Karjala Cup

10. November 2017 16:35; Akt: 10.11.2017 18:38 Print

Schweiz unterliegt auch Tschechien

Auch der zweite Auftritt der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft am Karjala Cup endet mit einer Niederlage. Am Samstag trifft die Schweiz auf Russland.

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Nächste Niederlage für die Schweiz: Der Tscheche Roman Horak wird vom Schweizer Goalie Gilles Senn gestoppt. (10. November 2017) (Bild: Keystone)

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Das Eishockey-Nationalteam sieht am Karjala Cup in Helsinki die «Gelbe Karte». Die Schweizer verlieren gegen Tschechien mit 2:3 auch ihr zweites Turnierspiel.

Nun ist klar: So wird es nichts mit einer Olympia-Medaille im Februar. Dabei sind Hoffnung und Zuversicht Anfang Woche noch so gross gewesen. Die Schweizer wollten am finnischen Sechsländerturnier gut spielen, erfolgreich spielen, Selbstvertrauen tanken. Sie wollten beweisen, dass sie regelmässiger mit den Grossen mittanzen sollten. Am Karjala Cup spielen die Schweizer erstmals seit 23 Jahren abgesehen von Titelkämpfen wieder an einem Turnier dieser Grössenordnung mit.

Nach den Niederlagen gegen Kanada (2:3) und Tschechien (1:3) – zwei Vorrundengegner an den Winterspielen in Pyeongchang – ist die Ernüchterung gross. Schon gegen Kanada wiesen zu viele Strafen den Schweizern den Weg in die Niederlage. Diese Undiszipliniertheiten wollte das Schweizer Team in Helsinki unbedingt abstellen. Was geschah? Die Schweizer kassierten (durch Chris Baltisberger) schon nach 26 Sekunden in der Offensivzone die erste Strafe. In den ersten zwei Dritteln spielten die Schweizer achtmal in Unterzahl; zwischen der 20. und der 37. Minute kassierten sie sechs Zweiminutenstrafen hintereinander.

Mangelnde Disziplin entschied Partie

Die wegweisenden ersten drei Goals erzielten die Tschechen durch Milan Gulas (3.), Lukas Radil (20.) und Dominik Kubalik (33.) im Powerplay.

Und die Schweizer? Viele Möglichkeiten boten sich dem Team von Patrick Fischer nicht. Die erste gute Torchance vergab Reto Schäppi in der 17. Minute beim Stand von 0:1. Der erste Treffer gelang Gaëtan Haas in der 23. Minute per Buebetrickli, nachdem die Tschechen hinter dem eigenen Goal fahrlässig den Puck verloren hatten. Der Anschlusstreffer zu Beginn des zweiten Abschnitts weckte nur kurz neue Hoffnung auf einen erfreulicheren Ausgang. Die Tschechen erhöhten umgehend das Tempo und verzeichneten in den restlichen 17 Minuten des Abschnitts 11:2 Torschüsse.

Im Schlussabschnitt brachte Andres Ambühl die Schweizer neun Minuten vor Schluss nochmals auf 2:3 heran. Der Schlussspurt reichte aber nicht mehr für eine Wende. Die letzte Chance zum Ausgleich vergab Ambühl elf Sekunden vor Schluss.

Zum Abschluss des Karjala Cup treffen die Schweizer am Samstagmittag (12.30 Uhr Schweizer Zeit) noch auf Russland.

Tschechien - Schweiz 3:2 (2:0, 1:1, 0:1)

Helsinki. - 1130 Zuschauer. - SR Kaukokari/Heikkinen (FIN), Österholm/Nikulinen (SWE/FIN). Tore: 3. Gulas (Krejcik, Kubalik) 1:0. 20. (19:46) Radil (Klepis, Nakladal/Ausschluss Herzog) 2:0. 24. Haas (Praplan, Hollenstein) 2:1. 33. Kubalik (Gulas/Ausschlüsse Untersander, Scherwey) 3:1. 51. Ambühl (Du Bois, Loeffel) 3:2. Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Tschechien, 8mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Tschechien: Mazanek; Smid, Nakladal; Krejcik, Kundratek; Vitasek, Mozik; Sulak, Nemecek; Sekac, Nestrasil, Radil; Kubalik, Kovar, Gulas; Birner, Lev, Repik; Zatovic, Horak, Klepis.

Schweiz: Senn; Untersander, Marti; Du Bois, Loeffel; Fora, Maurer; Genazzi; Praplan, Haas, Hollenstein; Ambühl, Corvi, Moser; Herzog, Suter, Hofmann; Baltisberger, Schäppi, Scherwey; Ruefenacht.

Bemerkungen: Schweiz ohne Hiller (Ersatztorhüter) und Kreis (überzählig). - Timeouts: Tschechien (59:27); Schweiz (59.). - Powerplay-Ausbeute: Tschechien 3/8; Schweiz 0/4. - Torschüsse: Tschechien 29 (9-13-7); Schweiz 24 (11-6-7).

(nag/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ting Ting am 10.11.2017 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Das wird sich noch zeigen...

    Der Schweiz fehlen hier auch ohne NHL-Spieler noch ein paar gute Spieler (CHL, verletzt, etc.). Trotzdem hat man jetzt gegen Tschechien nur 2:3 verloren... alle Tore Tschechiens durch Powerplay. Wenn man am Tag X dann das bestmögliche Team zusammen bringen könnte, und die sich über diese Turniere vorher abstimmen - dann weiss man nie, was passiert. Die Schweiz hat schon etliche male grössere Nationen geschlagen, auch wenn die NHL Spieler hatten, und die Schweiz z.B. wie an der letzten WM maximal grad Einen. Ohne NHL Spieler sind diese Nationen gut, aber keinesfalls ausserhalb der Reichweite.

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  • Kowaltschuk am 10.11.2017 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ernst gemeint?

    Ich nehme an, Fischer ist schon Realist genug, dass die Sache mit der Olympiamedaille nur Zweckoptimismus war. Falls dem nicht so ist, scheint er nämlich etwas an Realitätsverlust zu leiden. Die grossen Nationen haben auch ohne NHL Spieler genug Potential damit die Schweiz keine Medaillenrolle spielen wird.

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  • C. H. Ips Zweifel am 10.11.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bei den Kommentaren ist klar

    die meisten Leute schauen jeweils auf das Resultat... haben das Spiel nicht gesehen... und kommentieren dann einfach. Etwa so: "Ach... 2:3 verloren... gegen wen ist wurscht... wie ist wurscht... kann nur eine Gurkentruppe sein!"

Die neusten Leser-Kommentare

  • Murry am 11.11.2017 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Macht mal Halblang

    Leute, jetzt mal im ernst: Es waren Testspiele. Selbstverständlich werden bei Olympia noch NHL-Stars dabei sein, aber jetzt schon irgendwelche Rückschlüsse zu ziehen, wie die Spiele ausgehen werden, das finde ich absolut für daneben. Leider ist es so, dass die Schweizer wieder das Haar in der Suppe suchen. Canada würde eine Vorwärts-Kommunikationsstrategie benutzen und die positiven Aspekte betonen. Wir Schweizer suchen immer das Negative. So kommen wir nicht weiter.

    • Nö-Sager am 11.11.2017 08:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Murry

      Nein, eben nicht - Olympia ohne NHL. Aber es fehlen trotzdem noch ein paar Spieler - 4-5 wegen Verletzung... und ein paar wenige waren nach der Champions Hockey League auch nicht ganz fit für die Nati.

    • hockeytown am 11.11.2017 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Murry

      nhl spieler sind nicht dabei! dafür zerreissen sich die spierler der khl usw. für eine nominierung für ihre nationalmannschaft. unsere luschen zerreissen sich eben nicht! auch wenn es nur um ein grümpelturnier geht.

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  • Karin am 11.11.2017 06:11 Report Diesen Beitrag melden

    So wird das nichts

    Fischer hat ja gesagt, dass er das Turnier gewinnen will, ist eine Positive Einstellung. Nur, dann muss er aber auch die Spieler dementsprechend mitnehmen. Ein Herzog und Schäppi in Ihrer jetzigen Form gehören einfach nicht dazu. Rüfenacht als 13-ter Stürmer ist ja wohl ein Witz.

  • Baselboy12 am 10.11.2017 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boxplay schule tomlinson

    Fischer könnte doch mal bei rappi trainer tomlinson vorbeischauen und was von boxplay lernen. (Rappi hat bis jetzt 4-5 boxplaytore bekommen, aber am meisten strafen) ich denke da könnte man noch taktisch was lernen

  • marko 32 am 10.11.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Schade

    • RegnumBohemiae 1182 am 10.11.2017 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Oder wie man bei uns sagt, Skoda! ;) ...fahren relativ viel in der Schweiz, ist da ein Zusammenhang?

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  • C. H. Ips Zweifel am 10.11.2017 18:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bei den Kommentaren ist klar

    die meisten Leute schauen jeweils auf das Resultat... haben das Spiel nicht gesehen... und kommentieren dann einfach. Etwa so: "Ach... 2:3 verloren... gegen wen ist wurscht... wie ist wurscht... kann nur eine Gurkentruppe sein!"