Indian Wells

19. März 2017 21:27; Akt: 20.03.2017 09:50 Print

Federer triumphiert in der kalifornischen Wüste

Roger Federer entscheidet den Schweizer Traumfinal gegen Stan Wawrinka zu seinen Gunsten und gewinnt in Indian Wells seinen 90. Titel.

Bildstrecke im Grossformat »
Allen Grund zum Jubeln: Roger Federer bezwingt Stan Wawrinka im Schweizer Traumfinal von Indian Wells. Dank einem hochklassigen Sieg in zwei Sätzen gewinnt der Baselbieter seinen 90. Titel. (19. März 2017) Besser spät als nie: Nach einer beinahe zweistündigen Verzögerung darf der Australian-Open-Champion endlich das mit Spannung erwartete Endspiel eröffnen. (19. März 2017) Federers präzise Aufschläge machen dem Romand während der gesamten Partie zu schaffen. Wawrinka setzt viel zu viele Returns neben die Linie, was er phasenweise selbstironisch moniert. (19. März 2017) Für den Lausanner ist es nach der knappen Fünfsatz-Niederlage gegen Federer im Halbfinal von Melbourne eine weitere bittere Enttäuschung. Dies verdeutlichten die Tränen, welche Wawrinka bei der zeremoniellen Siegerehrung über die Wangen kullerten. (19. März 2017) Fieberte mit: Schauspielerin Charlize Theron liess sich den Match nicht entgehen. (19. März 2017) Der 18-fache Grand-Slam-Champion stellt dank seinem Triumph im Schweizer Endspiel einen weiteren Rekord auf. Der 35-Jährige ist nämlich neu der älteste Sieger eines grossen ATP-Turniers in der Profi-Ära. (19. März 2017) Sehen zufrieden aus: Bill Gates und seine Frau Melinda verfolgten den Match. (19. März 2017) Verteilt während der Siegerehrung spasseshalber Kraftausdrücke: Stan Wawrinka. (19. März 2017) Steht im Mittelpunkt: Roger Federer stemmt seinen Pokal in die Höhe. (19. März 2017) Roger Federer posiert mit dem Pokal für die Fotografen. (19. März 2017)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schlüsselszene spielte sich nach etwas weniger als einer halben Stunde ab. Roger Federer führte 5:4, Stan Wawrinka schlug auf und führte 30:15. Bis zu diesem Zeitpunkt war keiner der beiden Schweizer Stars bei eigenem Aufschlag in Not geraten. Wawrinka glaubte, ein Ass zum 40:15 serviert zu haben, der zuständige Linienrichter hatte jedoch undezidiert auf «out» entschieden. Wawrinka fragte beim Schiedsrichter nach. Und der Franzose Damien Dumusois meinte, der Aufschlag sei mit 100-prozentiger Sicherheit im Aus gelandet.

Wawrinka verzichtete auf die «Challenge». Er glaubte dem Mann, der 2015 bei seinem French-Open-Triumph in Roland-Garros auf dem Schiedsrichterstuhl gesessen hatte. Drei Ballwechsel später bejubelte Roger Federer den ersten Satzgewinn. Und die TV-Bilder zeigten auf, dass Wawrinkas Aufschlag mit 100-prozentiger Sicherheit gut gewesen war.

Erstes Break gegen Federer

Stan Wawrinka erspielte sich auch im zweiten Satz noch eine Chance. Er ging 2:0 in Führung und nahm Federer zum ersten Mal im Turnier ein Aufschlagspiel ab. Aber Federer strotzte nun vor Selbstvertrauen. Er schaffte den Ausgleich zum 2:2, geriet danach nie mehr in Rückstand und nützte zum 7:5 gleich den ersten Matchball. Federer rückte ans Netz vor und vollendete mit einem perfekten Volley.

Federer triumphiert in der kalifornischen Wüste

Federer stellte in der Mojave-Wüste einen weiteren Rekord auf. Nebst seinen unzähligen Bestmarken ist er neu nun auch der älteste Sieger eines grossen ATP-Turniers in der Profi-Ära (seit 1968). Bislang hielt der Amerikaner Andre Agassi diese Bestmarke, der 2004 das Masters-1000-Turnier von Cincinnati im Alter von 34 Jahren und 3 Monaten gewonnen hatte. Federer ist mittlerweile 35 Jahre und 7 Monate alt. In der Oase in der Nähe von Palm Springs holte er seinen 90. Turniersieg. Nur Jimmy Connors (109 Siege) und Ivan Lendl (94 Siege) liegen in dieser Statistik noch vor Federer.

Eine weitere bittere Enttäuschung

Am Ende war Wawrinka die Enttäuschung anzusehen. Schon am Australian Open im Halbfinal hatte er gegen Federer eine bittere Niederlage, damals in fünf Sätzen, kassiert. Wawrinka kann gegen Federer auf Hartplätzen scheinbar nicht gewinnen. 15:0 lautet die Siegbilanz zugunsten Federers.

Stan Wawrinka kann sich nach der Niederlage gegen Roger Federer einen Spruch nicht verkneifen. (Video: SRF)

Roger Federer zeigte sich natürlich überglücklich. Er ist bei seinem Comeback nach drei Jahren viel weiter als er sich das vor drei Monaten erträumt hatte. «Eigentlich bin ich davon ausgegangen, in Indian Wells immer noch Terrain aufholen zu müssen. Dass ich jetzt schon wieder zwei grosse Turniere gewinnen konnte, ist auch für mich ein Traum, der wahr wurde.» Die ganze Familie schaute zu, Coach Ivan Ljubicic feierte am Finaltag seinen 38. Geburtstag. Federer: «Jetzt bleibt mir nur noch zu hoffen, dass es so weitergeht. Dass ich derart frisch bleibe und auch an den nächsten Turnieren weiter so auftrumpfen kann.»

(nos/sda)