Reaktionen auf FCZ-Attacke

28. November 2017 17:51; Akt: 29.11.2017 09:48 Print

«Was diese Fans machen, ist unter aller Sau»

Der Überfall auf GC-Fans stösst auf Unverständnis. «Hört auf damit!», heisst es vonseiten der Clubs. Bürgerliche Politiker finden derweil, die Stadt greife nicht hart genug durch.

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Bewaffneter Überfall auf zwei 17-jährige Fans, Angriff mit Stichwaffe auf GC-Fans vor dem Fan-Lokal Sächs Foif oder ein gravierend verletzter 14-Jähriger nach Ausschreitungen rund ums Derby – die brutale Feindschaft zwischen den Stadtzürcher Fussballfans ist in den vergangenen Monaten eskaliert.

Neuster Vorfall vom Montagabend: Zwischen 20 und 30 Vermummte überfallen GC-Fans, die in einer Turnhalle in Zürich-Leimbach Fussball spielten – zehn GC-Anhänger wurden verletzt. Grund für den Überfall soll ein offenes Schreiben von einem GC-Fanclub gewesen sein, das zu weniger Gewalt zwischen den beiden Fan-Lagern aufrief.

FCZ-Präsident Canepa: «Hört endlich auf mit dem Unsinn»

Damit aber nicht genug: Neben den Gewalttaten gegenüber GC-Fans sind gewisse FCZ-Anhänger auch sonst an vorderster Front dabei, wenn es um Gewalt und Vandalen in der Stadt Zürich geht. Als Ende Oktober rund 200 Chaoten eine leerstehende Siedlung in Zürich-Schwamendingen verwüsteten, waren die Fassaden danach übersät mit FCZ-Tags. Auch bei der illegalen, von der Polizei jedoch geduldeten Demo gegen Stadtaufwertung Mitte November mischten sich militante FCZ-Fans unter die Demonstranten. Aus dem Umzug heraus verübten Vermummte immer wieder Sachbeschädigungen.

Die beiden Clubs reagieren am Dienstagabend mit klaren Worten: «Hört endlich auf mit dem Unsinn und der Gewalt. Wir wollen nur echte Fussballfans in unseren Reihen und keine Gewalttäter», sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa. GC-Präsident Stephan Anliker ruft die Fans beider Clubs dazu auf, für Ruhe und Ordnung in ihren Reihen zu sorgen: «Gewalt ist immer kontraproduktiv und schadet beiden Clubs sehr.» Beide Vereine seien eng miteinander in Kontakt und würden ganz klar für eine Deeskalation durch den Dialog mit den Fanclubs stehen.

«Man hat die Kontrolle über diese Gruppierungen verloren»

Rico Brazerol, BDP-Kantonsrat und Mitglied der Sportkommission, bestätigt, dass man diese Entwicklung auch beim Kanton mit Entsetzen beobachtet: «Was diese sogenannten Fans machen, ist unter aller Sau.» Einen Schuldigen für die Gewalteskalation hat Brazerol schon gefunden. «Das ist die Quittung dafür, dass Polizeivorsteher Richard Wolff nicht mit harter Hand gegen diese Chaoten durchgreift», sagt der BDP-Politiker, der 2013 für ein Ja zum Hooligan-Konkordat kämpfte.

Der Kanton mache seine Hausaufgaben, und in der Stadt können diese Gruppierungen tun und machen, was sie wollen. «Das ist keine Kritik an den handelnden Polizisten, aber man hat in der Stadt die Kontrolle über diese Gruppierungen verloren», sagt Brazerol. Wolff habe ja auch schon auf verschiedenen Wegen versucht, das Problem auf seine Art zu lösen – ohne Besserung in Sicht.

Cortesi weist Vorwurf klar zurück

Marco Cortesi, Medienchef der Stadtpolizei Zürich, spricht von einem gravierenden Vorfall, der sich am Montagabend ereignete: «Wir müssen aber bei den Fakten bleiben – die Opfer haben sich bei einer ersten Befragung als GC-Anhänger zu erkennen gegeben. Wer für diesen Angriff verantwortlich ist, steht nicht fest.» Man ermittle in alle Richtungen. «Alles andere
wäre Spekulation.»

Dass die FCZ-Chaoten auf der Nase der Stadtpolizei herumtanzen würden, verneint der Stapo-Medienchef aber: «Wir nehmen diesen Vorfall wie auch die Straftaten in den vergangenen Monaten ernst und gehen im Rahmen der Ermittlungen sämtlichen Hinweisen nach», so Cortesi. Nur weil einer einen entsprechenden Schal oder ein T-Shirt trage, könne man Personen nicht einer bestimmten Gruppierung zuordnen. «Den Vorwurf, dass die Stadtpolizei die Kontrolle über eine einzelne Gruppe verloren habe, weise ich klar zurück», sagt Cortesi.

(wed)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • The Spectator am 28.11.2017 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind 

    keine Fussball Fans, Chaoten bezeichnet es besser. Zürcher gehen auf Zürcher los, wir können ja froh und glücklich sein sind gleich zwei ZHer Clubs ganz oben. Es wird seit Jahren einfach nur zugeschaut und nichts unternommen, und am Ende bezahlt es der Arbeitende Bürger wieder einmal.

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  • Hunrod am 28.11.2017 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt?

    Jetzt ist der Club und die Liga gefordert! Wer jetzt diese Täter deckt, macht sich mitschuldig. Wo ist der Respekt geblieben, der auf den Leibchen propagiert wird?

  • Sport am 28.11.2017 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Team

    Fussball und andere Sportarten verkommen immer mehr zu Kampfsport . Besinnt euch auf das was wirklich zählt, so und nur so unterstützt ihr euere Teams.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus am 29.11.2017 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    verständlich aber falsch

    Kann Cortesi und die Polizei schon verstehen, mit diesem Chef und dem politischen Umfeld in Zürich (inkl. Medien)... Man könnte einiges mehr machen, aber die Rückendeckung fehlt. Vor den Spielen sind diese sog. Fans klar ersichtlich, tragen u.a. Vermummungs-Kleider u. -Utensilien usw. Müsste man vor dem Spiel einkesseln und jeden einzelnen erkennungsdienstlich behandeln (fotografieren & Personalien aufnehmen). Aber dann gäbe es Gegenwind von links, die üblichen Einwände wie "unverhältnismässig", "Verletzung der Grundrechte", "Fichenstaat" usw.

  • Ursa52 am 29.11.2017 15:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fans auf Kollisionskurs

    Solche Typen gehören einfach in den Knast, egal wer sie sind, wen sie angeblich vertreten oder für wen oder was sie sich ausgeben. Kuscheljustiz hat hier und anderswo nichts, aber auch überhaupt nichts zu suchen. Macht Euch für die Opfer stark und nicht für die Verbrecher, wo auch immer

  • Andi A. am 29.11.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Markt

    Die Stapo hat nicht die Kontrolle sondern nur das Interesse verloren. Wolff unterstütz ja indirekt Chaoten, das hat man bei den Hausbesetzern gesehen. Es ist viel mehr eine Gewinnfrage. Bei den Chaoten ist wenig Ertrag durch Bussen möglich, deshalb wird auch nicht ernsthaft dagegen vorgegangen. Würde es sich um Zahlungskräftige Automobilisten oder Steuerhinterzieher handeln, würden keine Mühen gescheut die Fälle aufzuklären.

  • Waterpolo1s am 29.11.2017 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte ....

    ,,,, bitte aufhören von Fans zu schreiben!!

  • Rico am 29.11.2017 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nicht um Fussball

    Ganz klar, hier sprechen wir nicht um Fussball oder Sport. Das kann man vergleichen mit kriminellen Banden oder Gangs die sich rivalisieren. Als nächstes kommen Schuss- und Stichwaffen zum Einsatz und dann geht das ganze so richtig los, dann werden unbeteiligte verletzt oder sogar getötet. Und die verantwortlichen reden um den Heissen Brei.