Hotelrabatt für Einheimische

27. September 2017 10:50; Akt: 27.09.2017 18:44 Print

Luzerner können sich wie Touristen fühlen

Massentourismus kennt Luzern schon lange, doch bald strömen noch viel mehr Gäste hierher. Damit die Luzerner dies akzeptieren, sollen sie Tourist in der eigenen Stadt spielen.

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Ein gewohntes Bild: Touristen in Luzern - bald werden es noch viel mehr sein. Luzern Tourismus sorgt sich deshalb um die Akzeptanz der Luzerner. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

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In der Touristenstadt Luzern hat es bald noch viel mehr Touristen als jetzt schon: 2014 besuchten 8,2 Millionen Gäste die Stadt. Im Jahr 2030 werden 14 Millionen Luzern besuchen, was einer Steigerung von 70 Prozent entspricht. Noch krasser fällt die Steigerung im Vergleich zum Jahr 2009 aus: Damals zählte Luzern 6,6 Millionen Tagesgäste, bis 2030 werden es also 112 Prozent mehr sein. Der See, die Stadt, die Berge bleiben in dieser Zeit hingegen gleich gross und wachsen nicht ebenfalls um 112 Prozent.

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Luzern Tourismus sucht die Akzeptanz

Damit die Luzerner diese Entwicklung akzeptieren, tagten kürzlich Vertreter aus Hotellerie, Politik, Gewerbe und Bevölkerung, auf Einladung von Luzern Tourismus. «Früher wollte man Luzern in der ganzen Welt bekannt machen. Heute ist es wieder wichtiger, dass wir die Akzeptanz der Bevölkerung für den Tourismus wahren», sagte Ferdinand A. Zehnder, Präsident der Luzern Tourismus AG.

Und um Goodwill zu schaffen und Akzeptanz zu fördern, lanciert Luzern Tourismus im Januar eine Aktion exklusiv für Einheimische: Luzerner dürfen dann zu sehr günstigen Preisen in hiesigen Hotels übernachten, weitere Details werde Luzern Tourismus diese Woche preisgeben, berichtete die Luzerner Zeitung.

Spezielpreise in Drei- bis Fünfsternehotels

Auf Anfrage von 20 Minuten sagt Sibylle Gerardi, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Luzerner Tourismus AG: «Personen, die im Kanton Luzern wohnhaft sind, werden im Januar 2018 in Drei- bis Fünfsternehotels Spezialpreise erhalten und so Luzern auch mal mit den Augen unsere Gäste kennen lernen können», sagt Sibylle Gerardi, Leiterin der Unternehmenskommunikation von der Luzerner Tourismus AG. Wie viel Rabatt die Luzerner konkret erhalten, ist noch nicht bekannt. Ohne Rabatt kostet beispielsweise ein Standard-Doppelzimmer mit Seeblick im Fünfsternehaus Palace 477 Franken pro Nacht.

«Verständnis für den Tourismus»

Patric Graber, Präsident von Luzerner Hotels, erhofft sich, dass viele Einheimische von der Aktion Gebrauch machen und «die Hotelhäuser auch mal anders sehen». Die Luzerner, so Graber, sollen in ihrer eigenen Stadt einmal selbst zu Touristen werden. «Wir wollen bei den Leuten das Verständnis für den Tourismus wecken», sagt auch Zehnder. Wichtig sei der Dialog und der Austausch. Die Hotelaktion für Einheimische sei nicht geplant worden, weil der Luzerner Tourismus ein Imageproblem habe, «aber wir möchten proaktiv vorgehen und die Bindung zur Bevölkerung stärken», so Zehnder.

(jas/mme)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sissi am 27.09.2017 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Einheimische fühlen sich nicht mehr wohl

    es ist einfach schade um die schöne Stadt, dass so viele Touristen kommen......nun ja das bringt ja Geld.......aber ich finde es wird nur noch alles auf die Touristen angepasst, vor allem die Geschäfte in der Stadt....es gib nur noch Schmuck, Souvenir und Billig Kleider Läden, keine einziges Lebensmittel Geschäft ausser Coop.....oder sonst originelle Geschäfte, gibt's schon lange nicht mehr, genau wie mit den alten Beizen, die sind fast alle verschwunden.

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  • schoggifresser@gmail.com am 27.09.2017 11:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Danke für das 'Hotelrabatt" Angebot in Luzern! Da ich schon in einer Wohnung dieser Stadt Lebe, verzichte ich darauf....

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  • Luzernerin 60 am 27.09.2017 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ich ziehe weg

    Luzern ist nicht mehr lebenswert für Einheimische. Einige wenige profitieren vom Tourismus. Der Rest leidet darunter. Ich bin seit 60 Jahren Luzernerin. Jetzt ziehe ich weg. Mir gefällt es hier nicht mehr.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ines am 30.09.2017 07:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die Einheimischen und die Altstadt

    Ab 1970 begann ein Massenexodus der Einheimischen aus der Altstadt an den Rand der Stadt und umliegende Gemeinden. Die Einheimischen wollen komfortable Wohnungen mit Balkon und Parkplatz, die es in der Altstadt fast nicht gibt. Sie würden niemals ihre Bequemlichkeit opfern, um die Altstadt am Leben zu erhalten. Wenn die Einheimischen dann einmal im Jahr in die Altstadt kommen, wollen sie aber dann keine asiatischen Touristen sehen. Die Einnahmen aus dem Tourismus sichern aber den aufwändigen Unterhalt der Gebäude der Altstadt. Ohne den Tourismus wäre die Altstadt verkommen und tot.

  • P.Müller am 29.09.2017 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Dies nennt sich "Marketing"

    super idee, im Januar hat es in Luzern wohl am wenigsten Touristen im ganzen Jahr. Also wenn die keine Einnahmen durch Touristen erzielen können, wollen sie jetzt in der "Off-Season" unser Geld. Was dies für Preise sein werden, ist ganz einfach, so genannte "Deckungsbeiträge", dabei deckt der Preis die variablen Kosten (fallen wegen der Übernachtung an) und leistet noch CHF x an die Gemeinkosten (habe ich sowieso). Dies ganze jetzt als etwas "soziales" zu verkaufen, nennt sich eben Marketing. Mein Vorschlag, einfach Steuern bezahlen, dann gibt auch eine Akzeptanz im Volk.

  • Politiker am 28.09.2017 15:13 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Zeit - leider

    Regt euch ab. Bei der aktuellen Europapolitischen Lage ist der Tourismus sehr unsicher. Sobald sich die Chinesen nicht mehr sicher fühlen, meiden sie ein Land. Und dann, liebe Uhrenläden und Confiserie am Schwanenplatz, müsst ihr von euren Reserven leben und werdet die Angestellten ohne mit der Wimper zu zucken auf die Strasse stellen. Der ... hat ausgedient, der ... kann gehen.

  • Peter Odermatt am 28.09.2017 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unter 3 Sterne Hotel leiden noch mehr...

    Drei bis fünf Sterne Hotels. Schon klar. Dann haben die anderen 2 Sterne und weniger Hotels noch mehr zu kämpfen im Januarloch. Und ja, im Januar ist Luzern ja so attraktiv. Geht nicht auf lieber Tourismus Luzern.

    • Ira vom Gubel am 02.10.2017 20:02 Report Diesen Beitrag melden

      Stadtoriginale helft uns aus im Januar!

      Peter Odermatt, als Touristikfachfrau weiss ich um diese Probleme. Leider sind wir ein Hochpreisland. Daher muss man mit kleinen Zugeständnissen und sehr guten Dienstleistungen aufwarten. Das Januarloch ist allseits einThema. Dabei hat eine Stadt auch im Winter ein spezielles Flair. Eventuell mit attraktiven Stadtführungen, es dürfte ruhig etwas originell ausfallen. Es sind doch genug Stadtoriginale um für eine kurze Zeitspanne einzuspringen.

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  • M.B97 am 28.09.2017 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebendiges Inseli-Initative

    Durch die angenommene Lebendiges Inseli-Initative werden diese vorhersagen eher nicht eintreffen. Viele Reiseanbieter sagen, dass ohne diese Parkplätze Luzern meiden. Es sei zu stressig als kleinen zwischenstopp ohne diese Parkplätze. und das Felende Geld der Turisten wird die Stadt such in Finanzielle schwierigkeiten bringen.

    • Oberli am 28.09.2017 08:41 Report Diesen Beitrag melden

      Faule Masse

      Dann ist ja alles bestens. Wer zu faul ist, kann dich ja eine Broschüre von Luzern ansehen. Massentourismus wor aktuell aus China schadet sowieso einer Stadt UND deren Einwohner.

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