Nationalität von Tätern

13. November 2017 09:55; Akt: 13.11.2017 13:35 Print

Berner Polizeidirektor kritisiert Stadtrat Wolff

Dass die Stadtzürcher Polizei auf die Nennung der Nationalität verzichtet, gefällt dem Präsidenten der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren nicht. Er kritisiert Stadtrat Wolff hart.

Stadtrat Wolff erklärt an einer Medienkonferenz, warum die Polizei die Nationalität von Tätern nicht mehr automatisch nennt.
Zum Thema
Fehler gesehen?

AL-Stadtrat Richard Wolff hat vergangene Woche bekanntgegeben, dass die Stadtpolizei die Nationalität von Beschuldigten nicht mehr automatisch bekannt gibt. Hans-Jürg Käser, Präsident der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, hält diese Entscheidung für falsch.

Umfrage
Nationalität nennen oder nicht - was meinen Sie?

In einem Interview mit der NZZ kritisiert der Berner Polizeidirektor, dass es nicht aufgehe, dass ausgerechnet hier das Öffentlichkeitsprinzip nicht gelte. Schliesslich rufe man überall nach Transparenz. Zudem widerspreche der Entscheid den Empfehlungen der Konferenz der kantonalen Polizeikommandanten.

Information nicht unter den Tisch kehren

Der FDP-Regierungsrat findet, dass es Ressentiments schüre, wenn die Leute das Gefühl hätten, es werde ihnen etwas verschwiegen. Es werde mit der Nennung der Nationalität doch nicht gesagt, dass alle Ausländer kriminell seien. Käser betont jedoch, dass der Ausländeranteil in den Gefängnissen überdurchschnittlich hoch sei. Damit müsse man sich auseinandersetzen.

Die Information der Nationalität darf man dabei laut Käser nicht unter den Tisch kehren, nur weil es nicht ins Weltbild passe. Dies verunmögliche es, Schlussfolgerungen zu ziehen. Zudem gehe es bei der Nennung der Nationalität nicht nur um Ausländer. Im Bereich der Kinderpornografie seien die Täter beispielsweise sehr häufig Schweizer. Auch dies dürfe man nicht verschweigen.

Um gegen die Ausländerkriminalität vorzugehen, sagt Käser zur Zeitung, dass es Konsequenzen habe müsse, wenn man sich hier nicht an die Regeln hält. Das Strafrecht genüge dafür allein nicht. Er würde es beispielsweise begrüssen, wenn das Recht auf Sozialhilfe stärker an das Verhalten der Bezüger geknüpft wäre. Wenn andere Mittel im Einzelfall nicht zum Ziel führten, sei es für ihn ein gangbarer Weg, Personen nötigenfalls von der Sozialhilfe auszuschliessen und auf Nothilfe zu setzen.

(som)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cimeli am 13.11.2017 10:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit...

    Als Schweizer in meiner Heimat, fühle ich mich langsam, aber sicher diskriminiert. Herr Wolff und auch die Politiker tragen wesentlich dazu bei.

    einklappen einklappen
  • Konrad am 13.11.2017 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme benennen

    Das die SP Mühe hat mit der Realität ist nichts neues. Tatsachen ausblenden oder verschweigen ist auch nichts neues. So muss sich die SP nicht den Problem stellen, die es in ihren Augen auch gar nicht geben darf. Die Realität ist halt manchmal bitter.

    einklappen einklappen
  • Tommy am 13.11.2017 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Kontraproduktiv

    Gerade die Leute, die Wolff damit ja (positv) beeinflussen will, werden von nun an erst recht in 100% der Fälle von einem ausländischen Täter ausgehen. Plus gleich noch die Sorte Nationalitäten andichten, die ihnen gerade ins Weltbild passen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Eidge Noss am 13.11.2017 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fast alle Schweizer

    Bringt wohl herzlich wenig, die Nationalität zu publizieren, wenn eh die meisten Täter auf dem Papier Schweizer sind!

    • marko 32 am 13.11.2017 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Eidge Noss

      Schrecklich

    • Justmyopinion2 am 13.11.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Doof

    einklappen einklappen
  • Quellwasser am 13.11.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Was anderes erwartet?

    Linke und Grüne fordern Transparenz, wenn es um Parteispenden, Steuerdelikte oder am liebsten auch gleich noch die Kontostände geht. Aber wehe, wenn Transparenz in ihrem Einflussbereich gefordert ist! Dann sieht es plötzlich ganz anders aus. Da kommen plötzlich Menschenrechte usw ins Spiel.

  • Fritz am 13.11.2017 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Stadtrat Wolff ist nicht TRAGBAR, es ist eine absolute Kathastrope und soll verschwinden.

    • Uschle am 13.11.2017 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz

      Genau so ist es.Danke Fritz schönen Tag wünsche ich

    • Hildi am 13.11.2017 13:11 Report Diesen Beitrag melden

      Selbstverwirklicher auf unsere Kosten

      ....das brauchen wir definitiv NICHT, sondern Politiker, die UNSERE Anliegen wahr nehmen, einen Konsens mit uns anstreben und die dann umsetzen!

    einklappen einklappen
  • Stadt Zürcher am 13.11.2017 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Wolff

    hat doch überhaubt nichts zu sagen ohne uns. Er ist unser Angestellter und soll einfach die Arbeit machen und Entscheidungen bei uns zurückfragen,

  • Carrie am 13.11.2017 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ich frage mich stets...

    ...wie sich die Stadtzürcher Wählerschaft eigentlich zusammensetzt. Eine Mehrheit vernünftig denkender Menschen kann doch kaum eine solche Stadtregierung aufstellen. Die Berner scheinen mir da schon viel Weitsichtiger zu sein.

    • Hildi am 13.11.2017 13:13 Report Diesen Beitrag melden

      Kann ich als Zürcherin unterschreiben

      Frage mich das auch und fühle mich auch gar nicht mehr wohl hier. Warte nur auf DIE Gelegenheit, zu verschwinden.

    einklappen einklappen