Zürcher Goldküste

09. November 2017 05:43; Akt: 09.11.2017 08:13 Print

Lärmklage wegen Fussball kommt vor Bundesgericht

Zu laut, zu hell: Zwei Anwohner des Herrliberger Fussballplatzes rufen jetzt sogar das höchste Gericht an. Der FC Herrliberg plant deshalb einen grossen Protestmarsch.

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Weil ihnen der Lärmpegel auf der Sportanlage Langacker in Herrliberg ZH zu laut und die Scheinwerfer zu hell sind, hatten zwei Anwohner eine Klage beim Zürcher Baurekursgericht eingereicht. Dieses liess die beiden jedoch abblitzen, worauf sie den Fall an das Verwaltungsgericht weiterzogen – wieder erfolglos.

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Trotz zwei Niederlagen ziehen die Anwohner den Fall nun sogar vor Bundesgericht. Dies bestätigt Benjamin Benz, Geschäftsführer des FC Herrliberg, .

Friedlicher Protestmarsch

Bislang hatte sich der Club nicht in das Verfahren eingemischt. Beklagte ist nämlich die Gemeinde Herrliberg als Eigentümerin des Platzes. Benz bestätigt aber, dass sich die Gemeinde im ganzen Verfahren für die Interessen des Vereins einsetzt.

Nun aber schaltet sich auch der FC Herrliberg ein: Mitte Dezember wird der Verein einen Protestmarsch organisieren. «Ein friedlicher, versteht sich», sagt Benz. «Mit einem Brief fordern wir die Kinder und Jugendlichen des Vereins sowie jene der Schule dazu auf, mitzumarschieren.»

Gerichtsentscheid wird zu Präzedenzfall

Die Route führe bewusst der Bergstrasse entlang, wo man das Gespräch mit den Klägern suchen wolle. Denn: Obwohl die Gemeinde und der Fussballclub mehrere Male versucht haben, mit den verärgerten Anwohnern an einen Tisch zu sitzen, ist laut Benz höchstens deren Anwalt aufgetaucht.

Weshalb wird der Marsch erst jetzt organisiert? Benz: «Wir haben erst vor einer Woche erfahren, dass der Fall vor das Bundesgericht kommt. Und weil der Entscheid schweizweit Signalwirkung haben dürfte, ist es umso wichtiger, dass wir unser Anliegen klar kommunizieren können.»

«Kläger sind sehr selten zu Hause»

Was beim FC auf zusätzliches Unverständnis stösst, ist die Tatsache, dass die Kläger den Fall weiterziehen, obwohl der Verein schon einige Massnahmen zur Lärmreduktion eingeführt hat. So finden am Sonntagmittag keine Spiele mehr statt und zusätzlich wurden alle Partien der ersten bis dritten Mannschaft aufs Wochenende verlegt, sodass unter der Woche abends keine Trillerpfeifen mehr zu hören sind.

Was die Folgen wären, wenn das Bundesgericht den Klägern recht gibt, weiss Benz noch nicht. Nur so viel: «Wir müssten den Trainings- und Spielbetrieb noch weiter einschränken. Da unsere beiden Fussballplätze durch die 650 Mitglieder jetzt schon stark ausgelastet sind, könnten wohl etliche Spieler ihr Hobby nicht mehr ausüben – nur wegen zwei Anwohnern, die sehr selten auch wirklich zu Hause sind.»

Für eine Stellungnahme waren die beiden Kläger nicht erreichbar.

(tür)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • anerom am 09.11.2017 05:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gemecker

    das Gemecker der Leute nervt einfach nur. der Fußballclub kam ihnen ja schon entgegen und vor allem weiss man doch, dass wenn man in der Nähe des Fussballplatz wohnt es nicht so ruhig ist. genau wie die Leute die in der Nähe des Flughafens ziehen und sich über den Fluglärm beschweren.

  • Fassungslos am 09.11.2017 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeugnis

    Das ist ein Armutszeugnis, passt aber an die Goldküste. Die klagen wo es nur geht.

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  • Clife am 09.11.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klage zurück

    Wegen unsportlichem Verhalten ;D Also im ernst, aber manche Personen haben echt keine Hobbies. Dann könnten wir im Grunde ja auch die SBB anklagen, weil wir zu nahe an den Gleisen wohnen. Ach nee, geht ja nicht, weil wir uns damals mit dem Lärm einverstanden erklärten, als wir die Wohnung erhielten. Die beiden Anwohner haben ihr Einverständnis wohl gegessen...Lieber FC, ihr habt meine vollste Unterstützung! Ihr macht mehr als genug gutes und dürft von mir aus ruhig selber entscheiden, wann denn ein Spiel stattfinden soll :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DNA am 09.11.2017 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peinlich was sich die Reichen erlauben

    Hat man zu viel Geld, Kauf man die Welt. Da wohnen echt viele komische Leute. Aber gut, wen die halt schon um 18.00 ins Bett gehen müssen.

    • Oliver am 10.11.2017 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DNA

      Neidisch? In der Schweiz kann jeder zur Schule und danach Geld verdienen. Klagen darf man auch . Die Richter werden entscheiden. Das ist so in einer Demokratie.

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  • Mario diethelm am 09.11.2017 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Freude hwrrscht!

    Madi10 Velostönderprobleme der Neureichen. Dasselbe seinerzeit im Seefeld. Lösung; Trainings-/Spielplam optimieren. Gruss an den Verband. Verhaltenscodex im Verein und Sponsorbeiträge der reicjen Anwohner... Alles im Dienst der schönsten Nebensache der Welt.

  • marko 32 am 09.11.2017 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich

  • Mike M. am 09.11.2017 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Nerven ?

    Scheinwerfer zu hell, Fussballgelände zu laut, der Fluglärm rund um den Flughafen zu störend, die Glocken der Kirchen auf dem Land zu laut und störend, Kuhglocken zu laut und störend, auf dem ZH-See sind die Signalhorne zu laut. Was ist eigentlich los mit den Leuten ? Keine Nerven für nichts auf diesem Planet ? Geht in den Zivilschutzraum und macht doch einfach die Türe zu und bleibt für immer dort. Vielleicht hilft das.

  • B. F. am 09.11.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Scheinwerfer viel zu hell

    Ich wohne auf der gegenüber liegenden Seeseite und diese Licht/Scheinwerferanlage ist wirklich unglaublich hell. Ich denke, da könnte man durchaus was machen! Aber muss es gleich ein Gerichtsverfahren sein? Ansonsten soll jeder sein Hobby ausüben dürfen :-)