Ostschweiz

13. November 2017 05:53; Akt: 13.11.2017 05:53 Print

Einkaufstouristen kehren in die Schweiz zurück

Seit Jahren leidet der Ostschweizer Detailhandel unter dem Einkaufstourismus. Doch jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab.

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Erstmals seit Jahren atmet die Möbelbranche in der Ostschweiz auf. «Die Kunden kommen langsam zurück», sagt Markus Gadola, Geschäftsführer des Möbelhauses Schnetzer in Gossau, gegenüber der «Ostschweiz am Sonntag». Dies liege vor allem daran, dass die Preise in der Schweiz konkurrenzfähig geworden seien.

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Labels passten sich an

Der Möbelhandel ist eine jener Branchen, die besonders schwer unter dem Einkaufstourismus litten. Denn zur Währungsdifferenz kam hinzu, dass viele Labels extrahohe Schweizpreise verlangten. Bei einem Bett oder einem Sofa konnte die Differenz rasch mehrere hundert Franken ausmachen. Das scheint vorbei zu sein. «Auch die Preise grosser Labels haben sich in der Schweiz dem internationalen Markt angepasst», sagt Charly Gamma, Geschäftsleiter des Wiler Möbelhauses Gamma.

Die Möbelhäuser der Region meisterten die Herausforderungen der letzten Jahre auf unterschiedliche Weise. Bei Gamma in Wil oder bei Schnetzer in Gossau setzte man auf eine gute Beratung und Produkte, die bei der Planung und Montage komplex sind. «Diese Dienstleistungen sind kaum online zu haben», sagt Charly Gamma zur «Ostschweiz am Sonntag».

Umsatzverluste ennet der Grenze

Beim Möbelmarkt Meier in Wittenbach wiederum setzt man auf tiefe Kosten. Diese erreicht man, indem man bei der Ausstellungsfläche spart oder indem man mit einem deutschen Einkaufsnetzwerk zusammenarbeitet. Geschäftsführer David Meier verweist gegenüber der Zeitung auf mehrere Möbelstücke, die in Wittenbach deutlich günstiger sind als etwa bei bei XXXLutz in Vorarlberg.

Wegen des Preises müsse niemand mehr ins Ausland fahren, sagt Meier. In der Branche befürchtet man allerdings, dass es noch eine Weile dauert, bis die Kundschaft das merkt. Fest steht aber: Der Einkaufstourismus stagniert: «Die Grossen an der Grenze machten letztes Jahr Umsatzverluste», sagt Markus Gadola von Möbel Schnetzer mit Blick aufs nahe Ausland.

Gutscheine für die Kundschaft

Und auch im Thurgau wittert man Morgenluft. Das Gewerbe macht aufs Weihnachtsgeschäft hin mobil gegen den Einkaufstourismus. TG Shop, der Verband für Thurgauer Fachgeschäfte, lanciert eine Kampagne mit Geschenk-Karten im Gesamtwert von 40'000 Franken, die man an die Kundschaft verteilt. «Wir wollen ein Zeichen gegen den Einkaufstourismus setzen, damit das Geld im Thurgau bleibt», sagt Matthias Hotz, Präsident von TG Shop.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • SonjaA am 13.11.2017 06:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Ich arbeite als Kassiererin, danke tausend mal allen, die in der Schweiz einkaufen, nicht selber scannen! Dafür schenke ich gerne jedem Kunden ein Lächeln das von Herzen kommt! Schöns Tägli euch allen! ;)

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  • Arakis am 13.11.2017 06:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Extra hohe Schweizpreise...

    Die Schweizer werden abgezockt und statt das die Politik etwas gegen den Schweizzuschlag unternimmt, zwingt man die Bevölkerung mit tieferen Freigrenzen hier einzukaufen. Für wen arbeiten die Politiker eigentlich?!?

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  • Fritz am 13.11.2017 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts wie weg

    Mittlerweilen hält man es in Konstanz, ob all den ZH und AG Damen mit ihren SUV's, als normaler Schweizer Einkaufstourist auch nicht mehr aus. Da bleibt nur die Flucht ins eigene Land.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 13.11.2017 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wundert mich etwas

    Könnt ihr mir sagen um welche es sich handelt, sehe nur CH Nummernschilder in D. Möbel Braun in Singen ist immer noch viel billiger als bei uns und die meisten Möbel sind aus der EU, auch bei Schubiger und anderen.

  • Nelly am 13.11.2017 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    na dann mal los

    Vorher haben sie in Konstanz über die vielen Schweizer gemotzt. Jetzt können sie ja wegen Umsatzverlusten meckern.

  • Thurgaudi am 13.11.2017 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Maispoulet

    Mein lieblingsMaispoulet wird vom gleichen Französischen Produzent, sowohl nach Deutschland wie auch in die Schweiz Importiert. Nur mit dem unterschied das dieses Produkt in Konstanz 3 mal günstiger is(s)t. Dafür habe ich kein Verständnis

  • Sondra am 13.11.2017 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Werde ich nie verstehen

    Eine Bekannte war bestimmt schon in 10 Läden um etwas bestimmtes zu kaufen. In allen Läden gibt es dieses Teil, aber sie findet es zu teuer. Nun fährt sie diese Woche noch nach Deutschland, weil es dort scheinst billiger ist. Also die Zeit, Sprit und den Autoabschreiber, hätte sie es einfach beim ersten Laden kaufen sollen. Es wird in D wahrscheinlich nur 5 Euro billiger kommen. Ich sage jetzt nicht, dass sie dazu erst noch 60 Kilometer fahren muss. Ein Weg. Upps. Jetzt hab ich es doch getan.

  • Käfer am 13.11.2017 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst gut sein

    Warum immer diese diskussion?schweizer kaufen im de ein und deutsche arbeiten in der schweiz...will man das eine verbieten müsste man das andere auch unterbinden da die deutschen den schweizern ja die arbeit wegnehmen...