 06.02.2015 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz genau - eine tolles Erlebnis,

    wenn man mal erfahren hat, wie sehr sich die Qualität und Abwechslung des Essens ändert, wenn man Gewürze richtig einsetzt. Wir haben in unserem kleinen Garten ein Hochbeet mit ca 4m2 voll von Gewürzen. Im Sommer frisch, im Herbst geerntet und getrockent/gefroren für den Winter. Im Schrank die, die man nicht selbst anbauen kann. Es ist eine Gaumenfreude und Freude für den ganzen Körper all diese "Heilmittel" regelmässig einzusetzen.