Zürcher und die Metzgete

14. November 2017 05:49; Akt: 14.11.2017 05:49 Print

Würden Sie da reinbeissen?

Speck, Innereien und Schnörrli: Zürcher Restaurants freuen sich, dass die Metzgete bei jungen Städtern zunehmend beliebt wird. Das ärgert Vegetarier.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In der Stadtzürcher Wirtschaft Ziegelhütte kommen derzeit vor allem Zunge, Nierli, Blut- und Leberwurst auf den Tisch – noch bis Mitte Woche ist Metzgete-Zeit. Das Restaurant verkauft nicht nur traditionelle Schlachtplatten, sondern auch modern interpretierte Metzgete-Spezialitäten. Beide Varianten der Alpsau-Gerichte seien äusserst beliebt, sagt Kreativchefin Sibylle Angst: «Ich habe den Eindruck, dass eine Metzgete vermehrt auch ein jüngeres Publikum anspricht.»

Umfrage
Essen Sie gerne Metzgete?

Das bestätigt auch Marlene Halter, Inhaberin der Metzg. Das Lokal an der Langstrasse im Kreis 4 ist eine Spezialitätenmetzgerei und ein Gastrobetrieb zugleich. «Kunden fragten mich immer wieder, ob ich nicht eine Metzgete machen könne.»

Anfang November tischte sie an einem Abend ihren Gästen tatsächlich alles vom Schwein auf. Die traditionelle Schlachtplatte war ihr aber zu langweilig. So servierte sie in ihrem fünfgängigen Menü etwa Schweinebauch auf japanische Art, Leber mit Fenchelchutney oder Schokoladenglace mit Schweineblut. «Der Anlass war schnell ausverkauft», so Halter. Im Dezember gäbe es noch einmal eine Metzgete.

«Metzgete ist fast schon exotisch»

Ausgebucht war auch das Restaurant Hardhof beim Albisriederplatz, als es letzte Woche während vier Tagen Metzgete à discrétion anbot. «Unsere Spezialitäten vom Schwein werden von Jahr zu Jahr beliebter», sagt Wirt Florian Bobst: «Gerade in Zürich, wo man Gerichte aus aller Welt kriegt, ist die Metzgete etwas Besonderes und fast schon exotisch.»

Für Peter Schneider, GL-Mitglied von Proviande, kommen bei der Metzgete gute und vielfältige Produkte auf den Tisch: «Das haben jetzt auch die Städter entdeckt, die wieder die Nähe zum Land suchen.» Die Metzgete sei auch beliebt, weil praktisch alles vom Schwein verwertet werde: «Das ist für Leute sehr interessant, denen das Thema Nachhaltigkeit und der Respekt vor dem Tier am Herzen liegt.»

Eine überholte Tradition

Das Nachhaltigkeits-Argument bei der Metzgete ist für den Swissveg-Geschäftsleiter Renato Pichler Augenwischerei: «Nur weil etwas mehr vom Tier verwertet wird, hat das keinen grossen Effekt auf die Umwelt.» Schliesslich würden Schweizer Schweine mit Sojabohnen aus Brasilien gemästet: «Wenn man diese zu Tofu verarbeiten würde, könnte man viel mehr Menschen davon ernähren.»

Für die Vegetarier- und Veganerorganisation ist die Metzgete eine überholte Tradition: «Früher wurde in der Dorfmetzgerei einmal im Jahr eine Sau geschlachtet und gemeinsam verspeist.» Heute werden diese aber das ganze Jahr industriell in Grossmetzgereien getötet, verarbeitet und dann in die Städte geliefert.


(som)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 14.11.2017 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was geht das die Vegetarier an?

    wäre schön wenn sich die Vegetarier um sich selbst kümmern und nicht andere bevormunden.

  • jane77 am 14.11.2017 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum

    warum regen sich Vegetarier immer auf wenn Fleisch gegessen wird. mir ist es doch auch egal wenn die Salat mit Tofu essen. oder machen die es weil sie Angst haben das wenn man nichts mehr von ihnen hört man sie vergisst?

  • Schweinefresser am 14.11.2017 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Metzgete

    Eine ordentliche Metzgete ist einfach etwas vom Feinsten. Sie sättigt, fördert den Frieden und den Zusammenhalt des Landes. Für die religiöse Verständigung: auch für Anhänger des Islam hervorragend geeignet. Die Argumente sind unschlagbar. Es Lebe die Leberwurst!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Moral am 14.11.2017 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Vegis solls freuen!

    Hier wird wenigstens alles verwertet und nicht die hälfte weggeworfen...

  • Christoph am 14.11.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    liebe Vegetarier

    Menschen sind von Natur aus Allesesser! Wenn ihr kein Fleisch essen wollt, ist das eure Sache. Oder bringt mal einem Löwen bei nicht mehr zu jagen sondern Grad zu fressen!

  • Neon am 14.11.2017 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Der Anblick schaudert

    Grausliger Anblick obwohl ich Fleisch essen. aber so etwas nein lieber nicht. Schon der Anblick schaudert.

  • Sein am 14.11.2017 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    es geht auch anders

    immerhin wird viel von dem tier verwertet. ich bestelle mein fleisch immer bei einem bauern der nur schlachtet, wenn er das ganze tier verkaufen konnte. im detailhandel kaufe ich kein fleisch! da wir so viel weggeworfen, das geht gar nicht! habe in der migros gearbeitet als student und gesehen was da nach ladenschluss alles eleminiert wurde. ist auch bei coop etc. so.

  • werner am 14.11.2017 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    ....mmmh fein

    Lieber in ein gekochtes Gnagi beissen anstatt am Lauchstängel rumzukauen-halt wie die Vegetarier und in Ihre fahlen und abgemagerten Gesichter zu schauen.