Biss im Morgengrauen

13. Oktober 2014 15:34; Akt: 13.10.2014 15:40 Print

Wolf greift Schafherde in Wohnquartier an

Ein Wolf hat am Montagmorgen im Walliser Dorf Eischoll ein Schaf gerissen – mitten in einem Wohnquartier und nahe bei einem Kinderspielplatz. Die Bevölkerung ist besorgt.

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In Eischoll VS hat ein Wolf ein Schaf getötet in unmittelbarer Nähe zu einem Wohnhauses und nur hundert Meter von einem Kinderspielplatz entfernt. (Bild: Leser-Reporter)

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Es passierte am Montag gegen 7.30 Uhr: Ewald Guntern war gemeinsam mit zwei Arbeitskollegen mit einem Kanalreinigungsfahrzeug in Eischoll VS unterwegs, als sie auf einer neben der Strasse liegenden Schafweide einen Wolf entdeckten.

Um sich zu vergewissern, dass es sich wirklich um einen Wolf handelte, hätten sie angehalten und seien über den Zaun auf die Weide gestiegen, sagt Guntern dem Portal 1815.ch. «Der Wolf zeigte wenig Scheu und lief in einer Distanz von 40 Metern zweimal an mir vorbei. Einmal näherte er sich mir.»

Danach habe er einen Ausgang aus dem Gehege gesucht und dabei am Elektrozaun einen Stromschlag versetzt bekommen. Mit einem Sprung habe das Raubtier daraufhin das Weite gesucht.

Wolfs-Attacke in der Nähe von Kinderspielplatz

Auf der Weide blieb ein totes Schaf zurück, ein weiteres wird derzeit noch vermisst. Besitzer der Tiere ist Christian Amacker. Er hält 30 Schwarznasenschafe und hat sie bewusst in der Nähe von Wohnhäusern und durch einen Elektrozaun geschützt platziert, um sie vor dem Wolf zu schützen: «Die elf Muttertiere werfen in den kommenden Tagen Lämmer. Deshalb wollte ich sie an einem sicheren Ort wissen», so Amacher zu 1815.ch.

Beim toten Tier handelt es sich um eines der trächtigen Schafe. Amacker: «Viel mehr als der Verlust der Schafe beunruhigt mich die Tatsache, dass sich der Wolf nun sogar tagsüber in die Wohnzone wagt. Der Angriff ereignete sich keine hundert Meter vom Kinderspielplatz entfernt.»

Zum Zeitpunkt, als Strassenarbeiter Guntern den Wolf entdeckte, waren schon Fussgänger unterwegs – und wären nicht gerade Herbstferien, wären Kinder auf dem Weg in die Schule gewesen. Es dürfe nicht sein, dass sie durch den Wolf in Gefahr geraten würden, findet Amacker: «Was muss noch passieren, bis die Behörden reagieren?»

Gemeindepräsident befürchtet illegalen Wolfsabschuss

Beunruhigt ist auch der Gemeindepräsident von Eischoll, Patrick Amacker. Er verweist zwar darauf, dass Wolfsangriffe auf Menschen gemäss weltweiten Statistiken praktisch auszuschliessen seien. Doch dass der Wolf bei Tageslicht um die Häuser streiche, wo oft auch Kinder am Spielen seien, wecke «ungute Gefühle». Im Sommer wurde eine Abschussbewilligung für den Wolf, der bereits über 60 Schafe gerissen hat, verweigert. Patrick Amacker sagt zu 1815.ch: «Ich befürchte, dass ein Betroffener eines Tages die Sache selber in die Hand nimmt und den Wolf abschiesst.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ex-Städter am 13.10.2014 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Zeit...

    ...bis der Wolf in der Stadt ist. Freue mich schon jetzt auf die Kommentare der Städter welche den Abschuss des Wolfes fordern...

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  • Isolde am 13.10.2014 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Die Frage ist berechtigt

    Wann reagieren die Behörden? Eine berechtigte Frage. Wölfe sind nicht dumm, sie merken rasch, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht. Und was passiert dann? In Tierparks werden Wölfe und Bären sehr streng gesichert gehalten, und dies mit gutem Grund!

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  • Susanne am 13.10.2014 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    auf den Geschmack gekommen

    Wenn es ein und derselbe Wolf ist, der im Sommer schon über 60 Schafe gerissen hat, wundert es mich gar nicht, dass er den Tieren "hinterherzieht" und sich dabei auch dem Menschen nähert. Einen solchen "Wiederholungstäter" sollte man aufhalten dürfen (muss ja nicht gleich abschiessen sein, ev. kann er auch eingefangen und in einen Tierpark gebracht werden?) Nachdem er die leichte Beute Schaf entdeckt und schon so viele Tiere gerissen hat, wird er nicht mehr davon abzubringen sein. Aus Wolfsicht: wieso auch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ludi am 14.10.2014 20:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schafzucht für den wolf

    Warum nehmen die Städtler den Wolf nicht einfach in die und Züchten dort Schafe und verfüttern sie an die Wölfe

  • pewi50 am 14.10.2014 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Gemeinsam sind wir stark.

    Ein Wolf darf heute 50-60 Schafe töten, ohne dass es Konsequenzen hat. Mein Vorschlag: Wir organisieren 50-60 Menschen, um ein Raubtier zu töten! Anschliessend werden die anwesenden Menschen von Raubtierbefürwortern angezeigt! Nun ziehen wir gemeinsam vor Bundesgericht!

  • pewi50 am 14.10.2014 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Art. 15 StGB und Art. 17 StGB

    Isolde Es ist nicht die Frage wann die Behörden reagieren! Der Schweizerbürger muss den Behörden aufzeigen, was Sache ist! Wir haben ein Gesetz wo uns vor solch "nicht demokratischen" Raubtierbefürwortern schützt! Lesen Sie bitte die Art. 15 StGB und Art. 17 StGB

  • Jack Bilbo am 14.10.2014 11:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Rückeroberung

    kein wunder begibt sich der wolf immer mehr in unser gebiet, denn wir dringen ja mit unseren Schafsherden auch immer weiter in sein Revier ein und nehmen so seine natürliche Umgebung weg

  • Koenig Denise am 14.10.2014 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt?

    War es wirklich ein Wolf?