Tote Schweizer Familie

13. November 2017 15:24; Akt: 13.11.2017 15:24 Print

«Sie sagte, sie habe viele Sorgen»

Eine Schweizer Familie ist in den USA tot aufgefunden worden. Ehemalige Nachbarn können sich die Umstände nicht erklären. Laut Bekannten gab es jedoch Probleme.

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Am Donnerstagabend sind im amerikanischen Bundesstaat Utah die Leichen von drei Schweizern und einer weiteren Person gefunden worden. Sie gehörten alle zu einer Familie. Die 42-jährige Schweizer Mutter, der 45-jährige amerikanische Vater, die 16-jährige Tochter der Mutter sowie der 5-jährige Sohn hatten bis im Juli in der Schweiz gelebt, in den Regionen Neuenburg und Waadt.

In Verrières NE hat das schweizerisch-amerikanische Paar drei Jahre gelebt. «Sie haben sich sehr geliebt. Die Kinder waren herzig. Ich verstehe nicht, wie ein solches Drama passieren konnte», sagt eine ehemalige Nachbarin. Seit sie vom Tod der Familie erfahren habe, könne sie nicht mehr schlafen und nichts mehr essen.

«Sie sagte, ihr Mann liebe sie zu fest»

Laut einer anderen ehemaligen Nachbarin schienen die beiden ein perfektes Paar zu sein: «Er arbeitete in der Nacht bei Nestlé, weil es finanziell besser war. Er verliess um 3 Uhr das Haus. Bevor er ging, stand seine Frau immer auf, um mit ihm Kaffee zu trinken.» Die Mutter habe am Wochenende in Lausanne in einem Geschäft gearbeitet. Die restliche Zeit habe sie sich um den fünfjährigen Sohn gekümmert. «Ich habe nie einen Streit gehört», so die ehemalige Nachbarin.

Ganz so idyllisch schien die Beziehung allerdings doch nicht zu sein: «Die Frau hat sich distanziert und wirkte traurig», sagt eine Bekannte. «Sie hat mir anvertraut, dass sie viele Sorgen hat.» Eine andere Freundin sagt, dass ihr die 42-Jährige erzählt habe, ihr Mann liebe sie «zu fest» und sie hätten Geldprobleme.

Vater hatte mit Tochter drei Jahre keinen Kontakt

Der 45-jährige Ehemann habe früher in den USA als Pilot in der Armee gedient, erzählt eine Bekannte. In dieser Zeit habe er offenbar Traumatisches erlebt, über das aber nicht gesprochen wurde.

Die genauen Todesumstände werden derzeit noch untersucht. Die Polizei geht jedoch von einem erweiterten Suizid aus. Der Vater der 16-Jährigen sagt, er habe seit drei Jahren nichts mehr von seiner Tochter gehört. Dies aufgrund der schwierigen Beziehung zu ihrer Mutter. «Ich bedaure, dass ich ihr nicht sagen konnte, dass ich sie liebe», sagt er.

(20minutes/vro)