Masslose Enttäuschung

14. November 2017 11:00; Akt: 14.11.2017 18:13 Print

Buffon entschuldigt sich für seine bitteren Tränen

Nach dem Ausscheiden Italiens und dem Rücktritt von drei Altstars wird die Squadra Azzurra verjüngt. Ein Neuanfang kann endlich beginnen.

Buffon bricht live am TV in Tränen aus. (Video: Time 4 Sport/Youtube)
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Italien fährt nicht an die WM nach Russland, daran werden sich nach dem Turnier nur die wenigsten erinnern. An die Tränen von Goalie-Legende Gianluigi Buffon hingegen schon. Im Interview nach der Partie vergoss der 39-Jährige im italienischen Staatsfernsehen RAI bittere Tränen, als er seinen endgültigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft verkündete. «Es tut mir leid», schluchzte Gigi immer wieder.

Für viele Fans war das zu viel. Dieser Twitter-User schreibt: «Dass Italien nicht an die WM fährt, macht mir nichts aus. Aber ich bin am Boden zerstört für Buffon. Das ist keine schöne Art, abtreten zu müssen.»


Ausserdem sagte Buffon, er wolle nicht vor den Kindern, die zu Hause vor dem TV sitzen und die davon träumen, einmal für Italien zu spielen, weinen. Auch dafür entschuldigte er sich.



Der Keeper hatte bereits vor Anpfiff des Spiels seine Klasse gezeigt: Bei der schwedischen Nationalhymne gellte im Mailänder San Siro ein italienisches Pfeifkonzert durchs Stadion. Buffon aber applaudierte.


Auch De Rossi und Barzagli sagen Ciao

Nach Gianluigi Buffon traten auch Mittelfeldspieler Daniele De Rossi und Verteidiger Andrea Barzagli nach der verpassten WM-Qualifikation aus dem italienischen Nationalteam zurück. Damit könnte es in der Squadra zum lange ersehnten Umbruch kommen.

«In der Kabine herrschte eine Stimmung wie an einer Beerdigung», sagte De Rossi, der 117 Länderspiele bestritt, gegen Schweden im San Siro aber nur auf der Bank sass. Wie Buffon und der 36-jährige Barzagli (73 Länderspiele) war auch der 34-jährige De Rossi Teil der Mannschaft, die 2006 in Deutschland den vierten und bislang letzten WM-Titel für Italien holte.

Der italienische Nationaltrainer Gian Piero Ventura hat sich nach dem Verpassen der WM in Russland derweil noch nicht über seine Zukunft geäussert. «Ich trete nicht zurück, weil ich noch nicht mit dem Präsidenten gesprochen habe. Es gibt zahlreiche Überlegungen», sagte Ventura laut der Nachrichtenagentur Ansa. «Ich fühle mich danach, mich bei den Italienern zu entschuldigen – für das Ergebnis, nicht für unsere Anstrengungen.»

48 Stunden Bedenkzeit

Das 0:0 gegen Schweden in Mailand am Montag hatte das Ausscheiden Italiens für die WM-Endrunde 2018 besiegelt. Der Präsident des italienischen Fussballverbandes, Carlo Tavecchio, wollte sich nach dem Spiel 48 Stunden Bedenkzeit nehmen und erst dann über Konsequenzen entscheiden. Die verpasste Qualifikation wollte er zunächst nicht kommentieren.

Venturas Vertrag war erst im August verlängert worden. Er sollte die Mannschaft bis zur Europameisterschaft 2020 führen. Zuletzt fand 1958 eine WM ohne Italien statt. Tavecchio stand schon vor dem Spiel am Montag in der Kritik. Gegen ihn waren Rücktrittsforderungen laut geworden für den Fall, dass sich Italien erstmals seit 60 Jahren nicht für die WM qualifizieren sollte.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anna am 14.11.2017 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lieber Gruss

    Warum sollte er sich entschuldigen? Das zeigt doch eine / seine menschliche Seite und wie masslosen enttäuscht er ist. Das ist doch absolut nachvollziehbar ! Und für ihn hoffe ich auf eine gute und glückliche Zeit nach dem Fussball. Er wird sich nach und nach ganz sicher der vielen schönen Momente seiner Fussballzeit erinnern. Das Schöne vergisst man nie !

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  • Romedio - ZH am 14.11.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht keine Entschuldigung

    Das ist Profi-Sport (nicht: Geschäft) mit MENSCHLICHEM Gesicht!

  • ein italo am 14.11.2017 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    legende

    Schade, wäre Gigi's 6 WM-Teilnahme gewesen, und somit absoluter Rekord. Egal, immerhin bleibt noch ein Team zum fanen! HOPP SCHWIZ

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mimmox am 15.11.2017 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Russland WM

    Wegen russischem Staatsdoping und der Annektion der Krim sollte man den Russen die WM eh entziehen und Italien als Austragungsort bestimmen. Hätte klappen können, wenn Italien nicht eine so veraltete Stadien-Infrastruktur hätte. ....

  • W. Besserwi am 15.11.2017 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Ratschlag im Guten

    Die Namen der italienischen Mannschaftsmitglieder tönen etwas antiquiert. Vielleicht sollte Italien mehr Zuwanderung zulassen und diese Leute baldmöglichst einbürgen, so hätten sie bestimmt eine grössere Auswahl an Torgettern. Dann klappt es nächstes Mal bestimmt wieder.

  • Peter.T am 15.11.2017 01:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeit für neues

    Genug gespielt lass die Jüngeren mal drann. Alles gute Buffon.

  • antiD am 14.11.2017 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweden oder die Schweiz!

    Buffi war nie wirklich gut. Nur weil sie gegen die schwachen Deutschen nie verloren haben, glauben die Italiener, sie wären die besten. Die Schweiz gewinnt easy gegen beide. Italien und Deutschland sind eh immer unfair.

    • reto am 15.11.2017 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @antiD

      dir ist schon klar dass es hier um fussball geht und nicht curling, oder?

    • Hugo Paci am 15.11.2017 22:51 Report Diesen Beitrag melden

      Kampf gegen fussballerische Ignoranz

      Oha ein wahrer Fussballexperte!?. Nur so nebenbei haben Italien und Deutschland zusammen 8 von 25 WM Titel geholt. Macht immerhin fast 33%. Wenn man noch die Finals hinzuzählt waren es sogar 14 von 25 Finals mit deutscher oder italienischer Beteiligung, dies wäre sogar über 50%. A propos ist mir ausser Curling und Partner-Schieber beim Jassen kein einziger Teamsport bekannt, in dem unsere Schwyzer easy gegen die Deutschen gewinnen.

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  • kukuk am 14.11.2017 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    anna C

    Mir waere es auch lieber gewesen italien haette sich qualifiziert, aber jetzt hast uebers ziel geschossen , dich so herablassend ueber ein spiel tunesien- schweiz zu fragen , das geht mir zu weit , was glaubst du wer du bist so was zu schreiben.? Das ist eine wm und keine privat veransaltung , ich werde es mit genuss anschauen wenn es so weit kaeme . Also nicht arrogant sein .