Martinstags-Brauch

12. November 2017 13:59; Akt: 12.11.2017 16:56 Print

144 Schläger meldeten sich zur Gansabhauet

5000 Zuschauer sind am Samstag zur traditionellen Gansabhauet in Sursee geströmt. Die beiden glücklichen Sieger dürfen die Gänse mit nach Hause nehmen.

So lief die traditionelle Gansabhauet ab (Video: sda).
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Drei und neun Hieben auf den Hals haben zwei tote Gänse am Martinstag in Sursee Stand gehalten, bevor ihre Köpfe vom Rumpf getrennt waren. Die traditionelle Gansabhauet hat am Samstag bei Nieselregen rund 5000 Schaulustige vor das Surseer Rathaus gelockt.

Schlägern werden die Augen verbunden

144 Schlagwillige hatten sich bis am Freitag eingeschrieben, um am Tag des Heiligen Martin, dem 11. November, zwei am Kopf aufgehängten toten Gänsen mit einem stumpfen Dragonersäbel zu Leibe zu rücken. Unter ihnen waren 14 Frauen, wie Stadtarchivar Michael Blatter der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Die eine Gans brauchte nur drei Hiebe

Obwohl auch zwei der angemeldeten Frauen zum Zug kamen, waren am Schluss Männer die Sieger. Die erste Gans brachte der dritte Schläger zum Absturz, nämlich Raphael Sieger aus Schenkon. Bei der zweiten Gans gings länger: Erst der neunte Schläger, Jan Erni aus Eich, konnte sie köpfen.

Das Unterfangen ist kein Leichtes, denn die Schläger sehen unter einer Zipfelmütze und einer goldenen Sonnenmaske nichts. Bevor sie ihren je einzigen Hieb ausführen, ertasten sie die Position des Federviehs, um die optimale Stelle für den Schlag ausfindig zu machen.

Viele Zuschauer dank günstigem Tag

Weil der Martinstag dieses Jahr auf einen Samstag fiel, hatten sich besonders viele Schläger angemeldet, und auch die Zuschauerzahl war höher als üblich. Die Reihenfolge der Schläger für die zwei Gänse wird durch das Los bestimmt. Die erfolgreichen Schläger – bis jetzt ist noch keiner Frau der entscheidende Schlag geglückt – dürfen die Gänse mit nach Hause nehmen.

Die Ursprünge der Gansabhauet liegen im Dunkeln. Sicher ist einzig, dass Bräuche um das wertvolle Federvieh früher in ganz Europa verbreitet waren. 1820 verschwand der Brauch aus Sursee, vier Jahrzehnte später wurde er wieder zu neuem Leben erweckt.

Das Martinifest beschränkt sich in Sursee nicht auf die Gansabhauet. In den Pausen zwischen den Schlägen können Kinder beim «Stängechlädere» Geschenke ergattern oder beim «Chäszänne» mit einer verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Auch ein «Räbeliechtli«-Umzug fehlt nicht.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Surseeer am 12.11.2017 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Panik

    Ich weiss aus erster Hand, dass die Tiere ein wunderschönes Leben hatten uns ausser dem Fuchs nichts zu fürchten hatten. Also kein Grund zur Panik, denn der Brauch richtet sich keineswegs gegen die Tiere!

    einklappen einklappen
  • Duxx am 12.11.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tradition ohne Quälerei

    Jedes Jahr die gleichen Kommentare... Es wird kein Tier gequält und wer seine Martinsgans (das traditionelle Essen vieler Sorser an diesem Tag) in der Migros etc kauft, wird auch nicht an den Pranger gestellt.

  • Eidgenosse am 12.11.2017 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Nichts gegen Traditionen u Bräuche. Aber was zum Henker soll dass? Wer der Gans den Kopf abschägt hat gewonnen. In welchem Jahrhurdert leben wir eigentlich?!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Speedyb am 12.11.2017 20:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eifach Wiederlich!

    Überall rede mir wege Tierschutz und Tierquälerrei und das is aber in ordnung.

  • Res Zaugg am 12.11.2017 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seufz

    Hach ihr armen Schockierten!! Vielleicht ist es euch ein kleiner Trost zu wissen, dass die Gans tot war. Also Kopf hoch, die Welt dreht sich weiter....!

  • Surseeer am 12.11.2017 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mimimimi

    Dann darf das Tier ja auch nicht beim Metzger gemetzget werden weil man das ja beim Menschen auch nicht macht. Lasst die Tradition tradition sein und hört mal auf immer rum zu nörgeln. Ich bin mit diesem brauchtum aufgewachsen und es hat mir nicht geschadet.

  • Rene Mattys am 12.11.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spassgesellschaft

    Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass es verboten ist Tiere aus Spass und zu Sportzwecken zu töten. Ach ja, war das Tierschutzgesetz.

  • mimi am 12.11.2017 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Mich dünkt

    Mir scheint hier schreiben nur Kulturbanausen, die nichts über den Hintergrund dieser Tradition und der Funktion von Tradition im allgemeinen wissen. Vielleicht sollten all die Negativschreiber sich nicht so künstlich aufregen, denn viele kaufen schlussendlich einfach abgepacktes Fleisch aus dem Discounter...möglichst billig produziert selbstverständlich.

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