SRF «Reporter»

25. August 2017 05:46; Akt: 25.08.2017 05:46 Print

Luzerner Pilot landet auf US-Flugzeugträger

von Daniela Gigor - Militärpilot Andreas Kuhn ist seit zwei Jahren in den USA stationiert. «Reporter» von SRF hat ihn besucht und zeigt atemberaubende Aufnahmen.

Der Luzerner Militärpilot Andreas Kuhn fliegt mit F/A-18C der US Navy ab einem Flugzeuträger (Video: SRF)

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Die Heimatbasis von Militärpilot Andreas Kuhn liegt in Meiringen BE. Aber der 37-jährige Adligenswiler ist schon mehr als zwei Jahre in Virginia Beach an der amerikanischen Ostküste stationiert. Dass ein Schweizer bei der Navy fliegt, hat Tradition. Das Austauschprogramm begann, als die Luftwaffe 1995 Flugzeuge vom Typ F/A-18 anschaffte. Seither arbeitet immer ein Schweizer Pilot bei der Navy und ein amerikanischer Pilot bei der Luftwaffe. Kuhn ist als Fluglehrer in den USA und bildet amerikanische Piloten auf dem F/A-18 aus.

Training dauerte sechs Wochen

Zur Aufgabe von Kuhn gehört auch, dass er die sogenannte «Carrier qualification» absolviert, also das Starten und Landen auf einem Flugzeugträger. Auf diesen Moment hat Kuhn sechs Wochen lang trainiert. «Die Vorbereitung findet einerseits im Simulator statt, wo natürlich vor allem technische Probleme simuliert werden, damit man im Ernstfall darauf vorbereitet ist», sagt Kuhn.

Parallel dazu finde das eigentliche Landetraining statt. Die US Navy verfüge dafür über eine Landepiste, auf der die Landezone aufgezeichnet sei, wie sie auf dem Flugzeugträger vorzufinden ist. Kuhn: «Die Beleuchtung und das Gerät zur Anzeige des Gleitwinkels entspricht dem Flugzeugträger. Zudem wird später auf dem Träger jeder Anflug und jede Landung von einem Landeoffizier kontrolliert, bewertet und nach dem Flug besprochen.»

«Man sitzt nie einfach nur so da»

Das Training an Land unterscheide sich recht stark von den Landungen auf dem Flugzeugträger. «Die Windverhältnisse sind meist sehr anspruchsvoll, da jeder Baum und jedes Haus gewisse Auf- und Abwinde generiert, die es zu korrigieren gilt.» Auf dem Meer seien die Luftströme meist recht gleichströmig. «Zudem bewegt sich die Landebahn an Land natürlich nicht von einem weg, wie das beim Flugzeugträger der Fall ist.»

Beim umfassenden Training an Land sei es darum gegangen, die richtigen Bewegungsabläufe zu finden und zu trainieren. «Die linke Hand steuert den Leistungshebel und damit den Gleitwinkel, die rechte Hand den Steuerknüppel, womit die Ausrichtung auf die Landebahn und die Geschwindigkeit geregelt werden. Auf jede kleine Korrektur folgt eine Gegenkorrektur, man sitzt also nie einfach nur so da, sondern arbeitet proaktiv vor allem mit der Triebwerksleistung, um zu jeder Zeit die volle Kontrolle zu haben», erklärt Kuhn.

Reporter ist am Sonntag bei SRF 1 zu sehen

Auf die Frage, was passieren könnte, wenn die Landung misslingt, sagt Kuhn: «Fliegt man den Träger zu tief an, riskiert man, auf das Heck des Flugzeugträgers aufzuschlagen. Dies ist ganz klar das grösste Risiko.» Fliege man zu hoch, würde man die Fangkabel überfliegen und müsse durchstarten.

Kuhn ist es gelungen, diese atemberaubende Aufgabe zu bestehen. Filmisch festgehalten haben dies der Reporter Michael Weinmann und Kameramann Brian Gottschalk. Sie konnten als erstes Fernsehteam einen Schweizer Piloten beim Flugzeugträger-Qualifikationsflug begleiten. Das Ergebnis der Sendung «Reporter» mit dem Titel «Ein Schweizer auf dem Flugzeugträger» ist am Sonntag um 21.40 Uhr bei SRF 1 zu sehen. Kuhn sagt über seine geglückte Landung: «Nach der sehr hohen Konzentration, die ich an den Tag legen musste und der langen Ausbildung davor, war ich erleichtert, es geschafft zu haben.» Kuhn wird noch ein knappes Jahr in den USA bleiben und danach in die Schweiz und zur Luftwaffe zurückkehren.



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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Johnny English am 25.08.2017 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Super Sendung

    Ich finde "Reporter" eine der besten Sendungen von SRF. Dass die ewigen SRF-Hater und Nörgler dies natürlich anders sehen ist mir klar...

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  • Typhoeus am 25.08.2017 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Piloten brauchen gutes

    Training. Ohne das geht es nicht.

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  • Werenfels Ruedi am 25.08.2017 08:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Textbalken

    Warum denn immer diese riesigen Textbalken, die einen Drittel des Bildes abdecken? Die Untertitel im Kino sind ja auch viel kleiner und können trotzdem gelesen werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MAartina am 25.08.2017 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Fasziniert

    Flugzeugträger finde ich super - nicht wegen der Verwendung!!! Dass sowas schwimmt fasziniert mich. Ich habe auch das Gefühl, da muss man schon einiges besser fliegen können wie auf dem "Trockenen".! Wenn ich Filmli mit Nachanflüge sehe oder im Nebel.... Würde wirklich gerne mal so ein Ding besichtigen!

  • A.Surrer am 25.08.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Partnership for Peace

    Wir sind zwar kein NATO Land, doch sind wir Mitglied der im Titel genannten Gruppe, dabei geht es in erster Linie darum unsere Armee NATO kompatibel zu machen, (z.b ENG als Piloten Sprache, wir haben vier Landessprachen und eng ist da nicht dabei) all dies ist eine Vorbereitung für eine Vollmitgliedschaft in der NATO...und ja Schweizer Piloten gehören zu den Besten! Macht ja auch Sinn, wenn du einmal unsere Topographie betrachtest, in den USA musst du "Hindernisse" suchen, bei uns fliegen sie dir um die Ohren...

  • Laufschue am 25.08.2017 16:47 Report Diesen Beitrag melden

    Der stolz unserer Flotte

    Warum hat die Schweiz keinen Flugzeugträger auf dem Boden- oder dem Genfersee. Da könnten wir diese dringend benötigten Landeanflüge in der Schweiz eins zu eins trainieren. Man könnte dem schwimmenden Flugpatz den namen General Guisan oder Ueli Murer geben.

    • I. Ronie am 25.08.2017 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Selektion

      @Laufschue: Grandiose Idee, aber der Rotsee wäre wohl zu klein um den Flugplatz Emmen zu schliessen.

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  • Martin L. am 25.08.2017 15:06 Report Diesen Beitrag melden

    Neutralität ?

    ich dacht das dienen in einer fremden Armee sei für Schweizer Staatsbürger strafbar ? Für mich absolut unverständlich, wieso hier schon wieder ausnahmen gemacht werden. Die Glaubwürdigkeit der CH Neutralität ist für mich damit dahin.

    • Tobias am 25.08.2017 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin L.

      dienen und üben sind nicht das selbe. oder denken sie etwa schweizer piloten beteiligen sich am amerikanischen luftkriegen. im ernstfall bleiben die schweizer am boden!

    • Danny am 25.08.2017 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin L.

      Er dient dort nicht für die US Streitkräfte. Jedenfalls nicht im Sinne des Wortes. Er wird ausgebildet. Er bildet zwar auch aus, im Rahmen eines Austauschprogrammes, was aber Teil des Abkommens ist. Er nimmt an keinen Kampfhandlungen teil. Und die Schweizergarde dient ja auch im Ausland. Alles legal.

    • Viktor am 25.08.2017 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin L.

      Hast grosses Nachholbedürfnis... Hattest wohl viele Ausfälle in der Schule, was?

    • Bini-CH am 25.08.2017 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin L.

      Und was ist mit der Schweizer Garde?

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  • Inkgonito Spastiko am 25.08.2017 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    good job

    chapo! habe sehr grossen respekt davor.

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