Nations League

12. Oktober 2018 19:32; Akt: 12.10.2018 23:25 Print

Die Schweiz scheitert am Doppeltorschützen Lukaku

Die Nationalmannschaft hält gegen Belgien gut mit. Dann entscheidet die individuelle Klasse des Gegners.

Lukaku schliesst eine herrliche Kombination mit dem Siegtreffer ab. 2:1 für Belgien: Video: SRF
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Romelu Lukaku entschied in der 84. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends das Duell vor knapp 40'000 Zuschauern im Stade Roi Baudouin, als er nach einem Doppelpass mit Dries Mertens Yann Sommer erneut bezwang. Kurz zuvor hatten Vincent Kompany und der Mittelstürmer von Manchester United aus aussichtsreicher Position das 2:1 noch verfehlt.

Lange hatte es danach ausgesehen, als könnten die Schweizer auch gegen den WM-Dritten ein positives Resultat erzielen - wie bereits in der Vorbereitung der WM gegen Spanien oder an der Endrunde in Russland gegen Brasilien. Mario Gavranovic hatte mit dem Ausgleich zum 1:1 in der 76. Minute die Schweizer Mannschaft für einen über weite Strecken guten Auftritt belohnt. Der 28-Jährige von Dinamo Zagreb schoss nach einer Freistossflanke von Xherdan Shaqiri und glänzender Kopfballvorlage von Nico Elvedi im 18. Länderspiel seinen 6. Treffer.


Video: Gavranovics Ausgleich


Shaqiri flankt, Elvedi legt zurück, Gavranovic trifft. Video: SRF


Gute Chancen aus der Distanz

Ein zweites Mal schafften es die Schweizer aber nicht mehr zurückzukommen, auch wenn Shaqiri in der Schlussminute noch einmal Thibaut Courtois prüfte. Am Ende feierten die Belgier einen verdienten, aber keinesfalls zwingenden Sieg. Erst nach dem Führungstreffer von Lukaku, der Sommer mit einem Schuss unter dem Körper hindurch erwischte (58.), kam ihre hochgelobte Offensive in Schwung.


Video: Der Führungstreffer


Lukaku geht vergessen und trifft zum 1:0. Video: SRF


Die Schweizer boten dem Favoriten über weite Strecken Paroli und erspielten sich mehrere gute Abschlussgelegenheiten. Die besten vergaben Steven Zuber (55./61.) und Captain Granit Xhaka mit einem Weitschuss (69.). Haris Seferovic hatte sich bereits in der 8. Minute die Chance zur Verfügung geboten, als er aus zwölf Metern nach schöner Vorarbeit von Xhaka und Shaqiri den Ball nicht richtig traf. Es war der beste Angriff der Schweizer, die spielerisch einige Akzente setzen konnten. Sie blieben letztlich aber ohne Wert.

Trotz der Niederlage bleibt der Schweiz die Chance zur Korrektur. Wer im Kampf um den Einzug in das Final Four der Nations League im Juni 2019 die Nase vorne haben wird, entscheidet sich im Rückspiel zum Abschluss der Gruppenphase am 18. November in Luzern.

Variables System

Eine «Überraschung» hatte Vladimir Petkovic vor dem Spiel auf die Frage nach dem Spielsystem angekündigt. Spielt die Schweiz wieder mit einer Dreierkette wie gegen England oder kehrt sie zum gewohnten System mit vier Verteidigern zurück? Der Nationaltrainer hielt Wort. Er schonte den leicht am Oberschenkel verletzten Manuel Akanji und verschrieb der Mannschaft ein sehr variables System, das keinem exakten Schema zuzuordnen war.

Michael Lang spielte zwar rechts in der Defensive, rückte aber bei Ballgewinn sofort nach vorne, während auf der anderen Seite Ricardo Rodriguez sich eher zurückhielt. Und im Mittelfeld besetzten vor Captain Xhaka und hinter der Sturmspitze Seferovic Denis Zakaria, Remo Freuler und Zuber die Räume sehr variabel. Und Shaqiri genoss seine Freiheiten und versuchte, das Offensivspiel der Schweizer anzukurbeln. Es ginge um Spielprinzipien und nicht um Spielsysteme, hatte Petkovic gesagt. Eine Antwort, was der 55-jährige Tessiner darunter versteht, gab die erste Halbzeit im Duell mit der Weltnummer 1.

Eine Stunde lang ging die Taktik der Schweizer sehr gut auf. Nur selten konnte die überragende belgische Offensive ihre Wucht und ihr Tempo entfalten - bis Lukaku ein erstes Mal mit gütiger Mithilfe der Schweizer Defensive zuschlug. Drei Tore pro Spiel hatten die Roten Teufel in 29 Partien unter Trainer Roberto Martinez erzielt, an der WM in Russland schossen sie am meisten Tore aller 32 Teams. Gestoppt werden konnten sie am Freitag letztlich auch von den Schweizern aber nicht.

Telegramm
Belgien - Schweiz 2:1 (0:0)
Stade Roi Baudouin, Brüssel. – 39'049 Zuschauer. – SR Mateu Lahoz (ESP). – Tore: 58. Romelu Lukaku (Meunier) 1:0. 76. Gavranovic (Elvedi) 1:1. 84. Romelu Lukaku 2:1.

Belgien: Courtois; Alderweireld, Kompany, Vermaelen (73. Boyata); Meunier, Tielemans, Witsel, Carrasco (76. Chadli); Mertens (93. Thorgan Hazard), Romelu Lukaku, Eden Hazard.

Schweiz: Sommer; Lang, Schär, Akanji, Rodriguez; Xhaka; Zakaria (83. Edimilson Fernandes), Freuler (87. Fassnacht), Zuber; Shaqiri; Seferovic (69. Gavranovic).

Bemerkungen: Belgien ohne De Bruyne, Dembélé und Vertonghen (verletzt), Schweiz ohne Bürki, Embolo, Mbabu, Mehmedi (verletzt), Djourou, Dzemaili und Lichtsteiner (nicht im Aufgebot).

Rangliste
1. Belgien 2/6 (5:1). 2. Schweiz 2/3 (7:2). 3. Island 2/0 (0:9).

Fussball

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roland am 12.10.2018 23:00 Report Diesen Beitrag melden

    Wie früher

    Gegen Spitzenmannschaften gut gespielt und doch verloren, genau wie früher. Trotz Niederlage mit dem Spiel zufrieden, genau wie früher. Gegen schwächere Mannschaften gewinnt man, NICHT wie früher, das ist die Verbesserung.

  • Peter am 12.10.2018 23:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seferovic

    Wie kann man Seferovic immernoch spielen lassen? Offensiv geht Null Gefahr von ihm aus bei Spielen in welchen der Gegner eine anständige Verteitigung stellt.

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  • fred@züri am 12.10.2018 23:29 Report Diesen Beitrag melden

    Intresse an der Nati verloren

    Hab mein Interesse an der Nati seit der WM in Russland verloren. Weiss auch nicht genau warum. Aber die Zusammensetzung der Spieler mitsamt Petcovic stimmt einfach nicht mehr.....!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • thom am 13.10.2018 16:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fan

    immer wieder das selbe,nur kritisieren,warum meldet sich niemand von den die es ja anscheinend besser könnten als Trainer und zeigt allen wie es geht,ich bin und bleibe ein fan der nati!!!!

  • Teutates am 13.10.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Höchstleistung des Moderators! Spitze!

    Er hat sich wieder mal 90min. lang den Mund "fusslig" geredet! Ich ertrage das nur noch mit gaaaaaanz, ganz leisem Ton!

  • Bebbilisk1 am 13.10.2018 10:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität bitte ...

    Hallo wacht auf, Belgien ist auf vielen Positionen weitaus stärker besetzt als die Schweiz. Oder wollt ihr Hazard mit Shaquiri, Kompany mit Schär oder Lukaku mit Severovic vergleichen? Also trotz guten Spiel schön am Boden bleiben, gewonnen wurde wie schon oft gar nichts!

  • Sucuk am 13.10.2018 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz verliert auch zweites Spiel gegen Belgien

    Und wenn man bedenkt, dass die Belgier ohne De Bruyne, Vertonghen und Fellaini gespielt haben... Ich freue mich auf das Spiel Schweiz - Belgien am 18. November in Luzern und tippe auf ein 2:0 für Belgien.

  • master-roy am 13.10.2018 08:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlende Klasse

    Nicht schlecht und es bringt auch nichts Einzelne zum Sündenbock zu machen. Es fehlt schlichtweg die Klasse auf diesem Niveau. Das war gestern deutlich zu sehen...