Thurgauer vermisst

13. November 2017 09:23; Akt: 14.11.2017 11:20 Print

Drama um Bergsteiger – Schnee erschwert Suche

Am Säntis im Alpstein wird seit Samstagmorgen ein junger Thurgauer vermisst. Die Suche der Bergrettung des SAC ist bislang erfolglos verlaufen.

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«Angehörige haben am Sonntagabend den jungen Mann als vermisst gemeldet», bestätigt Matthias Graf von der Kantonspolizei Thurgau eine Meldung des «St.Galler Tagblatts» vom Montag. Seit Samstagmorgen habe man nichts mehr von ihm gehört.

Video auf Instagram als letztes Lebenszeichen

Der 25-jährige S. J.* wird im Gebiet rund um den Säntis vermutet, da sein letztes Lebenszeichen ein Video auf Instagram war, das auf einem schneebedeckten Bergweg im Alpstein aufgenommen wurde. «Er kam einfach nicht nach Hause. Da war mir sofort klar, dass etwas nicht stimmt», sagt der Bruder des Vermissten am Montag gegenüber 20 Minuten. Wie er gegenüber fm1today angibt, sei sein Bruder ein erfahrener Sportler und Berggänger. Das bestätigt auch die Mutter des Vermissten: «Mein Sohn ist ein Bergsteiger durch und durch.» Er sei fast jedes Wochenende in den Bergen unterwegs gewesen. Doch erst kürzlich habe er eine Knochenhautentzündung gehabt. Dieser Trip in den Alpstein sei wieder das erste Mal seit Langem gewesen.

Ihr sei aber auch immer klar gewesen, dass die grosse Leidenschaft ihres Sohnes Gefahren mit sich bringt. Nun könne sie eigentlich nur abwarten und hoffen. «Für mich ist die Situation natürlich schlimm», sagt die Mutter. Denn es sei klar: «Die Wahrscheinlichkeit, dass er noch lebt wird leider immer kleiner.» Freunde und Verwandte haben nun in den Sozialen Medien einen Aufruf gestartet. Sie hoffen, dadurch Hinweise auf den Verbleib von S. J. zu erhalten. Sein Auto konnte am Sonntag im Säntisgebiet gefunden werden.

Keine Helikopter-Flüge

Seit Sonntag sind Rettungskolonnen des SAC und der Polizei im Alpstein unterwegs – bislang ohne Erfolg. «Die Verhältnisse sind schwierig», sagt ein SAC-Retter, der am Montag im Einsatz stand. «Es hat zwischen 30 und 70 Zentimeter Neuschnee, die Lawinengefahr ist erheblich und die Sicht meistens schlecht», sagt der Mann. Die Retter hätten deshalb längst nicht in alle Gebiete vorstossen können.

Die Suche ist ein Wettlauf gegen die Zeit. «Die Temperaturen im fraglichen Gebiet liegen irgendwo zwischen null und minus zehn Grad», so der Retter. Daran dürfte sich auch am Dienstag nichts ändern. Allerdings dürften die Schneefälle nachlassen. Möglich, dass dann die Rega wieder im Gebiet fliegen kann. «Das schlechte Wetter vor Ort erlaubte am Montag keine Flüge mit dem Rettungshelikopter», sagt Philipp Keller, Pressesprecher der Rega.

* Name der Redaktion bekannt

(lad)