Nach 200 Jahren

24. Januar 2017 16:35; Akt: 24.01.2017 16:35 Print

Der Biber erobert das Linthgebiet zurück

Im Linthgebiet hat sich ein Biberpaar angesiedelt. Im Sommer könnte es bereits Nachwuchs geben.

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Das Biberpärchen vom Linthgebiet: Aktuell ist Paarungszeit, etwa im Juni könnten Junge zur Welt kommen. (Bild: Benedikt Jöhl)

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«Erstmals wurde im St. Galler Linthgebiet ein Biberpaar beobachtet», teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Nachwuchs sei wahrscheinlich. Ob das junge Paar eine eigene Familie gründet, wird sich im Frühling oder Sommer zeigen.

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Wildhüter Benedikt Jöhl hat das Biberpaar selber gesehen. Wo sich die Nager genau aufhalten, gibt das Amt für Natur, Jagd und Fischerei aber zum Schutz der Tiere nicht bekannt, wie Jöhl auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Derzeit ist für die Biber Paarungszeit. Etwa im Juni könnte es Nachwuchs geben.

Biber haben laut Jöhl ein Mal pro Jahr bis zu vier Junge. Ihre ersten Lebenswochen verbringen die Tiere gut versteckt im Bau. Die Tiere sind in der Schweiz geschützt.

Population wächst

Im Kanton St. Gallen tauchte im Jahr 2000 der erste Biber auf. Seither wächst die Population kontinuierlich. Bei der letzten Zählung im Winter 2010/2011 wurden 81 Biber gezählt, die in 26 Revieren lebten. Inzwischen dürften es weit über 100 sein.

Am meisten Biber wurden bisher an der Thur im Toggenburg beobachtet. Aber auch am Rhein ist der Nager heimisch. Mit seinem Auftauchen an der Linth besiedelt der Biber nun auch das letzte grosse Gewässersystem im Kanton.

Konflikte mit Landwirtschaft

Für Wildhüter Benedikt Jöhl ist es positiv, dass die Biber in der Ostschweiz wieder heimisch werden. Ab und zu gebe es kleinere Interessenkonflikte mit der Landwirtschaft, etwa wenn Biber Bäche stauen, so dass sich die Landschaft verändert. Solche Konflikte gelte es ernst zu nehmen und offen damit umzugehen.

Ein Zusammenleben von Biber und Landwirtschaft sei in der Regel sehr gut möglich. Biber seien «echte Landschaftsarchitekten». Die nachtaktiven Tiere sind in der Lage, Bäume mit einem Stammdurchmesser von bis zu 50 Zentimetern zu fällen und für ihre Bauten zu verwenden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Shinja am 24.01.2017 16:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Mitbewohner

    Beim Bach vor unserem Haus wohnt auch ein Biber. Es ist noch ein junger der letztes Jahr die Familie verlassen musste. Während einige Nachbarn bereits abwehren, bereitet uns unser neuer Landschaftsgärtner und Mitbewohner viel Freude und wir lassen ihm seinen Freiraum.

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  • Strichnöter am 24.01.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was der Bieber alles kann ;-)

    Jetzt hat man von diesem Bieber erst gerade gelesen, dass er seinen blauen Lamborginhi versteigert hat und wieder seine Teenie Frisur wachsen lässt.. Und nun fällt er Bäume im Linthgebiet?! Ein echter Tausendsassa.. :)

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  • Jairo am 24.01.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles Gute euch..

    schön, wenn wir so etwas (noch??) erleben dürfen: ein Biberpäärchen dass sich und auch offenbar ein neues Daheim, wo es sich wohlfühlt, gefunden hat! Ich wünsche ihnen viel Glück und Freude in ihrem gewählten Daheim und mit dem Nachwuchs natütlich auch...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 24.01.2017 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zurück holen :-))

    Die Tiere holen sich die Natur zurück, wenn sie nicht geschossen werden ... :-))

  • PiriReis am 24.01.2017 21:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Biber und Klima

    Vielleicht lässt man die Biber machen und das Linthbebiet versumpft wieder. Ach wie schön für Stechmücken, Bald schon einheimisches Zika und Dengue oder Malaria...? Hoffe dem Biber wir sein Freiraum gelassen

    • Studer am 26.01.2017 02:41 Report Diesen Beitrag melden

      Sacha

      Ach wie schön für Stechmücken, bald schon Zika und Dengue oder Malaria...? Ja da brauchts ein Fragezeichen, für wen wohl?

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  • Cavi33 am 24.01.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst die Biber in Ruhe

    Die Bauern werden auch für diese Problem eine Direktzahlung erhalten somit muss nicht schon wieder gejammert werden.

    • Gretel am 25.01.2017 02:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cavi33

      Ich habe ein Storch auf dem Scheunendach, der die Kinder bringt. Dafür bekomme ich am meisten Direktzahlungen. :D

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  • PiriReis am 24.01.2017 21:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    woher kommen die Biber

    Frage: wurden die Biber ausgesetzt? .... es ist mir nicht bekannt, dass diese grosse Wanderungen machen wie zum Beispiel der Wolf oder ein Hirsch

    • Nicci am 25.01.2017 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      Herkunft

      Laut dem Wildhüter Jöhl sind sie höchst wahrscheinlich über die Limmat und durch den Zürichsee ins Linthgebiet gelangt. Möglich wäre es auch, dass sie aus einem Revier an der Thur aus dem Toggi stammen.

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  • Jairo am 24.01.2017 19:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles Gute euch..

    schön, wenn wir so etwas (noch??) erleben dürfen: ein Biberpäärchen dass sich und auch offenbar ein neues Daheim, wo es sich wohlfühlt, gefunden hat! Ich wünsche ihnen viel Glück und Freude in ihrem gewählten Daheim und mit dem Nachwuchs natütlich auch...