A13

15. November 2017 05:41; Akt: 15.11.2017 07:34 Print

Biberbau unter der Autobahn entdeckt

Ein Biber errichtet seinen Bau unter der Autobahn A13. Ein Jäger befürchtet, dass das Tier deshalb in ein Gebiet umgesiedelt wird, wo ihm der Tod droht.

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Der Bach Böschach in Widnau SG wird von der Autobahn A13 gekreuzt. Er wird unter dieser durch einen Tunnel geführt. Doch just in diesem Tunnel hat ein Biber seinen Bau errichtet.

«Der Biber hat mitten im Tunnel seine Burg gebaut. Sie reicht bereits bis fast zur Decke», sagt ein Leser-Reporter. Er sei beeindruckt vom Bauwerk. «Der Bau hat sogar das Hochwasser von Anfang September heil überstanden. Und er hat dem Druck des vielen Wassers stand gehalten, ohne dass dem Biber Hilfsmittel wie Nägel oder Ähnliches zur Verfügung stehen.»

Leser-Reporter filmten den Biber im Gebiet Böschach bei Widnau SG

Biber in Liechtenstein getötet

Der Bau könnte für die Autobahn oberhalb des Tunnels zum Problem werden. Sollte dies der Fall werden, wünscht sich der 62-jährige Widnauer, dass der Biber umgesiedelt wird. Dies aber an einen sicheren Ort. «Keinesfalls darf der Biber, wie früher geschehen, nach Liechtenstein gebracht werden, denn dort ist er nicht geschützt und er könnte geschossen werden», sagt der Widnauer, der selber Jäger ist.

In Liechtenstein wurden in den letzten Jahren rund zwei Dutzend Biber getötet. Die Umweltorganisationen WWF St. Gallen und Pro Natura St. Gallen-Appenzell empörten sich diesen Frühling über das Vorgehen. «Dieses Vorgehen kommt schon fast an eine Massentötung heran», sagten die Umweltorganisationen damals.

Tägliche Beobachtung

Doch derzeit droht dem Biber von Widnau noch kein Ungemach, wie die Gebietseinheit 6 der Nationalstrassen, zuständig für die Sicherheit auf dem betroffenen Abschnitt der A13, auf Anfrage mitteilt. «Wir haben die Situation vor Ort zusammen mit dem Wildhüter beurteilt. Derzeit besteht kein Sicherheitsproblem, dass Sofortmassnahmen benötigen würde.» Der Zulauf und die Hochwassersituation würden jedoch täglich beobachtet.

Würde sich die Hochwassersituation verschärfen, müsste man sich überlegen, einen Durchfluss in den Bau zu fräsen. Da der Biber ein geschütztes Wildtier ist, sei man mit Massnahmen zurückhaltend. Ausserdem gebe es vorgelagert bei der Böschach auch noch ein Rückhaltebecken, mit dem man die Hochwassersituation regulieren könne.

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wale am 15.11.2017 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biberbau

    Auch die Biber benötigen ein zu Hause. Wer hat ihren Lebensraum zerstört?

    einklappen einklappen
  • Hamster Backe am 15.11.2017 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Dankeschön für so viel tierische Rücksicht!

  • S.Sch am 15.11.2017 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch ,Natur

    Wenn man solche Tiere im Land behalten möchte,sollte man auch genug unberührte Natur haben.So viele Menschen in einem kleinen Land wie die Schweiz,das geht manchmal einfach nicht.Wir müssen uns bald entscheiden,entweder die unkontrollierte Einwanderung stoppen oder Tiere und Natur.Beides zusammen geht nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Auch Jäger am 15.11.2017 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    Komischer "Kollege"

    Was hat denn der "Kollege" für ein Problem wenn der Biber halt jetzt geschossen wird, wie hundertausende andere Tiere jedes Jahr auch? Der Biber wurde ja nicht umsonst immer sehr gerne gejagt. Er sollte also nicht so tun und seinen Mann stehen.

  • Wittwer am 15.11.2017 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt

    Wer bezahlt die Überschwemmung wegen diesen Tieren? Wer bezahlt, hat das Sagen! Sind noch Fragen?

  • Rolling Stones am 15.11.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja, der Biber

    Ich habe es geahnt, jetzt ist es soweit. Der Biber schläft unter der Autobahn. Soweit ist es gekommen, das wünscht man sich nicht mal für ein Tier. Hätte er besser seine Tour nicht abgebrochen. jä nu... tschau pips.

  • hellosunshine1 am 15.11.2017 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krank

    Das wir Menschen uns wirklich erbarmungslos überall einmischen und das Gefühl haben über Leben und Tod von Tieren zu entscheiden ist doch krank!

  • Nati am 15.11.2017 08:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Im Sinne des Tieres...

    Wow! Wahnsinns Bau! Schön das man vernünftig und im Sinne des Tieres handelt. Respekt!