Frauenfeld

10. April 2016 09:07; Akt: 10.04.2016 12:59 Print

Wieder Lieferwagen in «Deppenfalle» geraten

Gleich zweimal innerhalb einer Woche blieb ein Lastwagen in der Bahnhofsunterführung in Frauenfeld stecken. Im Thurgau nennt man diese auch «Deppenfalle».

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Schon wieder: Am Donnerstag kollidierte ein Lieferwagen mit der Decke der Bahnunterführung auf der Rheinstrasse in der Nähe des Bahnhofs Frauenfeld. Ein 28-jähriger Chauffeur missachtete die Höhenbegrenzungstafel vor der Bahnunterführung, kollidierte mit dem Höhenbegrenzungs-Balken und blieb mit seinem Gefährt schlussendlich in der Unterführung stecken.

Dabei verletzten sich Lenker und Beifahrer leicht bis mittelschwer und wurden mit dem Rettungsdienst ins Spital gebracht, wie die Kantonspolizei am Freitag mitteilte. «Der Fahrer blutete an der Stirn», sagt ein 24-jähriger Frauenfelder zu 20 Minuten.

Bereits sieben Anzeigen dieses Jahr

Die Unterführung ist in Frauenfeld berüchtigt. Sie ist wegen diverser Gleise in der näheren Umgebung nur etwas über 2,70 Meter hoch. Das ist zu wenig für viele Liefer- und Lastwagen, weshalb es regelmässig zu Kollisionen kommt. Auch letzten Samstag prallte ein Lieferwagen an die Decke der Unterführung. Damals gab es keine Verletzte. Von 2002 bis Mitte 2014 wurden 39 Unfälle registriert. Allein dieses Jahr sind drei Lenker an der Decke hängen geblieben, vier weitere streiften den Warnbalken, wie die Kantonspolizei auf Anfrage mitteilt. Die Lenker werden entsprechend angezeigt.

Die Kollisionen mit dem Warnbalken und der Decke lösen diverse Wartungsarbeiten aus. Jährlich müsse die Höhenbegrenzung rund zwanzig Mal instandgestellt werden und die Begrenzungslatte müsse sogar alle drei Monate ausgewechselt werden, schreibt das «Tagblatt».

Leser-Reporter bestätigen, dass es oft zu Unfällen kommt oder Fahrer gegen den Warnbalken fahren: «Viele fahren wohl mit Miet-LKWs in die Unterführung und kennen die Höhe des Gefährts nicht.» Es sei bei weitem nicht das erste Mal, dass so ein Unfall passiere, sagt eine 24-jährige Leser-Reporterin aus Frauenfeld. Und dies, obwohl ein Warnbalken vor der Unterführung hängt. «Deswegen nennt man die Unterführung bei uns im Thurgau auch die Deppenfalle.»

Wer den Schaden hat ...

Die regelmässigen Unfälle lösen auf Social Media viel Spott aus. «Nein, schon wieder? Hören die das nicht, wenn sie an den Balken knallen?», fragt sich eine Facebook-Userin. «Das passiert ja fast einmal pro Monat!», schreibt eine andere. Oder: «Haha, die werden es nie begreifen – ist halt eine Deppenfalle.»

(jeb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gucki am 10.04.2016 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlplanung wie so oft

    So eine tiefe Strassenunterführung hätte nicht gebaut werden dürfen. Nichtmal ein normaler Lieferwagen passt durch! Absolute Fehlplanung und das mit den Geleisen ist eine schwache Ausrede.

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  • realistin am 10.04.2016 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TBA - überlegt mal

    Nach Touchierung der Höhenbegrenzung könnte sofort ein Signal auf rot gestellt werden. Wäre billiger als die ewige "Repariererei".

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  • Daniel Nussberger am 10.04.2016 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ort

    Eine Höhenbegrenzung errichtet man in der Regel vor dem Hindernis. Die Begrenzungslatte wird mit Ketten aufgehängt, somit wird der Schaden auf ei minimum reduziert. Ich kenne die bauliche Situation nicht, aber ich denke es sollte möglich sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • AndyM69 am 01.05.2016 00:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann passieren

    Ist mir auch schon passiert, wenn man öfter das Fahrzeug wechselt

  • Markus Boll am 11.04.2016 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    schwierig

    Hauptsache keine Lichtschranke mit Lichtsignal montieren so wie z.B. beim Parkhaus Urania schon vor jahrzehnten installiert. Ich denke viele haben Mietfahrzeuge ohne höhenangabe, oft fehlen die Handbücher im Auto und wenn man der Vermietung anruft können die einem auch nicht weiterhelfen. Am schluss einer guckt, der andere fährt.

  • Geissenpeter am 11.04.2016 00:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso baut man nicht aus?

    kostet das so viel ein paar Meter mit dem Bagger tiefer zu graben und wieder Asphalt drauf kippen? Bin kein Architekt aber für mich klingt das sehr einfach.

  • Leser am 10.04.2016 23:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höhenkontrolle

    Wer kesen kann ist um Vorteil,offensichtlich können es viele nicht. Soviel Erfahrung als LKW Fahrer sollte mann haben um zu wissen das 2.70m zu niedrig ist um mit einemLKW mit aufbau durch zu fahren.

  • Eva am 10.04.2016 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Homer j

    Ja natürlich hast damit recht. Aber wenn unter 1000 Unterführungen kein Problem besteht zum durchkommen und plötzlich wieder mal eine auftaucht die keinen normalen Normen entspricht dann denkt auch mal ein Berufsfahrer nicht grad daran und schon hat's geknallt. Solche Unterführungen müsste man halt nur für Pw 's zulassen und nicht für Transporter.