US-Open-Final

13. September 2018 20:47; Akt: 14.09.2018 10:54 Print

Osaka will ihrem Idol nicht böse sein

Nach dem Skandal-Final von New York verliert die Japanerin kein böses Wort über das ungebührende Verhalten ihrer Gegnerin Serena Williams.

Chaos am US-Open-Final: Serena Williams legt sich mit Schiedsrichter Carlos Ramos an und sorgt für einen Eklat, der Naomi Osaka kalt lässt. Video: AP/SRF
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Letzten Samstag gewann Naomi Osaka als erste Japanerin einen Grand-Slam-Titel. Ihr Finalsieg am US Open wurde von der Auseinandersetzung ihrer Gegnerin Serena Williams mit Referee Carlos Ramos überschattet. Trotzdem sieht die Japanerin Osaka keinen Anlass, das Verhalten von Williams zu kritisieren. Sie wolle nichts bedauern, sagte die 20-Jährige an einer Pressekonferenz in ihrer Heimat. «Ich bin einfach glücklich und weiss, dass ich eine Menge erreicht habe.»

Sie könne gar nicht über die Vorkommnisse und die damit verbundenen Buhrufe während der Siegerzeremonie traurig sein, weil sie gar nicht wisse, wie es sich eigentlich anfühlen sollte. Der Zweisatz-Sieg gegen Williams war ihr erster Major-Titel und auch der erst zweite Turniersieg auf der WTA-Tour. «Ich habe keine Erfahrung aus einem anderen Grand-Slam-Final, mit der ich es vergleichen könnte.»

Osakas Jugendidol Williams hatte sich während des Finals mit dem portugiesischen Schiedsrichter Carlos Ramos angelegt. Williams hatte ihn als «Dieb» und «Lügner» bezeichnet und ihm anschliessend Sexismus vorgeworfen. Während der Partie wurde Williams mit einem Spielabzug bestraft und im Anschluss vom Tennisverband ITF mit einer Busse von 17'000 US-Dollar belegt.

Die WTA-Finals als Ziel

Naomi Osaka möchte nun ein Vorbild für Mädchen und junge Frauen in Japan sein und diese zum Tennisspielen bringen. Sie habe ihren Landsmann Kei Nishikori, die aktuelle Weltnummer 12 der ATP, als gutes Vorbild auf der Männerseite gesehen und immer ein weibliches Ideal in ihrem Sport vermisst. Sie hoffe nun, dies für andere zu werden, sagte Osaka weiter.

Nach dem US-Open-Sieg kletterte die Japanerin in der Weltrangliste auf Platz 7. Ihr nächstes Ziel ist nun die Qualifikation für die WTA-Finals, das Turnier der besten acht Spielerinnen der Welt, in Singapur. Die nächsten Weltranglistenpunkte möchte die Japanerin in ihrer Heimat holen. Sie spielt ab Montag am WTA-Premier-Turnier in Tokio.

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(tzi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gaijin am 13.09.2018 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Erstaunt

    Ja, so sind sie, die Japaner. Vorbildlich. Könnte sich so manche(r) eine Scheibe abschneiden.

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  • Urs Scherler am 13.09.2018 23:01 Report Diesen Beitrag melden

    Die wirksamere Feministin

    Absolut einwandfreies Verhalten der Japanerin. Beeindruckt mich mehr als das intellektuelle Getue von Williams.

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  • R. Fedderli am 14.09.2018 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin ein grosser Fan

    Osaka ist in jeder Hinsicht eine tolle Frau. Bleib so wie Du bist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Müller am 14.09.2018 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    USA, Japan, Haiti?

    Osaka ist seit sie drei ist in den USA. Sie verhält sich hier tatsächlich vorbildlich. Toll gemacht! Aber ja, ihre Eltern sind aus Japan und Haiti und grossgeworden ist sie in den USA. In any case: Ob Mann oder Frau, gebildet oder nicht, welche Nationalität oder Religion auch immer, Anstand hat mit Erziehung und z.T. auch mit dem Charakter jedes Einzelnen zu tun.

  • Joel am 14.09.2018 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Williams-Karrikatur ....

    also ich finde, dass Serena auf der Karrikatur besser ausschaut als in natura!

  • Minnie Mouse am 14.09.2018 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Menschliche Grösse von Osaka

    Bewundernswert, dass ein so junger Mensch schon so viel Weisheit besitzt! Davon könnte sich der alte Drachen auf der anderen Seite des Netzes eine Riesenscheibe abschneiden!

  • Gilly am 14.09.2018 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollte sie aber

    Sollte sie aber! Williams hat ihr den wichtigsten Tag versaut mit ihren deplatziertem benehmen. Wirkliche Grösse sieht man in der Niederlage. Ein Federer, Nadal oder Djokovic haben nie so reagiert auch bei sehr schmerzhaften Niederlagen

  • Naosak am 14.09.2018 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelte Herkunft

    Sie ist nicht nur Japanerin sondern auch aus Haiti! Hört auf sie ständig "die Japanerin" zu nennen.

    • Minnie Mouse am 14.09.2018 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Naosak

      Kommt vielleicht daher, dass sie für Japan spielt?

    • NaomiFan am 14.09.2018 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Naosak

      Ja, das stimmt. Aber im Sport hat sie entschieden für Japan zu spielen, darum wird wohl Haiti nicht erwähnt.

    • Beat am 14.09.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Naosak

      Federer ist auch Südafrikaner und niemand nennt ihn so. Obwohl es viel besser wäre , wenn er für Südafrika spielen würde.

    • Kasoan am 16.09.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Naosak

      Total richtig. Bei Roger Federer sprechen wir ja auch immer vom Südafrikaner.

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