Gymnasien greifen durch

11. September 2016 13:14; Akt: 11.09.2016 14:20 Print

Schulen verbieten Handy auf dem Pausenplatz

Immer mehr Schüler verbringen ihre Pause lieber mit dem Smartphone als mit Klassenkameraden. Mehrere Kantis haben dagegen jetzt Handy-Verbote erlassen.

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Mehr Gespräche und frische Luft: Schüler sollen in den Pausen nicht mehr das Handy zücken. (Bild: Keystone/Archivbild)

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«Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass immer mehr Schülerinnen und Schüler in den 10-Minuten-Pausen zwischen den Lektionen praktisch mit dem Läuten das Handy zücken und noch am Platz oder direkt vor dem Schulzimmer anfangen zu gamen», sagt Peter Hörler, Direktor der Kantonsschule Zug zur «Zentralschweiz am Sonntag».

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Insgesamt 7956 Teilnehmer

Die Folgen: Das Gelernte wird schlechter behalten, der Klassenzusammenhalt leidet und die Schüler gehen zu wenig an die frische Luft. Damit soll jetzt Schluss sein.

An mehreren Schulen herrscht seit Beginn des neuen Schuljahres ein Handy-Verbot während den Pausen, schreibt die Zeitung. Neben Zug haben auch die Gymnasien in Stans, Willisau LU und Beromünster LU Massnahmen ergriffen: Dort bleibt das Smartphone der 1.- und 2.-Klässler vormittags und teils nachmittags ausgeschaltet – und das auch während der Pausen. Besondere Kontrollen gibt es nicht. «Die Lehrpersonen machen Schüler, die sich nicht daran halten, einfach darauf aufmerksam», sagt Hörler. Strafen seien bisher nicht nötig gewesen.

Integration statt Verbot

An der Kanti in Stans wurde sogar ein komplettes Handyverbot diskutiert, was aber schliesslich abgelehnt wurde. Der Grund: Die älteren Schüler sollen von den Pädagogen den vernünftigen Umgang mit dem Smartphone lernen. Man ziehe eine Integration in den Unterricht deshalb einem Verbot vor, sagt Rektor Patrik Eigenmann.

Das neue Handy-Verbot zahle sich bei den jüngeren Schülern aber aus, so Eigenmann: «Die Lehrpersonen haben beobachtet, dass die Schüler konzentrierter sind und mehr miteinander reden.»

Bedürfnis der Eltern

Nicht alle Gymnasien sehen bei dem Thema Handlungsbedarf. Dazu gehört auch die Kantonsschule Alpenquai in Luzern. Wie kommt das? «Es ist immer ein Spagat zwischen Selbstverantwortung, einem zentralen Anliegen jedes Gymnasiums, und pädagogischem Schutz», erklärt Dienststellenleiter Aldo Magno.

Dass sich Schulen diesem Thema widmen, sei ein Bedürfnis der Eltern, wie eine Umfrage der Luzerner Kantonsschule Seetal im Juni 2016 gezeigt habe. Von 176 Elternpaaren, die bei der Befragung mitgemacht hatten, unterstützen 166 die Beschränkung des Smartphone-Gebrauchs.

(pat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Buchs03 am 11.09.2016 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Entlich mal eine sinnvolle Regel um die Menschheit wieder etwas auf den Boden zu holen. Schade das so etwas nötig ist, aber es musste ja so kommen.

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  • Sünneli am 11.09.2016 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel Diskussionen mit den Teenies

    Habe auch zwei Teenies, und das Iphone ist immer ein Thema bei uns, viele Diskussionen folgen warum, weshalb und überhaupt. Prinzipell sollten sie es im Schulzimmer abgeben bis zum Schulschluss. Sie haben noch genügend Zeit in der Freizeit, ohne geht es ja gar nicht mehr. Aber wir Eltern müssen trotzdem noch klare Grenzen setzen... Sonst würden sie Tag und Nacht nur beschäftigt sein.

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  • Lukes am 11.09.2016 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Titel

    Eine Pause ist zum erholen da und beim Gamen wird die konzentration nur weiter gefordert...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erwachsenenbildner am 12.09.2016 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frage

    Wofür bitte brauchen Jael & Co ein Handy? Wovon wird es bezahlt? Ganz sicher nicht vom Geld der Eltern oder vom von "Göttis/Gotten" und anderen Unbeteiligten unverschämterweise Erbettelten. Macht es wie früher: Handys gehören in die Hände Erwachsener und sicher nicht in die Schule. Dann erübrigen sich alle Probleme.

    • Pat Riot am 12.09.2016 21:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Erwachsenenbilder

      Klar, als ob Sie jemals jemanden unterrichtet haben. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass an Ihnen wohl selbst jede Bildung abgeperlt ist.

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  • Erwachsenenbildner am 12.09.2016 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach

    Handys gehören nicht in die Hände von Jael & Co. sondern werden erst angeschafft, wenn man sie sich vom eigenen Einkommen (Achtung: Einkommen = eigener Verdienst, nicht vom unbeteiligten Umfeld (Grosseltern, Eltern, "Göttis/Gotten", etc.) erbettelt!) leisten kann. Sie haben weder im Unterricht noch auf dem Pausenhof etwas zu suchen.

  • Lehrerin 5. Klasse am 12.09.2016 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was, liebe Eltern, tun Sie noch?

    Wir Lehrer sind schon soweit, dass wir die Schüler darauf hinweisen müssen, dass sie nicht vergessen in der Pause etwas zu trinken und aufs Klo zugehen, damit wir pünktlich mit dem Unterricht beginnen können. Meine Schüler legen ihre Handys lautlos unter ihre Bänke und dürfen sie in Mathe als Rechner benutzen. Wer diesen Deal missbraucht, muss Kopfrechnen...

    • Denker am 12.09.2016 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ganz einfach!

      Michael Winterhoff lesen! Sollte heute Pflichtlekture sein für Eltern und Pädagogen. Es geht da um einen Ansatz der Erklärung dieses offensichtlich existierenden Phänomens und nicht um Schuldzuweisung.

    • Erwachsenenbildner am 12.09.2016 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      Lehrerin 5. Klasse: Ganz meine Meinung

      Ich habe mich eine Zeitlang mit dieser Generation Jael & Co auseinandersetzen müssen, bis ich gemerkt habe, dass die Arbeit mit ihnen keinen Sinn macht, da, wie Sie richtig bemerken, diese Generation nicht mehr erzieh- und unterrichtbar ist. Deshalb habe ich mich einem sinnvollen Arbeitsbereich zugewandt, in dem die Klientel noch dankbar ist. Wieso muss es überhaupt einen Deal mit dieser Altersklasse geben? Früher hatte die Lehrperson das Sagen in der Klasse, nicht Jael & Co. Damals lernten die Schüler noch etwas.

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  • Mutter und Ärztin am 12.09.2016 07:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Notfälle sind sehr selten

    Wenn die Eltern den Kindern nicht nur ein Handy in die Hand drücken würden, sondern ihnen auch den richtigen Umgang und Nutzen erklären würden, gäbe es jetzt keine Diskusion. An Arbeit und Schule braucht es keine privaten Handys. In Notfällen, ist ja immer noch jemand anderer vor Ort. Und mal ehrlich, was taten wir früher in Notfällen und wieviele Notfälle gibt es? Die Ausnahme bestätigt die Regel

  • A.K. am 11.09.2016 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Auffallend ist, dass viele die hier gegen das Verbot sind, kaum einen fehlerlosen Satz zustande bringen :-)

    • Klugscheisser am 12.09.2016 01:28 Report Diesen Beitrag melden

      Komma

      Auch Sie haben ein Komma vergessen. Interessant. ;-)

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