Zürich

29. September 2017 05:50; Akt: 29.09.2017 05:50 Print

Vandalen beschädigten Hunderte von O-Bikes

Zerschnittene Bremskabel, kaputte Räder und versprayte Codes: Im internationalen Vergleich haben es im Kanton Zürich besonders viele Vandalen auf O-Bikes abgesehen.

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Vor nicht einmal zwei Wochen versprayten Vandalen im Kreis 3 die Codes von O-Bikes, mit denen man die Leihvelos entsperren kann. Damals redete der Sprecher des Singapurer Start-ups Julian Strassfeld noch von einem Einzelfall: «Leider hat sich jetzt aber gezeigt, dass dies nur die Spitze des Eisberges ist.» So hätten Unbekannte seit dem Schweizer Markteintritt in diesem Juli etwa 200 Velos beschädigt: «Im internationalen Vergleich ist es nirgends so extrem wie in Zürich und Winterthur.»

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Kunden und die O-Bike-Mitarbeiter hätten neben Velos mit versprayten Codes solche mit durchgeschnittenen Speichen und Bremskabeln entdeckt. «Oder Vandalen haben bei unseren Reifen mit Vollgummi-Profil ein Stück rausgeschnitten oder Schaumstoff in die Speichen gesprüht.» Auch seien Fahrräder in der Sihl oder im See versenkt worden.

Grosses Unverständnis

Wie man so etwas tun kann, ist Strassfeld rätselhaft: «Uns ist bewusst, dass unser Produkt in den letzten Monaten stark polarisierte.» Aber deswegen müsse man doch die Velos nicht gleich beschädigen und auch noch die Kunden mit etwa durchgeschnittenen Bremskabeln in Gefahr bringen: «Wir bieten lediglich einen Service für die Zürcher Bevölkerung. Man kann ihn ja nicht nutzen, wenn man ihn nicht mag.»

O-Bike-Mitarbeiter würden die kaputten Velos jeweils einsammeln und in die Reparatur-Werkstatt bringen: «Teilweise sind sie derart beschädigt, dass sich es nicht mehr lohnt, sie zu flicken.» Dies bedeute einen enormen Mehraufwand, den man noch nicht genau beziffern könne.

Täter hat sich gemeldet

Derzeit sei man daran, alle Schadensfälle zu sammeln, um bei der Polizei Anzeige zu erstatten. «Wir hoffen, dass einige Täter gefasst werden.» So habe man etwa bei den versprayten Codes bereits Hinweise, dass es sich um zwei Tätergruppen handle.

Und ein Vandale hat sich bei O-Bike bereits gemeldet, nachdem er bei etwa 10 Velos die Bremskabel durchgeschnitten hatte: «Er hat sich bei uns entschuldigt und gefragt, wie er den Schaden wieder gutmachen kann.»

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nogo am 29.09.2017 06:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Vandalen

    Egal wie strittig dass Thema ist, Vandalismus ist nicht akzeptabel.

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  • Ceeee am 29.09.2017 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh du Arme Schweiz

    Was ist nur aus dieser Schweiz geworden. Der Wohlstand ist allen in den Kopf gestiegen. Langeweile macht sich breit und man hat nix besseres zu tun, als zu leid Werken. So was Passier in Asien nicht... Kein Anstand gibt es hier mehr.

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  • Django am 29.09.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2000

    Die Bilder zeigen nur wie gestört unsere gesellschaft ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 29.09.2017 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    The future is now

    Ich verstehs nüt. Rational gesehen sind ja wohl 2000 obikes ein weitaus geringeres Platzproblem usw als >100k Autos am Tag... ganz zu schweigen von der Umweltbelastungen etc.

  • Wut Bürger am 29.09.2017 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    O Bike provozieren Reaktionen

    Viele O Bike sind illegal abgestellt. Zu Werbezwecken am See oder vor anderen interessanten Objekten. Bewegt werden sie nie. Macht man "Züri wie neu" darauf aufmerksam passiert gar nichts. Natürlich würde ich kein Velo demolieren verstehe aber Zürcher welche sich das nicht bieten lassen und Handgreiflich reagieren.

  • Dante Veritas am 29.09.2017 11:42 Report Diesen Beitrag melden

    O-bike soll gehen

    ..ob Vandalismus der richtige Weg ist, ist fragwürdig. Wobei die Antifa würde den Tod der Kapitalistenfahrräder eventuell gutheissen. Da aber der Staat zu nichts zu gebrauchen ist und Fehlentwicklungen in Massen zulässt, sind gewisse Reaktionen aus meiner Sicht verständlich.

  • Felix Heinzer am 29.09.2017 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Ich habe dies bei der Lancierung dieses Projektes leider kommen sehen. Einfach schade. Wie heisst es doch "Langeweile entsteht dort wo keine Not ist"

  • Steff am 29.09.2017 10:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem der Führung in Zürich

    Vandalismus geht nicht. Nun das aber. Wenn die Stadt mit den Velos besetzt wird und alle Veloständer voll O bikes sind verstehe ich den Frust. Nur ist die Stadtregierung so beschäftigt mit Parkbußen und Wächterampeln sowie Verkehrdblockaden das sie die Bedürfnisse der Stadtbürger vergessen. Meide Züri immer mehr.