Nati-Casting

24. Mai 2017 19:12; Akt: 24.05.2017 19:12 Print

Casting für künftige WM- und EM-Fahrer

von E. Tedesco, Neuenburg - Das sind die Sternchen im Kreis der Stars, die Nati-Trainer Vladimir Petkovic in Neuenburg ab Mittwoch zum Casting für die Nati eingeladen hat.

Bildstrecke im Grossformat »
Haris Seferovic verabschiedet sich von seiner Freundin Amina. Die kommenden Tage muss die Deutsche ohne ihren Liebsten auskommen. Der Stürmer von Eintracht Frankfurt stösst in der zweiten Vorbereitungswoche zum Nationalteam. Noch ein Cup-Finalist - und im Gegensatz zu Seferovic einer, der den Pokal gewonnen hat. Granit Xhaka rückt als FA-Cup-Sieger mit Arsenal ein. Entsprechend breit ist sein Grinsen. Hat auf der Insel noch nicht wirklich Farbe abgekriegt. Apropos Farbe. Vor rund zwei Wochen ist Mittelfeldspieler Remo Freuler erblondet. Steht ihm, oder? Nicht nur die Neuankömmlinge reisen an. Nach einem verlängerten Wochenende begeben sich auch jene wieder ins Teamhotel, die schon mit dem Team trainiert haben. Erstmal signiert Xherdan Shaqiri jedoch ein Shirt. Auch eine Art Autogramm: Selfie-Alarm! Gelson Fernandes hat seine Koffer ebenfalls wieder gepackt. Letzte Woche ging es los mit den Vorbereitungen in Neuenburg. Nationaltrainer Vladimir Petkovic begrüsst die jungen Wilden (v. l.): Torhüter Gregor Kobel, Florent Hadergjonaj, Ulisses Garcia, Djibril Sow und Anto Grgic. Torhüter Gregor Kobel strahlt, als er am Mittwoch im Nati-Camp in Neuenburg eintrifft. Ganz lässig mit Sonnenbrille: Ingolstadt-Verteidiger Florent Hadergjonaj. Von Werder Bremen ist Ulisses Garcia mit an Bord. Vom VfB Stuttgart kommt Anto Grgic. Djibril Sow (r.) kommt mit Gladbach-Kollege Nico Elvedi. Auch Breel Embolo ist da. Der Stürmer arbeitet im Nati-Training an seinem Comeback. Der Schalke-Spieler wird im Test gegen Weissrussland und im WM-Qualispiel auf den Färöern nicht zum Einsatz kommen. In der ersten Phase der Vorbereitung sind noch nicht alle Nationalspieler mit von der Partie. Diverse jagen mit ihren Clubs noch nach Titeln. So etwa Captain Stephan Lichtsteiner. Er bereitet sich mit Juve auf den CL-Final gegen Real Madrid vor. Die Heimat der Nati für die kommenden Tage: Die Maladière in Neuenburg.

Zum Thema
Fehler gesehen?

25,3 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt des aktuellen Kaders, das am Mittwoch in die Vorbereitung auf das Testspiel gegen Weissrussland (1. Juni) und die WM-Qualifikation gegen die Färöer (9. Juni) startet. Weil noch einige Arrivierte in diversen Endspielen beschäftigt sind, nützt der Nati-Coach die Gelegenheit und bietet zum Casting «Die Schweiz sucht neue Superstars». Petkovic arbeitet die nächsten Tage mit diesen Perspektiv-Spielern. 20 Minuten stellt mögliche künftige Nati-Stars vor.

Gregor Kobel (19, Torhüter, Hoffenheim)

Für 150'000 Franken verschenkte GC sein Goalie-Talent Gregor Kobel an Hoffenheim. Um die bei internationalen Transfers hohen Ausbildungsentschädigungen im Rahmen zu halten und die Entwicklung Kobels in Ruhe beobachten zu können, hatte Hoffenheim den Junior zunächst für zwei Jahre ausgeliehen. Die Deutschen werden sich ins Fäustchen gelacht haben. Danach hat man den Schweizer verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2020 ausgestattet. Der «Kicker» attestiert dem 19-Jährigen mit der stattlichen Statur von 1,93 Metern eine grundsolide Technik und hebt die mentale Stärke hervor.

Als Vorbild nennt der Stadtzürcher Oliver Kahn: «Er hatte eine unheimliche Präsenz und hat auf dem Spielfeld regelrecht Angst verbreitet.» Heute versucht er, sich von Yann Sommer, aber auch von den anderen Schweizer Torhütern etwas abzuschauen. Eher überraschend ist, dass der Goalie nach runden Bällen hechtet und nicht auf dem Eis den Puck spielt: Kobel stammt eigentlich aus einer Hockey-Familie. Sein Vater spielte in den 90er-Jahren in der NLA für den ZSC, Kloten, Lugano und Davos. Der Filius hat sich gegen Puck und Stock entschieden und sich der U9 von GC angeschlossen.

«Ich wollte immer im Tor stehen und herumhechten», sagt er nur und lacht. Mit 16 Jahren wagte er den Schritt in die Bundesliga, seit letztem Sommer gehört er dem Profi-Kader an. Über die letzte Saison sagt er: «Es war eine Riesensaison und mit dem vierten Platz und der Europacup-Qualifikation war das schier unglaublich.»

Ulisses Garcia (21, Verteidiger, Werder Bremen)

Was es mit seinem exotischen Namen auf sich hat, weiss Ulisses Garcia (Werder Bremen) nicht. Seine Eltern habe er nie nach der Bedeutung oder dem Ursprung gefragt. Gibt man das Wort bei Google ein, kommt prompt die Korrektur auf Ulysses – den lateinischen und englischen Namen für Odysseus, einem Helden der griechischen Mythologie. Aber das würde zu weit führen.

Garcia wurde 1996 als Sohn kapverdischer Eltern in Almada in Portugal geboren und wuchs in Genf auf. 2011 wechselte er zu GC, gab im Mai 2014 sein Debüt bei den Profis und zog im Sommer 2015 weiter in die Bundesliga. Zum Stammspieler hat es der 21-Jährige in zwei Jahren nicht geschafft, aber in Bremen ist man von seinem Potenzial derart überzeugt, dass man weiter mit ihm plant. Sein Vertrag läuft bis 2019.

Garcia kann links in der Viererkette, aber auch im linken Mittelfeld spielen und kam in zwei Saisons auf 18 Ligaspiele. Als Lohn darf er bei der Nati schnuppern, ehe er im Juni zur U21-Auswahl zurückkehrt.

Anto Grgic (20. Mittelfeldspieler, VfB Stuttgart)

Ein paar Monate Anlaufzeit brauchte Anto Grgic in Stuttgart. Um sich an den höheren Rhythmus zu gewöhnen, wurde er für einige Spiele in die zweite Mannschaft in der Regionalliga abkommandiert. Aber Grgic sah das nicht als Strafe, er bot sich mit auffallend fleissigen Trainingsleistungen weiter an. Die Arbeit und die Geduld haben sich ausbezahlt. Nach dem Aufstieg der Stuttgarter geht es nun nochmals ein Stück höher für den Schlieremer – den Rhythmus hat er jetzt, und auch das nötige Selbstvertrauen. Mit Grgic wird in Zukunft öfter zu rechnen sein, das sieht offenbar auch Vladimir Petkovic und hat den 20-jährigen Mittelfeldspieler mit dem ersten Aufgebot belohnt.

Djibril Sow (20, Mittelfeldspieler, Gladbach)

Bevor Djibril Sow bei Gladbach in der Bundesliga debütierte, erlebte er sein erstes kleines Drama. Der ehemalige FCZ-Mittelfeldspieler wurde in der 111. Minute der Verlängerung im Pokal-Halbfinal gegen Frankfurt eingewechselt und verschoss im Penaltyschiessen den entscheidenden Elfmeter. Inzwischen habe er das verdaut, sagte der 20-Jährige am Mittwoch in Neuenburg.

Sow kam in Begleitung von Nico Elvedi, seinem Mannschaftskollegen in Gladbach und ab dieser Woche auch bei der Nati, im Teamhotel an. «Das ist ein super Gefühl, hier sein zu dürfen», sagt Sow. Natürlich träume man als junger Fussballer davon, einst A-Nationalspieler zu sein. Drei Tage nach dem Pokal-Aus kam er auch zu seinen ersten Bundesliga-Minuten. «Djibis Durchbruch ist nur eine Frage der Zeit», macht ihm Elvedi Mut. Das Plus des Zürchers: seine Schnelligkeit, die er wohl von seinem senegalesischen Vater geerbt hat (die Mutter ist Schweizerin). Der Offensivspieler war seinem Jugendfreund aus FCZ-Zeiten 2015 nach Deutschland gefolgt. Nach dem Vorbild von Elvedi will sich auch Sow in Gladbach – und natürlich auch in der Nati durchbeissen.

Florent Hadergjonaj (22, Verteidiger, Ingolstadt)

Valon Behrami ist der erste Name, den Florent Hadergjonaj nennt, als er vor dem Teamhotel der Nati auf seine Vorbilder angesprochen wird. Im Besonderen Behramis Treffer in der WM-Barrage in Bern gegen die Türkei habe er noch in Erinnerung. «Valon Behrami jetzt bei der Nati zu treffen, ist ganz speziell. Es ist schön, das erste Mal hier dabei sein zu dürfen», so der 22-jährige Emmentaler.

Ist dieses erste Aufgebot für die A-Nati ein kleiner Trost für den Abstieg mit Ingolstadt aus der Bundesliga? «Man kann sagen, es ist ein kleines Happy End am Schluss. Ich finde, ich bin mit diesem Aufgebot für meine Leistungen in Deutschland belohnt worden», so Hadergjonaj, der sich die Zeit nach seinem Wechsel von YB in die Autostadt anders vorgestellt hatte.

Dabei war er als 16-jähriger Rechtsverteidiger von YB nicht einmal als gut genug befunden worden und musste den Umweg über Kriens zu den Bernern nehmen. In Deutschland lief es für ihn direkt gut: Die «Bild»-Zeitung beschrieb Hadergjonaj als einen «mutigen und aggressiven Krieger».

Wie es mit dem Verteidiger nach der Sommerpause weitergeht, weiss er noch nicht. «Mein Vertrag gilt auch für die 2. Bundesliga, aber ich habe gezeigt, dass ich auf diesem Niveau mithalten kann. Erst fokussiere ich mich auf die Nati und dann werden wir sehen, was passiert.»

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alois am 24.05.2017 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Geld

    Elvedi, Sow, Grgic.., der FCZ hat da wirklich was falsch gemacht. Viel zu früh verkauft!

    einklappen einklappen
  • Jürg am 25.05.2017 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Prijovic fehlt....

    Leider hat Petkovic auf ein Aufgebot für Prijovic verzichtet. Der spielt immer,schiesst spektakuläre Tore und hat explizit erklärt,nur für die Schweiz spielen zu wollen. Von den neu aufgebotenen hat ja bisher nur Hadergjonaj wirklich überzeugt.

  • Marko 32 sein Sohn am 24.05.2017 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vornamen

    Finde es lustig wenn ich mit meiner Nichte zum Spielsplatz gehe und die Kindernamen so schreien höre, gleiches bei den Fussballer hier. Ulisess, Dijbrill, Breel

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Helvetier1291 am 25.05.2017 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gefunden

    Also wo sind denn da die schweizer? Ich habe sie gesucht und gesucht aber nicht gefunden. Haben die kein foto bekommen von petkovitsch??

  • immer die gleiche positionen am 25.05.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Stürmer

    Wo bleiben die Stürmer? Ernsthaft, die Schweiz bringt genug Torhüter, Aussenverteidiger und defensive Mittelfeldspieler raus, aber was macht unsere Nachwuchsförderung eigentlich seit Jahren in der Offensive für ein Job? Embolo ist die grosse Hoffnung. Da fehlt mich sonst noch ein Oberlin ein und das wars. Seit Alex Frei fehlt der Schweiz einem Knipser und ich sehe kaum Fortschritte in dieser Richtung. Schaut man beim Nachbarn Frankreich, sabbert man vor Eifersucht.

    • Realist am 25.05.2017 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @immer die gleiche positionen

      Ja schon aber bei Frankreich spielt ja auch halb kamerun, ghana und elfenbeinküste mit. Da gibts halt mehr auswahl.

    einklappen einklappen
  • Jürg am 25.05.2017 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Prijovic fehlt....

    Leider hat Petkovic auf ein Aufgebot für Prijovic verzichtet. Der spielt immer,schiesst spektakuläre Tore und hat explizit erklärt,nur für die Schweiz spielen zu wollen. Von den neu aufgebotenen hat ja bisher nur Hadergjonaj wirklich überzeugt.

  • Marko 32 sein Sohn am 24.05.2017 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vornamen

    Finde es lustig wenn ich mit meiner Nichte zum Spielsplatz gehe und die Kindernamen so schreien höre, gleiches bei den Fussballer hier. Ulisess, Dijbrill, Breel

    • Kampfsau am 24.05.2017 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marko 32 sein Sohn

      Respekt für ihren Namen, ein Wunder, dass sie sich in grammatikalisch korrekten Sätzen ausdrücken können :)

    • Brain Less am 25.05.2017 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kampfsau

      Ich denke das ist eher ironisch gemeint :))

    einklappen einklappen
  • Marcko am 24.05.2017 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wer mal was

    Das wer doch mal German Topmodel 100 Jährige Frauen und 15 Jährige Teeny Girls wo sich Lieben und Küssen.