Fifa-Skandal

03. Juni 2016 15:12; Akt: 03.06.2016 19:49 Print

Blatter und Co. sollen sich bereichert haben

Die Fifa unterstellt Sepp Blatter und ehemaligen Top-Funktionären, sich persönlich Millionen-Boni zugeschanzt zu haben. Die Rede ist von 79 Millionen Schweizer Franken.

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Die Fifa-Spitze um den ehemaligen Präsidenten Sepp Blatter soll sich laut einer internen Untersuchung des Weltverbandes innert fünf Jahren fast 80 Millionen Franken Bonifikationen zugeschanzt haben.

Der Fussball-Weltverband teilte heute mit, dass sich der frühere Präsident Sepp Blatter, der ehemalige Generalsekretär Jérôme Valcke und der Ex-Finanzdirektor Markus Kattner laut einer internen Fifa-Untersuchung in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 79 Millionen Schweizer Franken bereichert haben.

Die Fifa hat die Unterlagen bereits an die Schweizer Bundesanwaltschaft und die US-Justizbehörde weitergeleitet und eine volle Kooperation angekündigt. Es sei klar, dass diese ersten Erkenntnisse weiterer Untersuchungen bedürfen. Laut der Fifa hätten die Zahlungen und die Vertragsabschlüsse gegen Schweizer Recht verstossen. Auch die Fifa-Ethikkommission wurde in Kenntnis gesetzt.

Bei den möglichen Bereicherungen geht es laut Fifa um Bonuszahlungen, Gehaltssteigerungen und andere Zuwendungen. «Die Untersuchung hat Beweise für die Verletzung treuhänderischer Pflichten offenbart», teilte die Fifa mit.

Erneute Hausdurchsuchung

Wenige Stunden zuvor wurde bekannt, dass erneut Beamte der Bundesanwaltschaft am Zürcher Hauptsitz Dokumente und elektronische Daten sicher stellten. Ein Strafverfahren gegen Präsident Infantino ist jedoch nicht hängig.

Am Donnerstagabend hat die Bundesanwaltschaft den Fifa-Hauptsitz durchsucht. Das bestätigte die Bundesanwaltschaft gegenüber «10vor10». Gegen den Fifa-Präsidenten Gianni Infantino sei aber kein Strafverfahren hängig, heisst es weiter.

Wie «SRF Online» auf Grund von Informationen des BA berichtet, solle die Untersuchung die bisherigen Erkenntnisse im Strafverfahren bestätigen beziehungsweise ergänzen. «Konkret wurden Dokumente und elektronische Daten sichergestellt, die nun auf ihre Relevanz zum laufenden Verfahren geprüft werden.»

Die Untersuchungen würden sich nach wie vor nur gegen die von der BA in früheren Stellungnahmen bekannt gegebenen Personen sowie gegen Unbekannt richten. Gegen Fifa-Präsident Gianni Infantino sei kein Strafverfahren hängig, teilte die Bundesanwaltschaft weiter mit.

Noch kein formelles Verfahren gegen Infantino

Ob Fifa-Präsident Gianni Infantino wegen angeblich gelöschter Tonaufnahmen ein internes Verfahren zu befürchten hat, ist noch offen. Roman Geiser, der Sprecher der Fifa-Ethikkommission, hielt lediglich fest: «Gegen Herrn Infantino ist kein formelles Verfahren eröffnet worden.»

Der Walliser Infantino, Ende Februar zum Nachfolger des suspendierten Sepp Blatter zum Fifa-Präsidenten gewählt, sieht sich seit dem Kongress des Weltverbandes am 13. Mai in Mexico-City mit mehreren Vorwürfen konfrontiert, sein Amt nicht ordnungsgemäss auszuüben.

Gängige Praxis

Neben dem Vorwurf, das öffentlich gemachte Jahresgehalt von zwei Millionen Franken als ungenügend betrachtet zu haben, hat Infantino derzeit Anschuldigungen wegen angeblich vertuschten respektive gelöschten Aufzeichnungen von Gesprächen im Zusammenhang mit der Freistellung des einstigen Chefaufsehers Domenico Scala zu gewärtigen. Der als Vorsitzender der Audit- und Compliance-Kommission installierte italienisch-schweizerische Doppelbürger war seiner Entmachtung mit dem Rücktritt Mitte Mai zuvorgekommen.

Die Fifa wies darauf hin, dass «nach gängiger Praxis alle offiziellen Versammlungen, aufgenommen und archiviert werden». «Das war auch bei der Versammlung in Mexiko der Fall.» Gemäss der Fifa bezog sich «der E-Mail-Verkehr auf eine Kopie der Original-Dateien der Sitzung, die fälschlicherweise auf einem lokalen Laufwerk gespeichert waren». Diese Datei bestehe und werde von der Fifa verwaltet.

(nag/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kudi am 03.06.2016 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts....

    Hat wirklich jemand geglaubt, dass sich bei der FIFA etwas ändert. Der neue Chef kommt ja aus der gleichen "Familie" wie sein Vorgänger oderLehrmeister! Eigentlich sind alle Berichterstattungen überflüssig, da ja nichts Neues dabei herauskommt

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  • Mensch am 03.06.2016 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Sorry an die echten Fans..!

    Bin bald soweit,dass alles was mit FIFA und Fussball zu tun hat nur noch nervt!Tango Korruppti,Gewalt und Zerstörung!

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  • steff am 03.06.2016 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neuanfang bitte

    tja, wem und was soll man betreffend fifa noch glauben. ich glaube es war aber am besten den laden inkl. uefa zu schliessen und komplett neu, auch mit neuen leuten, anzufangen. und der neue hauptsitz bitte nicht mehr in der schweiz

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ramses am 04.06.2016 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dodo

    Ach, was für eine Überraschung - es wäre verwunderlich wenn es nicht so wäre gewesen

  • Reto Signorell am 04.06.2016 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wurde das Versteuert?

    Uuhh, dann sind ja noch Nachsteuern fällig! Oder wurde das etwa korrekt versteuert! Auch noch Steuerhinterziehung?

  • Bäumli am 03.06.2016 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles beim Alten

    Der Laden ist und bleibt korrupt es gibt noch viel zu tun....aber es scheint keiner will wirklich

  • antonzum am 03.06.2016 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das kann nicht sein!

    Nein nein nein, Herr Blatter hat doch immer wieder versichert, dass er nichts Ungerechtes getan hat?! Also MUSS es auch diesmal so sein.

  • ika_Potar am 03.06.2016 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist eine..

    ..rieeeesen Überraschung....