Kristallhöhlenmord

16. November 2017 05:49; Akt: 16.11.2017 12:23 Print

«Wir sind überzeugt, dass wir diese Morde aufklären»

Um den Mordfall von 1982, bei dem bei der Kristallhöhle bei Oberriet SG zwei Mädchen ermordet wurden, zu lösen, wurde eine IG gegründet. Das Echo ist enorm.

Aktzenzeichen XY hat am 8.7.1983 über den Fall berichtet.
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«Was wir tun, ist wichtig und richtig. Das grosse Echo ist für uns ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, und auch ein Ansporn», so der Gründer der IG Kristallhöhlenmord am Mittwoch zu 20 Minuten. Anfang November wurde die Interessengemeinschaft von dem pensionierten Justizbeamten gegründet. Bisher seien sehr viele Rückmeldungen eingegangen. «Zum einen von Personen, die aktiv mitmischen wollen, aber auch von Menschen, die einfach froh sind, dass der Fall nicht vergessen wird und wir etwas tun», so der Mann.

«Der Täter- und Mitwisserkreis ist weitgehend bekannt»

Derzeit würden alle Anfragen gesichtet und genau geprüft. «Das benötigt eine gewisse Zeit», so der Gründer. Sehr erfreulich sei, dass sich weitere in der Kriminologie fachspezifisch ausgebildete Personen mit praktischer Erfahrung für eine aktive Mitarbeit gemeldet hätten. Darunter auch ein bekannter deutscher Kriminalist und Profiler. Zudem seien wertvolle Hinweise zum Fall eingegangen, denen nun auch nachgegangen werde.

In Schweigen gehüllt

«Der Täter- und Mitwisserkreis ist weitgehend bekannt», so der IG-Gründer. Die Krux an der Sache sei, dass die Protagonisten nicht sprechen wollten und sich teilweise anwaltschaftlich schützen lassen würden. «Um hier einen weiteren Durchbruch zu schaffen, wird nun auf das Mitwirken der IG grosse Hoffnung gelegt.»

Aus taktischen Gründen werde die IG in keinen öffentlichen Registern geführt oder in elektronischen Plattformen erscheinen. Zudem bleiben alle Mitglieder, insbesondere der Vorstand, bis auf weiteres unter dem Schutz der Anonymität. «Sobald sich Ermittlungserfolge einstellen, entscheidet der Vorstand über öffentliche Informationen», so der pensionierte Justizbeamte.

Er betont, dass es oberstes Gebot sei, alle Erhebungen und Nachforschungen unter Wahrung des Personenschutzes und Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften sowie äusserst diskret durchzuführen. «Wir sind keine staatliche, sondern eine rein private Organisation, die auf Informationen aus der Bevölkerung angewiesen ist.»

Glauben an Erfolg

Zwar sagte Thomas Hansjakob, Erster St. Galler Staatsanwalt, zur Gründung der IG: «Selbst wenn sich der Mörder bei uns meldet, werden wir nichts tun.» Ausserdem glaube er nicht, dass der Fall nun von Privaten gelöst werden könne. Das sieht der Gründer der IG aber anders: «Wir sind überzeugt von unserer Sache und dass wir diese Morde noch aufklären werden. Ansonsten würden wir das nicht machen.»

Wer sich für die IG interessiert, kann sich unter folgender E-Mail-Adresse melden: kristallhoehlenmord@gmx.ch

(taw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 16.11.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Moralisch verjährt die Tat nie

    Auch wenn die Sache verjährt ist und der Mörder juristisch nicht mehr belangt werden kann, ist es doch gut, wenn er wieder an seine Untat erinnert wird, befürchten muss doch noch aufzufliegen und nicht einfach sein Rentnerdasein geniessen kann.

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  • petra am 16.11.2017 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kristallhöhlenmorde

    ich wohnte da und es war schlimm, als das passierte. viel erfolg ..mord darf nicht verjähren..die mädchen sind nicht vergessen, und haben es verdient, dass man den mörder findet.

  • Anna am 16.11.2017 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    warum verjährt in der Schweiz ein Mord

    in der Schweiz verjährt ein Mord, in anderen Ländern nie. Was ist das denn für eine Gesetz!! Die Morde von damals waren eine furchtbare Tat und es wäre wünschenswert, wenn sie endlich aufgeklärt würden, auch wenn der oder die Täter ev. inzwischen bereits verstorben sind.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Heeb am 17.11.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    Gerüchteküche

    Seit Gedenken wird in Oberriet und Umgebung gemunkelt, dass der Architekt als Täter in Frage kommt. Gerüchte kommen nicht von ungefähr. Vielleicht vertrieb ihn der Föhn in den Süden. Wer weiss...

  • Anwohner am 17.11.2017 05:31 Report Diesen Beitrag melden

    Schad das dies so weit muss kommen.

    Mord darf nie verjähren, egal wie lang der Fall zurückt liegt. So verliert die Justiz Ihre Glaubwürdigkeit, Es darf nicht sein , dass private Ermitlungen durch führen wollen, obwohl Sie keine befugnisse dazu haben. Ich bin Neuzuzüger in Kobelwies, seit dem Mord sind viele gegangen oder dazu gekommen. Private haben zu Gemeinderegster keinen zugang. Etc.

  • C.H am 16.11.2017 20:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Graue Auto

    Warum verschwand denn vom Architekten sein grauer Mercedes unmittelbar nach dem Mord? Warum verschwand er nach Italien? Mein Vater erzählte auch viel von einem Mann, der dem Architekten die Wasserleitung baute. Ich komme aus Kobelwald und etwas stimmt einfach nicht mit diesä Archetäkt nöd.

  • Eri am 16.11.2017 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sei zu hoffen...

    ...dass diese Morde aufgeklärt werden. Ebenso sei zu hoffen, dass der oder die Mörder noch am Leben sind. Sollten sie dies sein, wäre es eine Genugtuung, dass sie auch im hohen Alter ihre gerechte Strafe bekommen. Denke da an einen Architekten, der angeblich im Ausland lebt...

  • N.S. am 16.11.2017 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    N.S.

    Wir kannten den Architekten sehr gut und wussten ihn stets als liebenswürdigen Menschen zu schätzen. Von Tierquälerei war da keine Spur.