Super-League-Spieler in der Nati

20. März 2017 20:50; Akt: 21.03.2017 14:16 Print

Auch der einzige SL-Spieler posiert für Selfies

von Eva Tedesco - Mit Michael Lang ist nur noch ein Super-League-Spieler in der Nati. Er musste beim Zusammenzug in Lausanne wie die meisten anderen für Fotos herhalten.

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Josip Drmic sorgt für die Schweizer Erlösung. Der Gladbach-Stürmer trifft zum 1:0-Sieg gegen Lettland. Drmic wird in der 64. Minute für Gelson Fernandes eingewechselt und trifft kaum zwei Minuten später. 25'000 Fans bejubeln den Schweizer Sieg in Genf. Xherdan Shaqiri kommt wieder einmal zu Spielpraxis. Seine grösste Chance vergibt er acht Meter vor dem Lettland-Tor. Er schiesst Andris Vanins in die Hände. Vladimir Petkovic hat wieder einmal alles richtig gemacht. Der Nati-Trainer feiert mit seinem Team den fünften Sieg im fünften Spiel der laufenden WM-Qualifikation. Die Nati ist bereit für das WM-Qualispiel gegen Lettland. Coach Vladimir Petkovic spricht vor dem Abschlusstraining zum Team. Nach der Vorbereitungswoche in Lausanne nistet sich die Nati im Stade de Genève ein. Der Chef zeigt, was er drauf hat. Vladimir Petkovic wird an der PK um Auskunft gebeten: Hat er bereits einen Ersatz für Valon Behrami gefunden? «Es kommen zwei Spieler in Frage.» Wer es sein wird, werde er im Abschlusstraining herausfinden. Er ist gesetzt: Torhüter Yann Sommer ist bereit für die nächste Runde in der WM-Quali. Auch mit dabei an der Abschluss-PK: Admir Mehmedi. Ein gut gelaunter François Moubandie posiert für die Kameras, bevor es mit der Trainingseinheit losgeht. Wohl weniger zu lachen hat Valon Behrami. Der Söldner von Watford leidet an muskulären Problemen und kann am Samstag gegen Lettland nicht mittun. Vladimir Petkovic nominiert den Basler Renato Steffen nach. Granit Xhaka hat keine einfachen Wochen mit Arsenal hinter sich. Auch persönlich musste er viel Kritik einstecken. Dazu sagt der 24-Jährige: «Leute, die keine Ahnung haben, wie ich funktioniere, kanzelten mich ab und verunglimpften mich als dumm, dreckig und hirnlos!» Der kleine Erdi und sein Idol: Xherdan Shaqiri erfüllt einen Kinderwunsch und posiert für ein Foto mit einem besonderen Fan. Natürlich gibts auch ein signiertes Trikot dazu. Überhaupt ist Shaqiri in Lausanne ein begehrtes Sujet. Die Nati erhält grossen Zuspruch in Lausanne. Zahlreiche Interessierte wohnen dem Training im Stade Juan-Antonio-Samaranch bei. Auch nach dem Training haben die Schweizer Nationalspieler einige Fan-Wünsche zu erfüllen. Fragezeichen um Xherdan Shaqiri: Im Club spielt er nach einer Verletzung keine Rolle, doch Nati-Coach Vladimir Petkovic vertraut seinem Star. Der Offensiv-Künstler ist bereit für einen Einsatz, er trainierte am Dienstag voll mit. Am Samstag gegen Lettland würde er zu seinem 60. Länderspiel kommen. Doch der Kraftwürfel muss sich beim Coach mit guten Leistungen für einen Einsatz empfehlen. «Er ist seit zehn Tagen wieder voll in Betrieb und muss Gas geben, um mich zu überzeugen», so Petkovic. Auch der Abwehr-Stamm macht eine schwierige Phase durch. Dies betrifft sowohl Johan Djourou beim HSV als auch Fabian Schär in Hoffenheim. Diese beiden Herren kommen bei ihren Clubs zum Zug: Nati-Rückkehrer Josip Drmic (l.) und Mittelfeld-Stratege Granit Xhaka. Xhaka hört dem Cheftrainer gespannt zu. Die Nati-Spieler, wie hier Xherdan Shaqiri, werden beim Zusammenzug in Lausanne von Kindern belagert und um Selfies gebeten. Auch Trainer Vladimir Petkovic muss für ein Bild den Kopf herhalten. Johan Djourou posiert für einen jungen Fan. Bitte schön lächeln, Fabian Schär. Dieser Anhänger muss für ein Selfie mit Granit Xhaka noch etwas üben. François Moubandje schaut etwas streng. Steven Zuber hinterlässt schon einen besseren Eindruck. Léo Lacroix tut dem Mädchen einen Gefallen. Remo Freuler schmunzelt. Ein etwas gequältes Lächeln bei Michael Lang. Nico Elvedi (l.), Josip Drmic (m.) und Yann Sommer geniessen die Ankunft ohne Fans. Blerim Dzemaili gibt einem Hotelangestellten den Autoschlüssel, damit sein Wagen umparkiert werden kann.

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Bis spätestens 19.15 Uhr am Montagabend mussten sich die 23 Nationalspieler, die Nati-Coach Vladimir Petkovic für das erste Länderspiel des Jahres 2017 aufgeboten hatte, im 5-Sterne-Hotel Royal Savoy in Lausanne zusammengefunden haben. Die Spieler sowie der Trainer erfüllten den wartenden Fans ihre Selfie-Wünsche und posierten für Fotos. Für die Schweiz geht es am Samstag in Genf in der WM-Qualifikation gegen Lettland weiter.

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Wie schlägt sich die Schweiz gegen Lettland?

Die Nati-Spieler trudelten aus aller Herren Länder ein. Aus Italien, England, Frankreich und Deutschland. Aus der Schweiz machte sich lediglich Michael Lang auf den Weg in die Romandie. Waren zum Start ins Länderspieljahr 2016 noch sechs Spieler aus der Super League (Renato Steffen, Philippe Senderos, Michael Lang, Breel Embolo, Luca Zuffi und Shani Tarashaj) im Aufgebot für den Test in Irland (0:1), ist – trotz etlicher Sorgenkinder unter den Söldnern – beim ersten Zusammenzug 2017 nur noch FCB-Profi Lang dabei, der aus der heimischen Liga die Chance auf ein Länderspiel bekommt. Senderos, Embolo und Tarashaj sind inzwischen ins Ausland gewechselt.

Warum ist Steffen nicht dabei?

Dennoch kommt die Nicht-Nomination von Renato Steffen – notabene Stammspieler beim SL-Überflieger und Champions-League-Teilnehmer FC Basel – überraschend. «Es ist klar, dass ich enttäuscht bin, sonst wäre etwas nicht gut. Ich bin immer stolz, wenn ich die Landesfarben vertreten und bei der Nati dabei sein kann», sagt Steffen. «Der Trainer hat mir das Warum und Wieso erklärt und das ist für mich entscheidend.» Steffen weiss, dass er weiter hart an sich arbeiten muss, damit er für den nächsten Zusammenzug im Juni Werbung in eigener Sache machen kann.


Steffen ist enttäuscht wegen seiner Nichtnomination. (Video: 20 Minuten)

Was aber muss Steffen tun, was er bisher nicht getan hat? Der Flügelflitzer ist Stammspieler beim FCB, machte 22 von 25 Meisterschaftsspielen und erzielte zwei Tore. Der 25-jährige Aargauer ist mit zehn Assists hinter Yoric Ravet (YB, 15) der beste Vorlagengeber der Liga. Zu den 22 Ligaspielen kommen noch zwei Cup-Partien (1 Tor) und fünf Einsätze (1 Tor) in der Champions League hinzu. Den Vorzug bekamen aber Spieler (siehe Box) wie Valentin Stocker (Hertha), Admir Mehmedi, Steven Zuber aber auch Xherdan Shaqiri, der sein letztes Spiel am 21. Januar 2017 (1:1 gegen ManUnited) absolvierte und seither mit einer Wadenverletzung ausfiel.

Steffen behält Details für sich

«Ich akzeptiere es so», sagt Steffen. Für ihn sei das Gespräch, das Petkovic mit ihm suchte, wichtig und gut gewesen. Die Begründungen plausibel. Auf Nachfrage, wie der Nati-Trainer seine Entscheidung erklärte, sagt Steffen: «Am Besten fragen Sie den Nati-Trainer selber. Denn solche Dinge behalte ich gern für mich. Wichtig ist mir, dass er sich erklärt hat, alles andere ist nicht von Belang.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stolperi am 20.03.2017 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Holzfuss J. D.

    Um Himmelswillen was macht der Djourou im Nati Aufgebot? Da ist ja ein 4.Liga Spieler noch besser.

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  • the coach am 20.03.2017 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Petkovic pokert ein wenig

    Dass Shaqiri aufgeboten ist, obwohl seit zwei Monaten ohne Spielpraxis, ist sehr verwunderlich. Zeigt, wie wichtig seine Stärken in 1:1-Situationen sein können, aus Sicht des Trainers immer noch besser als z.B. bei Steffen in fittem Zustand... Trotzdem, gegen Lettland muss auch mit Spielern, die im Klub Ersatz oder verletzt sind, ein Sieg eingefahren werden. Falls nicht, gibts mit Sicherheit keine Ausreden, aber den Vorwurf, die Falschen nominiert zu haben.

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  • marko 32 am 20.03.2017 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke für selfie

Die neusten Leser-Kommentare

  • NT am 21.03.2017 23:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shaqiri und Djourou...

    Also was Shaqiri und Djourou in der Nati zu suchen haben, weiss auch keiner... Petkovic sollte mal Mut beweisen und die beiden (meiner Meinung nach) schwächsten Natispieler zurzeit, zu Hause lassen...

  • Dabe am 21.03.2017 22:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Michi Lang in Startaufstellung

    Er ist in bestechender Form und hat es sich mehr als verdient!

  • Fussballer CH am 21.03.2017 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    Steffen

    Steffen sollte mit seiner Unsportlichen Art auch NIE mehr für die Nationalelf aufgeboten werden. Ein richtig schlechtes Vorbild für die jungen Spieler und Stars von Morgen. Alles richtig gemacht Herr Petkovic!

  • Rolli Rima am 21.03.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SL Spieler

    Hauptsache aus dem Ausland, egal ob mit oder ohne Spielpraxis.

  • Hugo Fröhlich am 21.03.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Aufgebot - zu viele Bankdrücker dabei...

    Mit Spieler im Aufgebot, die mehrheitlich keine Tore schiessen oder selbst nicht mehr wissen, wann sie ein Tor geschossen haben und andere Spieler, die mehrheitlich die Reservebank drücken, ja mit diesen Spielern geht man Länderspiele an. Schade, ich schaue diese Länderspiel auf jeden Fall nicht an.....