Bier-Posse

11. Januar 2018 05:50; Akt: 11.01.2018 09:45 Print

Japaner sorgen mit #SanktGallen für Rätsel

Eine Brauerei aus Japan vermarktet Bier unter dem Namen Sankt Gallen und mit Gallus auf der Flasche. Ein Etikettenschwindel?

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«Was ist denn das für ein Beschiss?», dachte sich ein Leser-Reporter, als er kürzlich auf Twitter den Post eines japanischen Biertrinkers sah. Stolz präsentiert dieser seine kürzlich gekaufte Bierflasche. Darauf abgebildet ist der irische Mönch Gallus, Stadtgründer St. Gallens und Aushängeschild lokaler Biermarken. «Haben Japaner den Namen St. Gallen für ihre Biermarke geklaut?», fragt sich der Leser-Reporter.

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Auf Twitter wimmelt es von Posts mit diesem ominösen Bier und alle sind sie mit Hashtag #SanktGallen versehen. Sogar das Etikett der Flaschen sieht jenen von Schützengarten verdächtig ähnlich. 20 Minuten ging auf Spurensuche.

Mit Zusatz aus dem Elefantenmist

Hinter dem Sankt Gallen Bier steckt offenbar ein Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Tokio. Die Brauerei nennt sich Sankt Gallen Brewery und vermarktet auf ihrer Website diverse Biersorten unter diesem Namen, von Schwarzbier über Pale Ale bis zu einem mit Schokolade. Im Internet stösst man bei der Suche nach dem Bier auf allerlei Kurioses: So hat das 1993 gegründete Unternehmen angeblich einmal eine Edition mit Elefanten-Dung hergestellt: Von den Tieren ausgeschiedener Kaffee sollte das Bier veredeln. Und jüngst erschien das Bier in einer bekannten Manga-Serie.

Vom «St. Galler Tagblatt» 2013 auf die Japaner angesprochen, hiess es von Seiten der Brauerei Schützengarten, man wolle Kontakt mit den Japanern aufnehmen und den Austausch suchen.

Vom Klosterplan inspiriert

«Meine Anfragen blieben lange Zeit unbeantwortet», sagt Reto Preisig, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Brauerei Schützengarten, am Mittwoch zu 20 Minuten. Erst vor kurzem habe die Kontaktaufnahme dank einer Japanisch-Übersetzerin geklappt. Der Gründer der Brauerei, Nobuhisa Iwamoto, sei über die Post aus St. Gallen sehr erfreut gewesen.

«Ich fragte ihn natürlich, warum er denn den Namen Sankt Gallen verwende», so Preisig. «Er hat sich vom St. Galler Klosterplan inspirieren lassen, in dem bereits im Jahr 820 drei Brauereien eingetragen waren», erzählt Preisig. Grund genug für den Japaner, den geschichtsträchtigen Namen als Aufhänger für seine eigene Marke zu brauchen.

«Ein Export in die Schweiz wäre problematisch»

Gelernt habe der Japaner sein Handwerk in San Francisco in den Neunzigerjahren. Deshalb braue er mit seinen sechs Mitarbeitern vor allem Biere im amerikanischen und europäischen Stil. Markenrechtliche Probleme sieht Preisig keine: «Herr Iwamoto vermarktet sein Bier nur in Japan. Probleme gäbe es, wenn er plötzlich in die Schweiz exportieren würde», so Preisig. Und: «Ich habe Herrn Iwamoto eingeladen, uns in St. Gallen zu besuchen.» Die Antwort des Bierbrauers aus Japan steht noch aus.

(tso)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AlexG. am 11.01.2018 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Witzig

    Allgemein bekannt ist, dass Asiaten auf alles stehen, was mit Alpen zu tun hat. Persönlich find ich das Witzig. Wenn es um's Etikett geht: Da sehe ich keine Ähnlichkeit. Eher erinnert es mich ans Etikett vom Franziskaner Weißbier aus München. Einen schönen Tag und Prost

  • Fugu am 11.01.2018 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Bier egal

    Rettet die Welt. Denn es ist die einzige mit Bier! Jeder der bereits einmal in Japan war weis, wie gerne Japaner Bier trinken und was für verrückte Geschmacksrichtungen es dort gibt, sage nur Elefanten-Dung. Für mich als Stadt-St.Galler geht dieses Etikett voll in Ordnung und sehe es sogar als Hommage an die historische Klosterbrauerei in St.Gallen.

  • Swisshoopz am 11.01.2018 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    True

    Letztes Jahr war ich in Tokio, und ich konnte dieses Bier trinken. Es schmeckte mir wirklich. Hier kann ich kein Bier trinken, aber diese Sorte war echt schmackhaft. Kann ich jedem empfehlen :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • E.P. am 11.01.2018 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut zu wissen

    Heidi ist auch eine japanische Erfindung.

    • andi am 12.01.2018 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E.P.

      Die Serie damals wurde jedenfalls von den Japanern gemacht

    einklappen einklappen
  • Japanerin am 11.01.2018 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nanana

    Das Etikett ist überhaupt nicht ähnlich und das sind keine Mangas, sondern Bilder aus Animes... Und dafür habt ihr studiert liebe Redaktoren?! Tz tz tz

  • Stefan gubser am 11.01.2018 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tja...

    ich kann Ihnen keinen Vorwurf machen, schliesslich haben die Briten auch die Bier Marke superdry geklaut und machen jetzt kleidung

  • Marcus Severus am 11.01.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Markenrecht

    Ich kenne mich mit Markenrecht nicht aus aber ich kann mir nicht vorstellen dass ein Städtenamen so weit geschützt ist dass er nicht für ein Bier verwendet werden dürfte und mit Schützengarten besteht nun wirklich kaum eine Ähnlichkeit ;-)

  • Swisshoopz am 11.01.2018 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    True

    Letztes Jahr war ich in Tokio, und ich konnte dieses Bier trinken. Es schmeckte mir wirklich. Hier kann ich kein Bier trinken, aber diese Sorte war echt schmackhaft. Kann ich jedem empfehlen :)