Stadtpolizei Zürich

23. November 2017 06:05; Akt: 23.11.2017 06:05 Print

64 herrenlose Fahrzeuge sichergestellt

Von Audi bis Cadillac: Über 60 herrenlose Fahrzeuge hat die Stadtpolizei Zürich sichergestellt. Praktisch alle muss sie wohl entsorgen – auf Kosten des Steuerzahlers.

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Sie werden einfach so stehen gelassen auf öffentlichen Parkplätzen, zum Teil sogar mit Kontrollschildern dran, ausländischen wohlgemerkt. Jedes Jahr stellt die Stadtpolizei Zürich rund 60 bis 70 herrenlose Motorfahrzeuge sicher. Bevor sie definitiv entsorgt werden, unternimmt sie jeweils einen letzten Versuch, die Eigentümer zu finden – per Inserat im «Tagblatt der Stadt Zürich».

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Diesmal sucht sie beispielsweise nach dem Besitzer eines blauen Audi A6 mit britischem Kontrollschild oder nach dem letzten Fahrer eines grauen Cadillacs Seville. Die Aussichten, dass sich jemand meldet, sind allerdings gering. «Das war bis jetzt praktisch noch nie der Fall», sagt Marc Surber, Sprecher der Stadtpolizei Zürich. Der Verdacht liegt nahe, dass die letzten Besitzer die Autos und Motorräder kostenlos entsorgen wollten.

Abschleppdienst nach zehn Tagen

Dazu passt der Zustand der Fahrzeuge: «Die meisten sind entweder defekt, stark verwahrlost, mit Abfall gefüllt – oder alles miteinander», sagt Surber. Auf die Autos stösst die Polizei während ihrer Patrouillentätigkeit oder durch Hinweise aus der Bevölkerung. Steht ein Fahrzeug beispielsweise länger als zehn Tage in der blauen Zone ohne gültige Parkkarte, lässt es die Polizei abschleppen und bringt es in ihre Obhut.

Zwar kennt die Polizei von den meisten sichergestellten Objekten die Fahrgestell-Nummer – doch oft zeigen die Ermittlungen, dass der letzte registrierte Besitzer das Auto schon vor längerer Zeit weiterverkauft hat. Selbst ein ausländisches Kontrollschild bringt die Polizei oft nicht weiter. «Diesen Haltern schicken wir einen eingeschriebenen Brief – meist vergeblich.» Bei ausländischen Fahrzeugen sei es generell schwierig, den Halter zu eruieren, da Kosten und Aufwand in keinem Verhältnis stehen würden.

Wohl alle werden entsorgt

Eher unwahrscheinlich ist laut Surber, dass eines der diesmal ausgeschriebenen 35 Autos und 29 Motorräder in Zusammenhang mit einem Delikt steht. «Das überprüfen wir selbstverständlich im Fahndungssystem.» Wahrscheinlich ist hingegen, dass alle 64 Fahrzeuge entsorgt werden.

Rechnet man die Kosten für Abschleppen, Einstellen und Entsorgen des Fahrzeugs zusammen, kommt man schnell auf mehrere hundert Franken. «Das versuchen wir den uns bekannten Haltern in Rechnung zu stellen», sagt Surber. «Aber in der Regel ist es schon so, dass die Stadt dafür aufkommen muss, also letztlich die Allgemeinheit.»

(rom)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ein Mann am 23.11.2017 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Feminismus

    Das einzige was mich an diesem Artikel wundert, ist, dass man noch "herrenlos" sagen darf.

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  • Don Bazoo am 23.11.2017 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auktionen

    wieso versteigert man die Autos nicht einfach? klar, meistens fehlt der Schlüssel und die Autos sind Schrott. aber... des einen Schrott ist des anderen Schatz... Man würde bestimmt für das ein oder andere Fahrzeug jemanden finden der Interesse daran hätte und mit den vorhandenen Problemen umzugehen weiss.

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  • walter am 23.11.2017 06:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ersteigern

    Warum diese Autos nicht verkaufen oder versteigern? Gewisse Teile haben immer noch einen grossen Wert wenn man sie einzeln verkaufen würde...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Trucker am 23.11.2017 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wiederverwertung

    Könnte man mit diesen Fahrzeugen etwas sinnvolles anstellen? Wiederinstandsetzen, brauchbare Teile wiederverwerten...? Es ist unglaublich, in welcher Wegwerfmentalität wir uns bewegen.

  • Bruno, Gisler am 23.11.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrenlose Autos

    Ich sehe in letzter Zeit immer wieder Kleintransporter mit Polnischer Kennzeicher, die Autos Transportieren und das nicht wenig und dan frage ich mich immer wieder, warum diese so vermehrt auf unseren Autobahnen unterwegs sind, auch normale Lieferwagen. Diese sollte man viel mehr kontrollieren.

  • cj am 23.11.2017 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entsorgen

    Es werden im Ernst 64 Fahrzeuge entsorgt während warscheinlich viele Familien sehr froh darum wären. First worold problems...

    • Penumbra Noctis am 24.11.2017 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Rollende Todesfallen in Verkehr setzen?

      Klarklar. Die Autos stehen werden ja auch deshalb stehengelassen, weil sie verkehrstauglich sind und alle Sicherheitsvorgaben immer noch tadellos erfuellen.

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  • giorgio1954 am 23.11.2017 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    stimmt

    Stimmt. Für diesen Tatbestand wäre der Begriff "frauenlos" angebrachter als "herrenlos".

  • Swissgirl am 23.11.2017 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versteigern

    Versteigert die Autos und gebt den Erlös armen Menschen in unserem Land, aber Schweizern. Die Besitzer haben sich freiwillig von den Fahrzeugen getrennt. Der Hersteller soll neue Schlösser montieren und Schlüssel abgeben.