Im Verkehrshaus

24. März 2015 06:13; Akt: 24.03.2015 14:45 Print

Luzern nimmt im April Abschied von Hans Erni

von Daniela Gigor - Die öffentliche Abschiedsfeier von Hans Erni wird im Verkehrshaus der Schweiz stattfinden. Viele andere Themen sind noch unklar.

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Die öffentliche Abschiedsfeier für Hans Erni findet am Freitag, 10. April statt. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Eine öffentliche Abschiedsfeier findet am Freitag, 10. April um 14.30 Uhr im Verkehrshaus der Schweiz in Luzern statt. Dies bestätigte Karl Bühlmann, Präsident der Hans-Erni-Stiftung am Montag gegenüber 20 Minuten. Noch unklar ist, wie die Abschiedsfeier gestaltet wird.

Ebenfalls unklar ist, wie der Luzerner Stadtrat den bedeutenden Künstler für sein Lebenswerk ehren will. Dazu sagte Stadtpräsident Stefan Roth, dass sich der Stadtrat «in nächster Zeit damit auseinandersetzen» werde.

Ob Ernis letzter grosser Wunsch in Erfüllung gehen wird, ist derzeit ebenfalls noch offen. Denn ob das Aluminium-Relief «Poseidon» je wieder der Öffentlichkeit zugänglich wird, steht in den Sternen. Das 15 mal 8 Meter grosse und 5 Tonnen schwere Werk hing seit 1968 im Hallenbad Neubad. Doch seit dessen Schliessung vor bald drei Jahren lagert es in Holzkisten verpackt in einem Keller. Im vergangenen Sommer entschied der Stadtrat, dass das Relief verschenkt werden solle – unter der Bedingung, dass es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde. Wie Rosie Bitterli, Kultur-Chefin der Stadt, im Februar 2015 gegenüber der «Schweiz am Sonntag» bestätigte, wartete die Stadt noch immer auf eine Antwort des Beschenkten. Die Fassade, an der das Werk hängen würde, soll bald fertig gebaut sein. Am Montag konnte bei der Stadt niemand über das weitere Schicksal der «Poseidon» Auskünfte erteilen.

Frühere Werke von internationalem Interesse

Dafür dürften die Werke von Hans Erni tendenziell an Wert gewinnen. Paul C. Gloggner, Geschäftsführer und Auktionator der Luzerner Galerie Gloggner, ist spezialisiert auf europäische Gemälde des 16. bis 20. Jahrhunderts und auf Kunst aus der Innerschweiz. «Begründen kann man die Wertsteigerung mit der Tatsache, dass Ernis Werk abgeschlossen ist», sagt Gloggner.

Seiner Meinung nach dürften vor allem die im Kunstmarkt weniger bekannten Skulpturen von Erni auf Interesse stossen. Er schätzt ausserdem Ernis Werke von 1930 bis in die 70er-Jahre als die besten ein. Gloggner: «Vereinzelten Werken messe ich sogar international bedeutendes Format zu.»

Ähnlich sieht dies Kuno Fischer, Mitinhaber und CEO der Galerie Fischer Auktionen AG sowie Experte für moderne Kunst: «Die Werke aus seiner frühen Schaffensphase von ungefähr 1930 bis 1960 sind hierbei vor allem von Interesse für nationale und internationale Sammler. Aber auch in Bezug auf spätere wichtige Werke der figurativen Malerei könnte die Nachfrage noch weiter steigen.»

Ob Ernis Kunstwerke generell teurer werden, kann Fischer nicht eindeutig sagen: «Immerhin kann man bei solchen Ereignissen feststellen, dass in Bezug auf bekannte Künstler eine Auseinandersetzung mit Leben und Werk wieder neu angestossen wird. Dies kann sich positiv auf die Preisentwicklung auswirken.»

Friedlich eingeschlafen

Hans Erni starb am Samstag, 21. März 2015, in der Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern. Er hatte am Samstag in der Klinik noch zu Mittag gegessen – wenig später schlief er friedlich ein. Er sei «zufrieden lächelnd in die Ewigkeit» gegangen, sagte Ernis Tochter Simone Fornara-Erni am Sonntag auf Anfrage von 20 Minuten.

Bis kurz vor seinem Tod war Erni noch täglich in seinem Atelier tätig. Mit 106 Jahren war der Künstler der älteste Mann der Stadt. Erni war seit 1949 mit seiner zweiten Frau Doris Erni-Kessler verheiratet. Geboren wurde Hans Erni am 21. Februar 1909 in Luzern.

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