Versuch beendet

09. Oktober 2018 16:51; Akt: 09.10.2018 16:51 Print

Tempo-30-Schilder für die Nacht werden abmontiert

Die Stadt Zürich testete eine Temporeduktion in der Nacht, um Lärm an viel befahrenen Strassen zu reduzieren. Ein Fazit darf Ende Jahr erwartet werden.

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Um gegen nächtlichen Strassenlärm vorzugehen, hatte die Stadt Zürich einen Versuch gestartet und auf mehreren Strassen das Tempo zwischen 22 und 6 Uhr auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert. Die dreimonatige Testphase vom 8. Juli bis 8. Oktober ist nun beendet. Spätestens bis Dienstagabend werden die entsprechenden Tafeln wieder abmontiert.

Was hat der Versuch gebracht? «Die Messresultate müssen nun ausgewertet und anschliessend interpretiert werden», sagt Martin Guggi, Sprecher der Dienstabteilung Verkehr. Vor Ende Jahr sei nicht mit einem Fazit zu rechnen. «Erst nach Vorliegen der Versuchsauswertung wird geprüft werden können, wo und wann Tempo 30 nachts allenfalls eingeführt wird.» Dafür braucht es eine entsprechende Ausschreibung mit der Möglichkeit für die Bevölkerung, ein Rechtsmittel zu ergreifen.

Messungen gemacht

Die Auswertung des Versuchs basiert auf Messungen, wie aus der Mitteilung der Stadt vom Juli hervorgeht. Vor und während dem Versuch erfolgten verschiedene Messungen zu Fahrzeugmengen, Geschwindigkeiten und Lärmpegel. Damit liessen sich die Auswirkungen und der Nutzen von «Tempo 30 nachts» auswerten.

Bereits heute gilt auf mehreren kommunalen und überkommunalen Strassenabschnitten in der Stadt auch tagsüber eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. Dagegen wehrten sich die Autoverbände vor Bundesgericht. Dieses stützte im April 2018 die Praxis der Stadt.

Nur ein Fünftel profitiert

Mit der Reduktion der Geschwindigkeit lässt sich der Lärm laut Studien um bis zu 3 Dezibel verringern. Doch in der Stadt Zürich profitieren nur etwa ein Fünftel der Lärmgeplagten von Temporeduktionen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Markus Knauss, Gemeinderat für die Grünen und Co-Geschäftsführer des VCS Zürich, ärgert sich: Der Stadtrat habe zwar für 90 verschiedene Strassenabschnitte Tempo 30 erlassen, doch würden dort kaum Menschen wohnen.

An den dicht besiedelten Strassen war die Temporeduktion oft nicht möglich, verteidigt sich der Stadtrat. Zwei Gründe führen die beiden Stadträte Karin Rykart (Grüne) und Richard Wolff (AL) an: Es handle sich zum Teil um kantonale Strassen oder der öffentliche Verkehr fahre darauf und würde zu stark ausgebremst werden. FDP-Gemeinderat Severin Pflüger wünscht sich deshalb andere Massnahmen wie etwa Flüsterbeläge.


Die Anwohner sind sich nicht einig, ob die Temporeduktion nötig ist

(tam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 09.10.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Zone suchen

    Schade. Es war so gemütlich des Nachts im 1 Gang gemütlich da durch zu tuckern. Gerade in den schönen Sommermonaten mit offenem Dach und guter Musik. Ich glaube das hat auch den Anwohnern gefallen. Gute Rock Musik gefällt jedem.

  • B.H am 09.10.2018 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tram

    In Schwamendingen hat es diese Tafeln auch. Nur fährt da auch das Tram, das ist um einiges lauter. Desweiteren gibt es Verkehrsteilnehmer die auch Tagsüber mit 30km/h unterwegs wahren. Ist meiner Meinung nach sinnlos.

  • Rocks am 09.10.2018 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    So ein Blödsinn seh ich in DE auch oft, ok fahren wir im 1.Gang 30 dann ists auch nicht leise so ein totaler Schwachsinn...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • mannomann am 10.10.2018 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Nachtruhe bitte leise fahren

    Eine einfache Tafel mit der Bitte um eine leise Fahrweise wäre wirkungsvoller als Tempo 30. Und dann jene in der Nacht herausfischen, welche absichtlich im 1. Gang bei heulendem Motor und wummernder Stereoanlage ihre Fahrzeuge dezibelwirksam in die Nacht dröhnen. Wer aber normal in einem normalen Fahrzeug mit 50 km/h im dritten Gang daherrauscht ist wesentlich leiser.

  • Doris K am 10.10.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Test?

    Aus der Testphase wird so oder so eine dauerhafte Einrichtung werden. Wieso man so tut, als würde man das nur testen, ist deshalb nicht verständlich. In der Schweiz wird die Geschwindigkeit im Verkehr solange reduziert werden, bis gar nichts mehr geht. Dies ist nur ein weiterer Schritt. Irgendwann wird auch Tempo 30 dem Durchschnittsbürger viel zu extrem sein und dann geht es weiter runter. Es hat auch gar keinen Sinn mehr politisch noch irgend etwas dagegen zu unternehmen. Dumm nur, dass ich bei Tempo 30 in den ersten Gang zurückschalten muss.

  • Jürg Felix am 10.10.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Versuch zu Ende - 30 km/h den ganzen Tag

    Der Versuch ist zu Ende. Neu darf Am Wasser auch während des Tages nur 30 km/h gefahren warden. So geht das in der Stadt Zürich

  • Ruedi am 10.10.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    es geht nur darum:

    die Stadt Zürich müsste bei einigen Häusern die Lärmschutz-Sanierung mitfinanzieren, darum hat man diese 30iger Zone ab 22:00 gemacht bzw. mal ausprobiert, damit sich die Stadt Zürich in Zukunft der Verantwortung entziehen kann, diese Lärmschutzvorkehrungen mitzufinanzieren....so einfach...es ging nie effektiv darum, den Anwohnern ein schöneres Leben zu bieten, sondern wie immer im Leben, um Kohle.

  • Mischu am 09.10.2018 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer auch?

    Ich kenne das Fazit schon...