Premier League

10. August 2018 11:36; Akt: 10.08.2018 16:30 Print

Der Regisseur, der Zauberer und der Neuling

Sieben Schweizer starten am Wochenende in die neue Premier-League-Saison. Mit dabei sind Stammspieler, solche, die es werden wollen und Neuzugänge.

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Trainer Klopp wird an seiner Offensive mit Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Mané nichts ändern, warum auch? Shaqiri jedoch wird zu seinen Einsätzen kommen. Mit der Liga, zwei Cups und der Champions League stehen viele Spiele an, da wird auch Salah mal froh um eine Pause sein. Einer der grössten Xhaka-Befürworter, der ehemalige Coach Arsène Wenger, ist weg. Unai Emery heisst der neue Mann, den Xhaka von sich überzeugen muss. Der Schweizer wird zum Stamm gehören. Allerdings wird ihn Lucas Torreira, der eine hervorragende Saison bei Sampdoria Genua gespielt hat, gehörig unter Druck setzen. Bei ihm verhält es sich wohl ähnlich wie bei Shaqiri. Aber seine Chancen auf einen Stammplatz sind höher. Zu Beginn wird aber wohl Hector Bellerin die rechte Seite hoch- und runterjagen. Noch hat Federico Fernandez wohl die Nase vorn, auch wegen seiner Erfahrung in der Premier League, wo er in den letzten vier Saisons zum Stamm von Swansea gehörte. Findet Schär aber die Form aus dem Nationalteam, ist ein Platz in der Startformation möglich. Florent Hadergjonaj, Huddersfield, seit 2017: Konkurrent Erik Durms Liste mit Verletzungen ist schier endlos, die Saison 2017/18 verpasste er nahezu komplett. Hadergjonaj hat von allen Schweizern wohl die grösste Chancen auf einen Stammplatz. Er wird es ganz schwer haben, vor allem Jack Wilsheres Ankunft dürfte ihm Sorgen machen. Ein Wechsel in die eher taktisch geprägte Serie A könnte die richtige Lösung sein. Er wird im Oktober 34. Noch darf Leicester Spieler verleihen und verkaufen. Das würde Sinn machen für den Torhüter, ein Rückschritt in die zweite Liga würde ihm wohl Spielpraxis bringen.

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Fehler gesehen?

Jeder Hobbysportler kennt es. Der Winter steht an, die Vorfreude auf die Skipiste wächst. Und dann der Schreck: Die Skiausrüstung passt überhaupt nicht mehr. Die Schuhe drücken, die Hose hat Löcher, oder die Jacke ist modisch einfach nicht mehr so toll, wie noch letztes Jahr. Also los, Panikkäufe, am letzten Tag vor Saisonstart gehts noch in den nächsten Sportladen.

Das kennen auch Fussballclubs. Und weil der Donnerstag die letzte Möglichkeit für Premier-League-Vereine war, um neues Material zu beschaffen, ging es zu wie am Black Friday in amerikanischen Shopping-Centern. Fast die ganze Liga war noch auf Schnäppchenjagd. 31 Transfers wurden nur am Donnerstag getätigt. Die meisten Clubs der Insel haben ihre Mannschaften nun komplett, es darf lediglich noch verkauft und verliehen werden. Am Freitag eröffnen Manchester United und Leicester City die Saison, in der auch sieben Schweizer versuchen, sich zu bewähren.

Xherdan Shaqiri – Mehr als Salahs Backup?

Ein Fallrückzieher, ein Hackentor, ein wunderbarer Assist: Xherdan Shaqiri hat in der Vorbereitung bei Jürgen Klopp ein eindrückliches Bewerbungsschreiben abgeliefert. Ob das reicht, um Mohamed Salahs 44 Tore aus der vergangenen Saison zu übertreffen? Der Ägypter ist Shaqiris ärgster Konkurrent auf dem rechten Flügel. Und auch in der Mitte, wo sich der Schweizer selbst gerne mal sehen würde, ist Liverpool ausgezeichnet besetzt. Dort spielt mit Roberto Firmino Teil 2 des berüchtigten Offensiv-Dreizack (dazu gehört noch Sadio Mané) von Liverpool.

Kann man sich nicht oft genug ansehen: Shaqiris Fallrückzieher gegen United. Video: Twitter/Liverpool.

Die Zeichen sprechen also nicht für Shaqiri. Allerdings: Salah hat in der letzten Saison wettbewerbsübergreifend 52 Spiele gemacht, am Ende machten sich, vor allem auch wegen der Verletzung im Champions-League-Final Verschleisserscheinungen bemerkbar. Und da der rechte Mittelfeldspieler Alex Oxlade-Chamberlain voraussichtlich bis im Mai ausfällt, wird Shaqiri erste Wahl sein, wenn Salah verletzt ist oder eine Pause braucht.

Prognose: Trainer Klopp wird in seiner Offensive mit Salah, Firmino und Mané nichts ändern, warum auch? Shaqiri jedoch wird zu seinen Einsätzen kommen. Mit der Liga, zwei Cups und der Champions League stehen viele Spiele an, da wird auch Salah mal froh um eine Pause sein.

Granit Xhaka – Wieder zurück zur Topform?

Der Regisseur im Schweizer Mittelfeld hat schon bessere Turniere gespielt als die Weltmeisterschaft in Russland. Lediglich in der zweiten Halbzeit gegen Serbien bewies er die Qualitäten, die ihn während der Saison bei Arsenal auszeichneten. Bei den Londonern gehört der ehemalige Gladbacher zu den wichtigsten Spielern, er spielte in der Premier League in der vergangenen Saison die meisten Pässe.

Doch an Xhaka scheiden sich die Geister, genauso wie an Shaqiri. Kritiker sagen, er sei zu langsam und zu unauffällig. Die Weltmeisterschaft wird das kaum geändert haben. Und ganz so unumstritten scheint Xhaka im defensiven Mittelfeld nicht mehr, Arsenal verpflichtete kürzlich für 30 Millionen Euro den Uruguayer Lucas Torreira.

Prognose: Einer der grössten Xhaka-Befürworter, der ehemalige Coach Arsène Wenger, ist weg. Unai Emery heisst der neue Mann, den Xhaka überzeugen muss. Der Schweizer wird zum Stamm gehören. Allerdings wird ihn Torreira, der eine hervorragende Saison bei Sampdoria Genua gespielt hat, gehörig unter Druck setzen.

Stephan Lichtsteiner – Gegen die Sprintrakete

Der Captain der Nationalmannschaft stösst von Juventus Turin nach London und ist somit der zweite Schweizer im Team. In Italien gehörte Lichtsteiner in den letzten zehn Jahren zu den besten Rechtsverteidigern, kaum ein Spieler hielt sich auf dieser Position so konstant auf solch hohem Niveau. Lediglich als Dani Alves für eine Saison kam, wurde es eng für den Schweizer.

In London jedoch wartet neue Konkurrenz auf Lichtsteiner. Die hat es in sich. Hector Bellerin ist einer der schnellsten Spieler in England. Der Spanier, einst aus Barcelonas Jugendabteilung gekommen, bestritt in den drei vergangenen Saisons nahezu jedes Spiel für Arsenal. Aber: Er fehlte an der Weltmeisterschaft, Bellerin wurde überraschend nicht in Spaniens Kader berufen.

Prognose: Bei Lichtsteiner verhält es sich wohl ähnlich wie bei Shaqiri. Aber seine Chancen auf einen Stammplatz sind höher. Zu Beginn wird wohl Bellerin die rechte Seite hoch- und runterjagen.

Fabian Schär – Wieder ein Neuanfang

Das Abenteuer La Coruña war schnell beendet, weil der Verein abstieg. Darum war schon nach Saisonende klar: Schär wird den Club verlassen. Nach Deutschland und Spanien versucht es der Innenverteidiger nun in Englands Premier League, bei Newcastle United unter Trainer Rafael Benitez. Dieser spielt normalerweise mit zwei zentralen Abwehrspielern, neben Captain Jamaal Lascelles duelliert sich Schär unter anderem mit Zuzug Federico Fernandez.

Der Italo-Argentinier, der von Swansea kam, hat bereits 32 Länderspiele für Argentinien absolviert, das letzte aber im Oktober 2014. Es ist nicht das erste Mal, dass Schär und Fernandez aufeinander treffen. Beide standen im Achtelfinal zwischen Argentinien und der Schweiz an der WM 2014 in der Startformation und spielten 120 Minuten durch.

Prognose: Noch hat Fernandez wohl die Nase vorn, auch wegen seiner Erfahrung in der Premier League, wo er in den letzten vier Saisons zum Stamm von Swansea gehörte. Findet Schär aber die Form aus dem Nationalteam ist ein Platz in der Startformation möglich.

Florent Hadergjonaj – Saison der Bestätigung

Der ehemalige Rechtsverteidiger der Young Boys startete 2017 nicht mit sehr viel Vorschusslorbeeren in die Premier League. Davor war er schliesslich mit Ingolstadt in die zweite Bundesliga abgestiegen. Der Blondschopf setzte sich beim damaligen Premier-League-Aufsteiger aber durch und wurde nach der Leihe fix übernommen. Meist kommt er sogar etwas weiter vorne als ein üblicher Aussenverteidiger zum Einsatz.

Seine starke Rückrunde wurde auch innerhalb der Mannschaft beachtet und so wurde Hadergjonaj von seinen Teamkollegen zum besten jungen Spieler der Saison gewählt. Allerdings droht Ungemach: Der prominenteste Zuzug Huddersfields ist der ehemalige Dortmunder Erik Durm. Er spielt ausgerechnet auf der Position des Rechtsverteidigers.

Prognose: Durms Liste mit Verletzungen ist schier endlos, die Saison 2017/18 verpasste er nahezu komplett. Hadergjonaj hat neben Xhaka von allen Schweizern wohl die grösste Chancen auf einen Stammplatz.

Edimilson Fernandes – Doch noch der Wechsel?

Der Cousin von Gelson Fernandes verpasste den WM-Zug ebenso wie Hadergjonaj. Und er steht auch bei seinem Verein West Ham vor dem Abgang. Nachdem er in seiner Premierensaison in England überzeugen konnte, machten ihm viele Verletzungen zu schaffen und er kam in der vergangenen Spielzeit auf nur 14 Einsätze.

Verschiedene Medien berichten, die Fiorentina habe starkes Interesse am zentralen Mittelfeldspieler. Ein Wechsel könnte seiner Karriere wieder Schwung verleihen, schliesslich will er zurück in die Nationalmannschaft. Und West Ham hat investiert. Von der Fiorentina kam Carlos Sanchez und von Arsenal der ablösefreie Jack Wilshere fürs Mittelfeld. Harte Konkurrenz für den ehemaligen Sittener.

Prognose: Fernandes wird es ganz schwer haben, vor allem Wilsheres Ankunft dürfte ihm sorgen machen. Ein Wechsel in die eher taktisch geprägte Serie A könnte die richtige Lösung sein.

Eldin Jakupovic – Schnell weg!

Für die jüngeren Leser unter Ihnen: Ja, Eldin Jakupovic machte mal ein Länderspiel, 2008 gegen Zypern war das. Im Sommer 2017 stiess der Goalie nach guten Leistungen bei Hull City zum Meister von 2016. Mit geringen Aussichten auf einen Stammplatz. Das hat sich bewahrheitet, Jakupovic stand lediglich zweimal im Tor, die Konkurrenz in Person von Dänemarks Nationalgoalie Kasper Schmeichel ist um einige Nummern zu gross.

Kommt hinzu, dass Leicester ohnehin auf andere Spieler baut. Von Liverpool kam Danny Ward für 14 Millionen Euro, eine beachtliche Summe für einen Verein wie Leicester und ein klares Zeichen für Jakupovic.

Prognose: Jakupovic wird im Oktober 34. Noch darf Leicester Spieler verleihen und verkaufen. Das würde Sinn machen für den Torhüter, ein Rückschritt in die zweite Liga würde ihm wohl Spielpraxis bringen.

Fussball

(mro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Deck am 10.08.2018 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Shaqiri

    Ich habe das Gefühl, das mit Shaqiri und Liverpool könnte sehr gut passen. Klopp hat ihn in den Testspielen auf verschiedenen Postionen getestet. Linker Flügel, rechter Flüger, 10er Position. Alles hat funktioniert. Er wird sicher kein absoluter Stammspieler sein, aber eine flexible Option mit viel Qualität, die Liverpool letzter Jahr gefehlt hat.

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  • Dave74 am 10.08.2018 14:04 Report Diesen Beitrag melden

    Gespannt

    Ich bin erst mal froh darüber, dass es wieder los geht. Alles andere wird sich zeigen. COYG!

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  • Thomas am 10.08.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Xhaka

    Ist doch Quatsch. Torreira wurde geholt um neben Xhaka zu spielen. Warum sonst war Emerys erste Handlung seinen Vertrag zu verlängern. Besser als Elneny ist Xhaka allemal.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolli am 14.08.2018 00:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    XS besser als Salah?

    Ich denke dass Salah bald von Xherdan überflügelt wird.

    • Lonely am 14.08.2018 00:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolli

      Echt jetzt? Im ernst glaubst Du das ?

    • AusdieMaus am 14.08.2018 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolli

      Warum nicht. Salah war in Basel nicht besser. Wenn ich Xherdan wäre würde ich den Rücktritt aus dieser Grümpeli Nati geben. Die Schweizer schätuen CS zu wenig!

    • DaniWild am 14.08.2018 00:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolli

      In 2 Jahren liegt der Marktwert von Xherdan XS bei 80-100 mio Euro. Wetten ! Klopp macht aus ihm einen weltklasse Spieler

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  • Mark Libner am 12.08.2018 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drei Weltstars

    Wollen wir sehen, ob die drei Weltstars viel bewegen werden.... Den albanischen Doppeladler können sie ja auch von der Bank aus machen!

  • Stan am 11.08.2018 13:55 Report Diesen Beitrag melden

    Newcastel ein Horror in der Defensive

    20 Minuten gespielt und man muss feststellen, dass Fabian Schär beim nächsten Abstiegskandidaten gelandet ist.

  • Alex Scott am 10.08.2018 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Showeinlage

    Shaqiri, Xhaka und Lichtsteiner in der selben Liga respektive bei Liverpool und Arsenal? Frage mich nur wann der nächste Adler wieder präsentiert wird von diesem Trio wenn diese zwei Mannschaften aufeinandertreffen...

    • Swisslife am 10.08.2018 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alex Scott

      shaq ist mehr als ein adler , der hat mehr drauf als die anderen ( z.b, xhaka )

    • dieheissebank am 12.08.2018 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swisslife

      Es brauch immer Bänkliwärmer im Teamsport, vorallem im Fussball. Bei dieser Sportart braucht es gutes Sitzleder...

    • Effe am 14.08.2018 00:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swisslife

      Ja seh ich auch so! Und er wird vielleicht nie wieder für die Schweizer Nati spielen! Merk Euch meinen Satz liebe Leute.

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  • Monster am 10.08.2018 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shakkkiri

    Hört auf mit diesem blödem Kürzel Shaw. Das macht ihn nicht besser. Er heisst Shaqiri. Und nicht Meier, Huber, Müller. Leider.

    • Die wahren Monster heissen Huber und Mei am 10.08.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Monster

      Da liegt der Hase in Wahrheit begraben... Ich hab mehr Mühe mit den 3.Reich Fahnen von gewählten Politikern. Das wird in der Schweiz sehr gerne sehr schnell vergessen. Ein Adlersymbol hingegen, uiuiui...

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