WM-Barrage-Rückspiel

12. November 2017 21:03; Akt: 13.11.2017 10:01 Print

Wir fahren zur WM

Die Nati erkämpft sich gegen Nordirland das benötigte Remis und qualifiziert sich für Russland. Mannschaft und Fans müssen aber 90 Minuten lang leiden.

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Zu einem Winner-Team gehört die Qualität, Druck auszuhalten und in prekären Lagen nie unter ein gewisses Level zu fallen. Erfolgreiche Mannschaften verfügen über ein breites Repertoire, um auf verschiedene Widerstände richtig reagieren zu können. Die SFV-Auswahl unter Petkovic ist im Stande, einen grossen Anforderungskatalog zu erfüllen. Und sie hat einen Matchwinner wie Ricardo Rodriguez in ihren Reihen: Im Hinspiel traf er per Handspenalty, in der Reprise verhinderte Milans Aussenverteidiger in der Nachspielzeit das 0:1 mit einer spektakulären Abwehraktion auf der Torlinie.


Die Rettungstat von Rodriguez.

Beim Auftakt gegen Portugal (2:0) im Herbst hatten die Schweizer den Europameister ausgetrickst. Die Pflicht bis zur verpassten Schlusspointe in Lissabon erfüllten sie ohne jeglichen Makel. Und vom Frust, trotz der dritthöchsten Punktzahl im Feld Europas eine Zusatzschlaufe bewältigen zu müssen, liessen sich die Schweizer nicht vom Wesentlichen ablenken.

Reif für Russland

Im Playoff gegen die zähen Kämpfer aus Nordirland verhielten sich die Schweizer ihrem inzwischen respektablen internationalen Status entsprechend: weitgehend clever, abgebrüht, unbeeindruckt, nervenstark. Kurzum: reif für das nächste Highlight im kommenden Sommer.

Nur eine erlesene Gruppe von anderen Top-Nationen Europas gehört seit bald zwölf Jahren ununterbrochen zur WM-Gästeliste: Deutschland, Frankreich, Portugal, Spanien und England. «Wir sind keine kleine Mannschaft mehr», legte sich Petkovic am ersten Tag seiner inzwischen über dreieinhalbjährigen Amtszeit fest - er und seine Equipe hielten Wort.

Mehr Widerstand

Mehr Druck müssten sie machen, sich von einer besseren Seite zeigen, hatte Nordirlands Coach Michael O'Neill nach dem eher blassen Auftritt seiner Equipe verlangt in Belfast. Den Absichtserklärungen folgten Taten. 146 Sekunden genügten dem Aussenseiter für mehr Offensivszenen als im gesamten Hinspiel - Chris Brunt provozierte mit einem platzierten Schuss früh eine Big Save Yann Sommers.

Bei eiskaltem Wind, strömendem Regen und Schlamm auf jedem Quadratmeter des Basler Rasens zeichnete sich ein weitere Schicht Schwerarbeit ab. Die Schweizer stiessen auf einem unangenehmen Terrain auf einen Kontrahenten, der mit jeder Körperfaser um seinen WM-Traum kämpfte.


Rodriguez schiesst am Tor vorbei.

Den Schweizern war anzurechnen, dass sie in keiner Phase der Partie das Hinspielergebnis verwalteten. Sie pressten wie erhofft, sie bestimmten erneut den Rhythmus. «Wir spielen auf Sieg» - Petkovics Vorgabe nahmen die Spieler wie erwartet wörtlich. Von den witterungsbedingten Störfaktoren liessen sie sich nicht vom Kurs abbringen.

Manko in der Offensive und überflüssige Pfiffe

Ihr Manko beschränkte sich nicht zum ersten Mal auf die letzten Meter vor dem Tor. Im einen oder anderen Fall fehlte das Timing; bei Haris Seferovic im Luftduell, bei Blerim Dzemaili eigentlich ausnahmslos. Auf gegen neun Szenen im und ausserhalb des nordirischen Strafraum kam Petkovics Mannschaft in den ersten 45 Minuten, die erste Hälfte verlief trotzdem ergebnislos.


Seferovic verpasst das 1:0.

Und die permanent hohe Risikobereitschaft beinhaltete natürlich auch die Gefahr, Konteranagriffen ausgesetzt zu sein. In einer speziell heiklen Situation verfehlte Queens-Park-Stürmer Conor Washington einen womöglich folgenreichen Coup nur um Haaresbreite (54.).

Seferovic ausgepfiffen

Die kurzen und späten Momente des Zweifels wären aus Schweizer Sicht im Prinzip nicht nötig gewesen. Zu überlegen und besser bestückt waren die Einheimischen. Aber sie verpassten die aufgelegten Matchbälle im St.-Jakob-Park reihenweise - einer stand dabei immer wieder im Mittelpunkt: Haris Seferovic, der glücklose Schwerarbeiter. Dass Teile des Publikums seine Performance mit Pfiffen quittierte, war indes ein Hohn angesichts seiner Verdienste im Verlauf der ganzen Ausscheidungsphase.


Pfiffe gegen Seferovic.

Die Gruppengegner für die WM (14. Juni bis 15. Juli) werden der Schweiz am 1. Dezember in Moskau zugelost. Die Schweizer sind im Topf 2 eingeteilt.

Schweiz - Nordirland 0:0
St.-Jakob-Park, Basel. - 36'000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Brych (GER).
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner, Schär, Akanji, Rodriguez; Zakaria, Xhaka; Shaqiri (80. Freuler), Dzemaili (61. Mehmedi), Zuber; Seferovic (87. Embolo).
Nordirland: McGovern; Hughes, McAuley, Jonny Evans, Brunt; Norwood (74. Magennis); Ward (74. Jones), Davis, Saville, Dallas; Washington (82. McNair).
Bemerkungen: Schweiz ohne Djourou, Moubandje (alle verletzt) und Frei (Todesfall in der Familie), Nordirland ohne Corry Evans (gesperrt). Schweizer Ersatzspieler: Bürki, Hitz, Lacroix, Elvedi, Lang, Behrami, Gelson Fernandes, Edimilson Fernandes, Gavranovic. 92. Rodriguez klärt nach Kopfball von Jonny Evans auf der Torlinie.
Verwarnungen: 7. Brunt (Foul). 72. Seferovic (Unsportlichkeit). 79. Jonny Evans (Hands).

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • fh am 12.11.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Frage an den Trainer

    Mit Dzemaili? Wirklich Herr Petkovic?

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  • Guido3 am 12.11.2017 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nein petko

    Dezemaili, seferovic? Das kommt nicht gut

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  • Ka Ka am 12.11.2017 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nur?

    Warum nur darf Blerim immer in der Startelf spielen. Petkovic sollte doch mit 11 Spielern starten, welche man auch zusammen spielen sieht. Von Blerim sah man in den letzten nichts, weil da Spiel an ihm vorbei ging. Hoffen wir mal dass ws gut geht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wilhelm am 13.11.2017 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Pflicht knapp erfüllt

    Wie waren die Schlagzeilen vor dem Spiel:"Wir werden beweisen dass wir nicht nur mit Glück gewinnen, am Sonntag werden wir Tore schießen." Na war wohl nichts und nur mit Glück kommt man an einer WM nicht weiter. In der Privatwirtschaft würde man sagen: Preis Leistung stimmt hier nicht überein.

    • Pack Man am 19.11.2017 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wilhelm

      Daumen hoch und doch gehört Glück dazu.Aber wenn ich als Zuschauer die Lust verliere zuzuschauen,weil die Spieler offensichtlich keine Lust zum spielen haben,dann kann ich auf die Italianer und Schweizer verzichten.Also ich hoffe die Schweiz hat sehr,sehr viel Glück für die Schweiz bei der WM!;)

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  • L. Grass am 13.11.2017 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne letzten "Biss"...

    Seferovice spielte schon gegen die Portugiesen leidenschaftslos. Das kann schon mal als Provokation rüberkommen.

    • René aus Männedorf am 13.11.2017 18:13 Report Diesen Beitrag melden

      glückloser Severovic

      Stimmt nicht, Leidenschaft und Einsatz hat er gezeigt, allerdings war er glücklos, das war er auch in Frankfurt wie es Klinsmann auch schon monatelang in seiner Karriere war!

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  • runder ball am 13.11.2017 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein WM niveau

    schade hat nordirland kein goal gemacht!denn mit einem fragwürdigen penalti und einem desasterspiel an eine WM zu kommen ist unverdiehnt!aber zum glück überlebt diese nati dort keine runde,denn sie hat einfach das niveau für solche internationalen wettbewerbe schlicht nicht!

    • Bebebe am 13.11.2017 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @runder ball

      Wieso überstehen sie denn alle zwei Jahre die Vorrunde? Haben Sie schon gesehen wer sich bei der Auslosung in den Töpfen 3 und 4 befinden wird? Wer da sagt die Schweiz wäre Chancenlos die Gruppe zu überstehen hat keine Ahnung von dieser Sportart.

    • Xeno72 am 13.11.2017 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ätsch!@runder ball

      Es war die beste WM-Quali der Nati in der Schweizee Fussballgeschichte. Und auf die Dauernörgler kommt es nicht an.

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  • Hockeyfan am 13.11.2017 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heulsuse Seferovic

    Seferovic lieber mal Deine Leistung bringen für diesen Zahltag, statt rumzuheulen. Mit dieser Geste gegen die Zuschauer ist er nicht besser! Solche Leute brauchen wir nicht in der Nati. Unverständlich das Embolo erst so spät kam.

  • Uli Stein am 13.11.2017 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, wenn wir erst Weltmeister sind,

    fragt keiner mehr danach, wie wir dahin gekommen sind.

    • Mensch am 13.11.2017 11:37 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Ja "Weltmeister"

      wenn das geschieht ist definitiv was geschmiert worden. Die Schweizer können Skifahren/Snowboarden, Tennisspielen und Schwingen aber sicher nicht Fussball Weltmeister werden.

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