Rastplatz Walensee

28. September 2017 17:40; Akt: 28.09.2017 17:47 Print

«Sperrung der Zufahrt ist eindeutig widerrechtlich»

Die Zufahrt zum Rastplatz der ehemaligen Raststätte Walensee ist dauerhaft gesperrt. Der Eigentümer der Liegenschaft ist darüber nicht erfreut.

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Das zuständige Bundesamt für Strassen (Astra) macht Sicherheitsgründe für die Sperrung des Rastplatzes geltend. Das betroffene Grundstück, die ehemalige Raststätte Walensee, gehört der Firma Restwal von Heinz Peter Moravcik. Dieser äussert sich gegenüber «Südostschweiz» mit klaren Worten: «Dieser Entscheid der Astra ist widerrechtlich.»

«Typisch für das Astra»

Denn laut Moravcik ist im Grundbuch festgehalten, dass das Astra die Dienstbarkeit der Zufahrt zu seinem Gebäude gewährleisten müsse. Beim Grundbuchamt Glarus Nord bestägt man gegenüber 20 Minuten, dass Dienstbarkeiten festgehalten sind. Was diese genau beinhalten, war nicht zu erfahren.

Doch Moravciks Vorwürfe ans Astra gehen noch weiter: Dieses brauche den Rastplatz als Umschlagplatz für eine nahegelegene Baustelle. Tatsächlich muss beim Kerenzerbergtunnel ein Sicherheitsstollen gebaut werden. Laut Moravcik habe das Astra vor, das anfallende Ausbruchmaterial vom Rastplatz durch ein rund 20 Meter tiefes Loch und über ein Förderband auf Schiffe verladen zu lassen.

Beim Astra weist man Moravciks Vorwürfe zurück. Man sei gesetzlich nicht dazu verpflichtet, die Zufahrt zu einer geschlossenen Raststätte zu gewährleisten, sagt Marcel Berger vom Astra auf Anfrage von 20 Minuten. Und auch an der Baustellen-Geschichte sei nichts dran. Berger: «Die ganze Entsorgung geht über Strassen und Schienen und nicht über den Wasserweg, das war nie ein Thema.»

«Schlimmere Einfahrten wie Mühlehorn lassen grüssen»

Die Sperrung des Rastplatzes über dem Walensee hat auch bei den Leserinnen und Lesern von 20 Minuten für Wehmut und Empörung gesorgt. Die spontane Abkühlung im Walensee werde ihm künftig fehlen, schreibt ein Leser. Andere kritisieren die vom Astra genannten Sicherheitsgründe, insbesondere den der zu kurzen Anfahrt. Dann müssten diverse weitere Autobahnausfahrten gesperrt werden, so ihr Argument. «Liebe Astra-Leute, wenn ihr das gefährlich nennt, müsst ihr aber auf der gleichen Strecke bei Mühlehorn die Einfahrt auch sperren», so ein Leser.

Marcel Berger bestätigt: «Die Einfahrt bei Mühlehorn ist tatsächlich zu kurz.» Dennoch müsse man die Gesamtsituation beachten. Würde man diese Zufahrt sperren, hätte dies starke Konsequenzen für die dortige Bevölkerung. Der Rastplatz Walensee hingegen habe nicht viel zu bieten, die Situation der beiden Zufahrten sei deshalb nicht vergleichbar.

Zukunft ungewiss

Die Zukunft der ehemaligen Autobahnraststätte ist ungewiss. Ob wegen der gesperrten Zufahrt ein Rechtsverfahren seitens der Firma Restwal eingeleitet wird, ist offen.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lisa schni am 28.09.2017 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsgültig eingetragene Dienstbarkeit

    Wenn ich beispielsweise zugunsten meiner Liegenschaft ein Fuss- und Fahrwegrecht im Grundbuch eingetragen habe, ist dieses rechtsgültig, selbst wenn das Gebäude seit Jahren leer steht. Niemand, auch nicht das Astra kann mir dies streitig machen - basta!

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  • Heinz am 28.09.2017 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Habe es gewusst...

    ...da ist was faul, da soll von Amtes wegen wieder mal jemand über den Tisch gezogen werden!

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  • Tinitus in den Augen am 28.09.2017 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rastplatz hat nicht viel zu bieten.

    Wie blind muss man sein?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jakob am 04.10.2017 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufgeblähte

    Astra lässt grüssen. Vorschriften und überbordende Bürokratie kommt von aufgeblähten Bundesamt.

  • Hugo am 04.10.2017 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensgefählichere Ausfahrten

    ...ich denke da an den Rastplatz von Sissach her Richtung Arisdorftunnel. Da muss man vom Stand aus (die Ausfahrt ist fantsatischerweise mit einem Stop gekennzeichnet was eine zwingenden und unabdingbaren Sicherheitshalt bedeutet) auf die Autobahn hinaus Fahren. Wohl dem der einen Lamborghini sein eigen nennen kann. Alle anderen haben die Arsc.karte gezogen und können froh sein den Rastplatz lebend verlassen zu können. Da wäre eine sofortige Schliessung eindeutig gerechtfertigt. Von mir aus könnte man sich das Astra Sparen. Die hatten noch nie eine wirklich Gute Idee.

  • Mistmesser am 01.10.2017 23:56 Report Diesen Beitrag melden

    mit unterschiedlichen Ellen messen?

    Freue mich schon auf Geschichten mit Korruption und Schlimmerem? Hoffentlich wirds bald interessant.Vielleicht wird mit unterschiedlichen Ellen gemessen? W$re es das erste Mal?

  • Wal Ensee am 30.09.2017 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Unfälle bekannt?

    Es gibt ja sicher auch eine Statistik über die Unfallzahlen auf der Ein- oder Ausfahrt. (Aber: traue nie einer Statistik, die du nicht selber manipuliert hast) Interessant übrigens: im Moment ist nur die Einfahrt gesperrt, die Ausfahrt nicht!

  • Virago 1000 am 29.09.2017 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur komisch......

    Den Parkplatz bei der geschlossenen Raststätte sperren wegen zu kurzer Einspuhrstrecke kann ich noch irgendwie nachvollziehen.Die Einfahrt Mühlehorn aber mit einer fadenscheinigen Erklärung bestehen lassen ergibt keinen Sinn.Ausserdem auf der Ausfahrtstafel Mühlehorn auf eine Raststätte hinweisen (gekreuzte Gabel mit Messer auf weissem Grund ) die es gar nicht gibt ist auch mehr als fragwürdig.Vorspiegelung falscher Tatsachen ! Auch hier wird der Autofahrer für dumm verkauft.