Dominique Aegerter

19. Mai 2017 14:27; Akt: 19.05.2017 14:32 Print

«Die Freude ist wieder da»

von A. Stäuble - Dominique Aegerter (26) ist im neuen Team angekommen – und wieder voller Tatendrang.

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Mit zwei Einsätzen in der Saison 2006 lanciert Dominique Aegerter (r.) seine Karriere. Er ist nicht der einzige Schweizer in der Moto3-Klasse: Weltmeister Thomas Lüthi (l.) und Randy Krummenacher im Paddock in Portugal. 2006 bestreitet der Oberaargauer seine erste Saison in der damaligen 125er-Klasse. Sein bestes Resultat ist ein 11. Rang beim GP von Japan. In der Saison 2007 fährt er mit Multimedia Racing auf Aprilia sieben WM-Punkte heraus. 2008 macht der Schweizer einen weiteren Schritt nach vorne. Insgesamt vier Top-10-Plätze schauen in seiner dritten Saison heraus. Ein lädierter Finger kann dem jungen Motorrad-Piloten nichts anhaben. Die Laune ist bestens, auch wenn Aegerter in Australien die Ziellinie nicht überquert. In seiner letzten Saison in der untersten Klasse, 2009, fährt der Rohrbacher insgesamt siebenmal in die Top 10. 2010 beginnt mit dem Einstieg in die Moto2-Klasse eine neue Zeitrechnung. Aegerter startet auf einer Suter für das Technomag-Team. Teamchef Fred Corminboeuf posiert stolz mit seinem Fahrer. Der Einstand in die höhere Klasse glückt. Ein 7. Rang in Aragon ist sein bestes Saison-Resultat. Aegerter startet gut in die Saison 2011. Im dritten Rennen in Portugal fährt er auf den 4. Platz. Im letzten Saisonrennen in Valencia fährt der Berner als Dritter den ersten Podestplatz in der Moto2 heraus. Schweizer Duo: 2013 wird Randy Krummenacher Teamkollege von Dominique Aegerter. Anders als 2012, steht Aegerter in diesem Jahr in Assen als Dritter wieder einmal auf dem Treppchen. 2014 gibt es wieder einen neuen Teamkollegen aus der Schweiz: Robin Mulhauser folgt auf Krummenacher. Die Saison 2014 ist die bislang stärkste in der Karriere Aegerters. Er bejubelt zwei dritte Plätze, einen zweiten und ... ... den bislang ersten Triumph. Auf dem Sachsenring steht Aegerter erstmals zuoberst. 2015 wartet eine neue Herausforderung auf Aegerter. Tom Lüthi wird sein Teamkollege. Das Technomag-Team geht quasi mit einem Trio in die neue Saison: Aegerter, Lüthi und Muhlhauser (v.l.) Mit insgesamt fünf Piloten ist die Schweiz so gut vertreten wie noch nie: Randy Krummenacher, Dominique Aegerter, Jesko Raffin, Thomas Lüthi, und Robin Muhlhauser (v.l.) heissen die Moto2-Schweizer. Die Saison 2015 beginnt harzig. Mitte Saison erreicht Aegerter mit einem dritten Platz beim GP von Italien sein bestes Saisonresultat. Denn die Saison 2015 endet nach einem schweren Sturz in Aragon Ende September vorzeitig. Reha anstatt Rennstrecke: Aegerter kämpft sich nach seiner Lungenquetschung und Brüchen an der rechten Mittelhand und an vier Lendenwirbel-Querfortsätzen zurück. 2016 läuft es dem Oberaargauer überhaupt nicht nach Wunsch. Zudem endet die Saison unschön. Im Oktober gibt Aegerter bekannt, dass er das Team wechseln wird. Daraufhin sperrt ihn sein Team für den Rest der Saison. Tapetenwechsel nach fast sieben Jahren: Aegerter geht ab 2017 für das deutsche Team Kiefer Racing auf Punktejagd. Mit einer Suter-Maschine. Zuvor war er zwei Jahre auf Kalex unterwegs.

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Dominique Aegerter, wie geht es Ihnen?
Sehr gut. Ich bin superhappy im neuen Team und mit der Maschine. Und die Freude ist wieder da! In den Rennen konnte ich es zwar noch nicht beweisen, aber ich kann wieder mit den Besten mithalten.

Wie zeigt sich diese Freude?
Indem ich mich wieder freue, wenn ich an die Rennstrecke komme, um mit dem Team zu arbeiten, zu testen, zu trainieren und so weiter. Nach aussen zeigt sich das vielleicht nicht so, ich bin ja eine Frohnatur, aber die letzten zwei Jahre fiel es mir schwerer, voll dranzubleiben.

Neu ist auch Ihr Teamkollege. Tarran Mackenzie (21) ersetzt ab diesem Wochenende in Le Mans Danny Kent.
Ja, ich habe ihn am Donnerstag zum ersten Mal gesehen. (lacht) Viel sagen kann ich daher noch nicht.

Wie fühlte sich der Restart mit Kiefer Racing nach so vielen Jahren im gleichen Team an? Wurden Sie im Paddock anders wahrgenommen?
Nein, im Grunde genommen bin ich derselbe geblieben. Klar musste ich mich unter den Fahrern erst wieder behaupten. Die letzten zwei Jahre fuhr ich vorne nicht mehr mit und verpasste 2016 die letzten vier Rennen. Daher hatte ich zu Beginn der Saison auch Mühe, den Rhythmus, den Fighter in mir und den Renninstinkt wiederzufinden. Für mich hat sich der Wechsel als perfekt herausgestellt. Ich bin überglücklich.

Worin liegt der Unterschied zum alten Team. Was läuft anders? Besser?
Während sieben Jahren war ich im selben Team. Klar funktioniert das Hauptsächliche gleich, aber schon aufgrund der Sprache (Deutsch, Anm. d. Red.) herrscht eine komplett andere Mentalität. Die deutsche Mentalität ist näher bei der schweizerischen als bei der französischen.

Gibts Kontakt zum alten Team? Und wie muss man sich den vorstellen?
Mit einigen habe ich es weiterhin gut, mit anderen vom Team will ich nicht mehr viel zu tun haben. Man muss ja keinen Kontakt haben. Natürlich bin ich noch enttäuscht darüber, wie es damals lief, als sie mich nach so vielen Jahren einfach sperrten. Aber die Sache ist für mich erledigt.

Und zu Tom Lüthi?
Zwischen uns ist alles okay. Wir hatten es immer gut, und das wird so bleiben. Logisch, der Austausch, den es zwischen uns als Teamkollegen gab, gibt es so nicht mehr. Übers Rennfahren wird zwar kaum noch diskutiert, dafür bleibt mehr Zeit für private Dinge.

Wie in den letzten Jahren stand Lüthi auch heuer im Fokus der medialen Berichterstattung. Wie fühlen Sie sich?
Der grosse Zeitungsleser bin ich nicht. Natürlich kriege ich das Meiste mitgeteilt. Er war dreimal auf dem Podest und hat ohne Wenn und Aber die Leistungen erbracht, die dann auch von den Medien gewürdigt werden. Als ehemaliger Weltmeister und amtierender Vize-Weltmeister bist du nun einmal bekannter. Für mich ist das kein Problem, gerade weil es in etwa schon immer so war. Natürlich möchte ich mit dem Erreichen meiner Ziele dafür sorgen, dass auch ich für meine Leistungen gelobt werde. Manchmal ist es aber auch von Vorteil, in seinem Schatten zu sein, statt gepusht zu werden und am Ende nicht das erhoffte Resultat zu erzielen.

Welche Schlagzeile würden Sie am Ende der Saison gern über sich lesen?
Dass ich meine Ziele erreicht habe.

Welche?
Teil der Top 5 sein.

Wie stehen die Chancen für den nächsten GP am Sonntag in Le Mans?
In Jerez war ich während des ganzen Wochenendes unter den Top 7. Entsprechend enttäuschend war das Ergebnis im Rennen (als Dritter gestartet, als Siebter im Ziel, Anm. d. Red.). Hier in Le Mans müssen wir die Verhältnisse abwarten. Wenn die Vorbereitung wieder derart gut läuft, möchte ich am Sonntag im Rennen auch bestätigen, was ich am Freitag und Samstag gezeigt habe.

Aegerter feiert 2014 auf dem Sachsenring seinen ersten Sieg.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gsxr1000 am 19.05.2017 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin stolz auf die Leistung

    Respekt was Tom und Domi alles leisten. Denn als Schweizer haben sie es wirklich nicht einfach in ihrem Sport der hauptsächlich von den Spaniern und Italienern beherrscht wird!

  • René B. am 19.05.2017 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freude herrscht

    Schön macht es ihm wieder Spass. Wünsche Domi eine gute Saison und dass er sein Kämpferherz behält. Go Domi go.

  • Snooker am 19.05.2017 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt alles gut

    Ein super Talent. Wünsche dir viel Kraft und Freude.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Flüchtling am 20.05.2017 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist so

    Harley Rennen sind spannender und lassen es mehr krachen :-)

  • Bruno am 20.05.2017 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Punkte

    und was ich noch sagen will .... wir haben zwei Starke Fahrer ... Lüthi / Aegerter .... ich freue mich auf viele GP Punkte ....

  • Sepp am 19.05.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen runter

    Komische berufseistellung von diesem Typen, jeder Büezer der etwas auf sich hält geht mit Freude an die Arbeit

  • Pnö am 19.05.2017 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr CH

    Nicht zu vergessen ist noch Jesko Raffin. Allen Schweizern viel Glück und alles Gute ( natürlich auch allen anderen Fahrern eine unfallfreie Saison).

  • Blädi am 19.05.2017 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Punkte

    Bin überzeugt wir werden noch viel von Dominique Aegerter hören .... Ein super Talent und Kämpfer !!! Auf viele GP Punkte ... ein Fan !!

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