Engelberg OW

28. Dezember 2017 05:50; Akt: 03.01.2018 10:38 Print

Nidwaldner ärgern sich über getarnte Blitzkästen

Ein Leser-Reporter entdeckte in Engelberg mehrere getarnte Blitzer. Die Polizei wehrt sich dagegen, dass damit bloss die Staatskasse gefüllt werden solle.

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«Ich war absolut sprachlos, dass die Polizei diesen Event schamlos dafür ausnutzte, um mit getarnten Blitzern an Weihnachten auf ‹Raserfang› zu gehen», sagt ein Leser-Reporter. Gemeint ist der Nidwaldner Abend, der am 25. Dezember in Engelberg stattfand. Traditionell fahren viele Nidwaldner für diesen Event nach Engelberg – so auch der Leser-Reporter, der gemeinsam mit Freunden anreiste.

Radarkasten mit Tüchern getarnt

Um etwa 21 Uhr habe er beim Dorfeingang einen mobilen Blitzkasten entdeckt. Dieser war jedoch nicht der einzige: «In der 30er-Zone stand ein weiterer Blitzkasten, der getarnt war.» Der Radarkasten sei in weisse Tücher eingewickelt gewesen und «wurde sogar mit Schnee bedeckt», so der Leser-Reporter. Auch andere Besucher am Nidwaldner Abend hätten sich darüber empört.

Der getarnte Blitzkasten sei später abgebaut und am Fuss des Hügels im Bereich des Weilers Grafenort wieder installiert worden, «um alle Rückreisenden zu messen», mutmasst der Nidwaldner. Geblitzt wurde der Leser-Reporter übrigens nicht: «Ich finde das ziemlich dubios, der Blitzkasten war wirklich gut getarnt. Für mich ist diese Praxis ein Beweis, dass es bei den Kontrollen mehr um die Staatskasse ging, als um die Sicherheit», sagt er. Sonstige Verkehrskontrollen hat der Leser-Reporter keine gesehen.

«Massive Zunahme von Übertretungen»

Die Geschwindigkeitsmessanlagen wurden bewusst an jenem Abend in Engelberg installiert, bestätigt Martin Kathriner von der Kantonspolizei Obwalden. «Wir stellten in den vergangenen Jahren, anlässlich des Nidwaldnerabends, eine massive Zunahme von Geschwindigkeitsübertretungen bei Taxis und Personenwagen fest, sowohl bei der An- als auch bei der Rückfahrt.» Dass dabei Messanlagen nicht als solche erkennbar eingesetzt wurden, ist eine Entscheidung aus den Erfahrungen der letzten Jahre.

«Zahlreiche Fahrer bremsten auf Radarhöhe stark ab und beschleunigten danach wieder. Mit der zweiten nachgelagerten Messanlage wollen wir jene Fahrzeuglenkende erfassen, die bewusst nach der sichtbaren Messanlage zu schnell fahren. Ein dunkler Blitzkasten ist bei Schnee gut sichtbar, deshalb wurde die Anlage entsprechend in die Umgebung integriert», so Kathriner.

Auch eine Verschiebung der Blitzkästen im Verlaufe des Abends sei eine durchaus übliche Massnahme. Von Seiten der Polizei könne man die Aufregung teilweise nachvollziehen, sagt Kathriner. Aber: «Ein Verkehrsteilnehmer, der sich dem Tempolimit anpasst, hat ja nichts zu befürchten.» Dass es bei den Kontrollen mehr um die Staatskasse geht und nicht um die Sicherheit, kann Kathriner nicht bestätigen: «Erfahrungsgemäss sind zu dieser Zeit sehr viele und unterschiedliche Verkehrsteilnehmer unterwegs. Oftmals sind zudem die Strassen- und Sichtverhältnisse meist eingeschränkt. Dabei führen Geschwindigkeitsüberschreitungen oft zu schweren Unfällen.»

(gwa/sw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 28.12.2017 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld oder Sicherheit

    Die beste Prävention ist die Bekanntgabe der Blitzerstandorte. Dann ist die Sicherheit zwar gewährleistet, weil sich so alle strikt ans Limit halten, es lässt sich aber so kein Geld verdienen.

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  • Robert am 28.12.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch keine Tarnung

    die armen Kästen frieren sonst. Jetzt aber im Ernst: wer bei verschneiten Strassen zu schnell fährt, dem ist nicht zu helfen. Kein Wunder müssen die armen Kästen bei dieser Kälte raus. Fahre selbst Auto, Motorrad, Velo und gehe zu Fuss. Bei Schnee einen Fussgängerstreifen zu überqueren ist z.T. gefährlich: viele Autofahrer können den Bremsweg bei schlechten Strassenbedingungen nicht richtig beurteilen. Viele Fussgänger übrigens auch nicht und rennen vor ein Auto, nur weil sie Vortritt haben.

  • Tom salwi am 28.12.2017 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schwierig

    Einfach korrekt fahren, dann nix Busse.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ALucaK am 28.12.2017 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Sind diese Blitzer in der Lage in beide Fahrtrichtungen zu blitzen und weiss jemand wo genau der Blitzer am Fusse des Hügles platziert wurde?

  • Domazzo am 28.12.2017 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blitzer

    Ob da wirklich ein Blitzer steht, seht Ihr wenn das Licht angeht!

  • SPLAIN am 28.12.2017 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    life-hack

    Ein kleiner Trick für nebenbei, einfach an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten und schon ist egal ob der Blitzer gewarnt ist oder nicht...

  • S.Kritischer. am 28.12.2017 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank

    Vielen Dank an alle Verkehrsünder, schön wie ihr freiwillig euer hart verdientes Geld einzahlt....

  • Rich-Guy am 28.12.2017 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leasing

    Jeder der einen potenten Wagen least, will ihn mal ausfahren. Pech wenns dann halt für die Busse nicht mehr reicht weil die Leasingrate das Budget bei weitem übersteigt. Mitleid mit solchen Leuten ist fehl am Platz.

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