Beurteilung der Schule

01. Dezember 2017 15:21; Akt: 01.12.2017 16:05 Print

«Fragebogen an die Eltern ist rausgeworfenes Geld»

Eltern können auf Fragebögen die Schulen ihrer Kinder beurteilen. Dass der Kanton Zürich diese teils schon zu Beginn des Schuljahres verteilt, stösst auf Unverständnis.

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Erst diesen Sommer wurde die Tochter von T. M.* in Zürich-Seebach eingeschult. Schon kurz nach den Herbstferien erhielten sie und andere Eltern im Quartier einen mehrseitigen Fragebogen der Bildungsdirektion des Kantons Zürich. Darauf sollen die Eltern die Schulen oder Kindergärten ihres Nachwuchses beurteilen. Gefragt wird unter anderem, wie zufrieden die Eltern mit dem Schulklima, dem Unterricht und der Führung der Schule sind.

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Was halten Sie davon, dass Eltern den Fragebogen so früh erhalten haben?

Eigentlich eine gute Sache, findet M.: «Allerdings ist der Zeitpunkt der Umfrage gut zehn Wochen nach Beginn des neuen Schuljahres viel zu früh.» Nach so kurzer Zeit könne sie einen grossen Teil der Fragen noch gar nicht beantworten. So musste M. oft «Ich weiss nicht» ankreuzen. Etwa, ob die Klassenlehrperson das Kind fair beurteile oder ob sie verstehe, wie die Zeugnisnoten zustande kommen. «Das bringt doch nichts.» Man sollte laut M. frühestens nach einem Semester oder noch besser am Ende des Schuljahres befragt werden.

Viele Fragen bleiben unbeantwortet

Auch B. T.*, eine Mutter eines Seebacher Kindergärtlers, hat etwa bei zwei Drittel der Fragen mit «Ich weiss nicht» geantwortet: «Ich kam mir etwas doof vor beim Ausfüllen, aber eine differenzierte Beurteilung war unmöglich.» Grosse Erkenntnisse könne der Kanton daraus wohl kaum ziehen. «Im Endeffekt ist das rausgeworfenes Geld.»

Dass der Erkenntnisgewinn der externen Schulevaluation auch bei einer Befragung kurz nach den Herbstferien sehr wohl gross ist, findet hingegen Andreas Brunner, Leiter der Fachstelle für Schulbeurteilung der Zürcher Bildungsdirektion: «Im Verhältnis dazu ist der Aufwand gering.» Jedes Jahr werden laut Brunner rund 90 Schulen im Kanton beurteilt: «Bei dieser grossen Anzahl kann man den Fragebogen nicht an alle Eltern gleichzeitig verteilen.» Sonst würde man mit der Auswertung nicht nachkommen.

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Fachstelle jede öffentliche Volksschule im Kanton alle fünf Jahre evaluiert, so Brunner: «Dabei werden der Schule ihre Stärken und ihr Entwicklungspotenzial zurückgemeldet.» Der Fragebogen an die Eltern sei eines von vielen Instrumenten. Die Schule und nicht einzelne Lehrpersonen werden dabei laut Brunner beurteilt: «Wird bei einer Schule in einem Qualitätsbereich eine ungenügende Praxis festgestellt, wird dies der Schulleitung und Schulpflege mitgeteilt.» Diese seien dann dafür verantwortlich, die notwendigen Massnahmen zu treffen.

*Namen der Redaktion bekannt

(som)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eliane Trüb am 01.12.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer für die Tunichtgute

    Ein absoluter Quatsch diese Schulbeurteilung! Kostet den Steuerzahler viel Geld und ist nur eine Alibiübung! Dieses Geld wäre besser investiert in der Begabtenförderung. Dort wird nämlich nichts getan, aber schwierige Schüler werden 1:1 betreut!! Katastrophal! Eltern merkt Ihr, was in unserer Volksschule abgeht?!?

  • Elvira Plusminus am 01.12.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ehemalige fragen

    Nicht mal die Fragebogen an die Lehrerinnen und Lehrer bringen was. Als engagierte Lehrerin kümmere ich mich in dieser Zeit lieber um meine Schülerinnen und Schüler und klicke beim Fragebogen deshalb nur mal rechts, mal links an. Völlig sinnlos wie die gesamte Schulbeurteilung! Hört lieber auf verschiedene Elternstimmen aus der letzten Klasse, dann wisst Ihrs!!

  • Bahnfan am 01.12.2017 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Negativ

    Man möchte keine Negative Rückmeldungen. Deshalb fragt man jetzt und nicht Ende Schuljahr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lokführer SBB am 01.12.2017 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsitte..

    ...Alle wollen sich nur noch Streicheleinheiten abholen. Dieser Trend macht auch die SBB. Jedes Jahr bekommen wir von der SBB-Informatik ein Mail wo nach den Streicheleinheiten gebeten wird. Dabei läuft die SBB-Informatik alles andere als rund - viel zu kompliziert und ohne Bezug zum Anwender

  • Dinu am 01.12.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlos

    Fragebogen landen bei mir automatisch immer im runden Ordner.

  • Bahnfan am 01.12.2017 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Negativ

    Man möchte keine Negative Rückmeldungen. Deshalb fragt man jetzt und nicht Ende Schuljahr.

  • Werner Wenger am 01.12.2017 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korrekte Anwendung?

    Da kann man sich fragen, ob die Gesetzgebung das richtige Ziel verfolgt. Oder doch eher, ob die Ausführenden an einer qualifizierten Aussage der befragten interessiert sind?

  • Eliane Trüb am 01.12.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer für die Tunichtgute

    Ein absoluter Quatsch diese Schulbeurteilung! Kostet den Steuerzahler viel Geld und ist nur eine Alibiübung! Dieses Geld wäre besser investiert in der Begabtenförderung. Dort wird nämlich nichts getan, aber schwierige Schüler werden 1:1 betreut!! Katastrophal! Eltern merkt Ihr, was in unserer Volksschule abgeht?!?