Sennwald SG

01. November 2017 18:05; Akt: 01.11.2017 18:11 Print

Stinkendes Trinkwasser beunruhigt Dorfbewohner

Mehrere Bewohner von Sennwald meldeten am Wochenende eine Veränderung des Trinkwassers: Es roch unangenehm nach Gülle. Die Behörden entwarnen, doch das Rätsel ist noch ungelöst.

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Rund 30 Personen beschwerten sich am Samstag bei der Rheintaler Gemeinde Sennwald oder direkt beim Brunnenmeister wegen des eigenartigen Geschmacks des Trinkwassers. Es stinke – und zwar nach Gülle.

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Angestellte der Wasserversorgung der Gemeinde rückten daraufhin sofort zur Überprüfung aus. Am Dienstag gab die Gemeinde dann Entwarnung: Die Proben hätten ergeben, dass zu keiner Zeit eine bakteriologische Verunreinigung vorhanden gewesen sei. Somit habe nie eine gesundheitliche Gefährdung bestanden, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Bevölkerung verunsichert

Eine Bewohnerin zeigte sich am Mittwoch gegenüber 20 Minuten dennoch beunruhigt über die Situation. Sie hat die Landwirte im Verdacht: «Es würde mich nicht verwundern, wenn ein Bauer das Wasser mit Gülle verunreinigt hätte.»

Einwohner Marcel Haller über das verunreinigte Trinkwasser
(Video: viv)

Peter Kindler, Gemeindepräsident von Sennwald, stellt jedoch klar: «Die Landwirte haben nicht falsch oder zu viel Gülle ausgeschüttet.» Das habe man sofort überprüft. Trotzdem denkt die Gemeinde nach dem Vorfall über ein vorläufiges Güllenverbot nach.

Gefährliche Bakterien

«Woher die geschmackliche Verunreinigung kam, weiss man noch nicht», so Kindler am Mittwoch gegenüber 20 Minuten. Das kläre man jetzt mit einem Geologen im betroffenen Gebiet weiter ab. Es könne sein, dass sich im Gelände etwas verändert habe und dies einen Einfluss auf das Wasser hatte. «Vielleicht war ein Hangrutsch nach dem Dauerregen vom Freitag das Problem», so Kindler.

«Es gibt verschiedene Arten der Wasserverschmutzung», so Andri Bryner vom Wasserforschungsinstitut Eawag. Alarmierend sei vor allem eine bakterielle Verunreinigung. Bryner: «Trinkt man beispielsweise Wasser mit Fäkalienkeimen, so kann das schwere gesundheitliche Folgen haben.»

Gestank durch Algen

Laut Bryner gibt es aber auch eine rein geschmackliche Verschmutzung von Trinkwasser. So könne es sein, dass das Wasser stinkt oder abgestanden schmeckt, wenn etwa Algen in Kontakt mit dem Wasser gekommen sind. Bryner: «Es ist unangenehm, aber in der Regel gesundheitlich unproblematisch.» Auch müsse das Wasser nicht zwingend von Gülle verunreinigt worden sein, nur weil es danach rieche.

Die Gemeinde will neue Untersuchungsergebnisse unverzüglich auf ihrer Webseite www.sennwald.ch veröffentlichen.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hr. Hottentott am 01.11.2017 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ach, tut doch jetzt nicht so

    Das ist 100% Bio, ihr steht doch auch sonst immer so drauf, also runter damit. Prost!

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  • Savo Isek am 01.11.2017 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    In Walzenhausen auch ?

    Gülle in Hülle und Fülle, oder nur in Sennwald?

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  • Züri Horner am 02.11.2017 00:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also auch das Wasser

    In Zürich stinkt es fast in jedem Tram oder Bus. Die Grünen nennen das Natur.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred am 07.11.2017 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stinkt und trotzdem sauber

    Durch starke Regenfälle werden die vorhandenen Verschmutzungen stark ausgespült. Das können vorhandene Unterirdische Speicher sein, die sich schnell wieder entleeren die nach der Ausspülung nicht mehr relevant sind. In der Regel ist es Harn, dass sich in starker Verdünnung in die Quellen oder in das Grundwasser gelangen. Die Trübungsüberwachung kann diesen Stoff nicht erkennen. Beim Abonnent gelangt es auch in die Warmwasserversorgung wo der Stoff sich durch den Geschmack besonders bemerkbar macht.

  • peter pan am 02.11.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    thurgau

    habe im dorf "mauren" (gemeinde berg) mehrmals im jahr das gleiche problem. mein vermieter verneint das problem einfach. werde beim nächsten mal eine kleine probe der gemeinde geben.

    • brunnenmeister am 02.11.2017 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @peter pan

      die gemeinde nimmt die probe... es gibt einige regeln um eine wasserprobe zu nehmen: sieb wegnehmen, wasser laufen lassen bis konstante temperatur erreicht ist, auslaufrohr abflammen, nochmals kurz spülen, dann in speziell dafür vorgesehene flasche abfüllen, dabei nicht atmen oder sprechen, flasche bis zum hals füllen, dann schnellstmöglich damit zum kt labor...

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  • überflüssig am 02.11.2017 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser

    Unser Trinkwasser stinkt schon lange nach Chlor und anderen Chemikalien. Wer heute noch ohne aufwändigen Wasserfilter lebt, sollte sich mal Gedanken machen.

  • Lea am 02.11.2017 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stinkendes.Trinkwasser geht gar nicht

    In der Schweiz stinkt es nach mehr als nur nach Gülle und Zigis bei der SBB . Aber den Güllegeschmack im Trinkwasser finde ich noch schrecklicher als Zigarettengeschmack.

  • Marc Bjorg am 02.11.2017 05:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwefel?

    Schwefel im Wasser kann ein Anzeichen für ein kommendes Erdbeben sein... Das Rheintal und gerade die Gegend zwischen Seenwald und Grabs ist akut gefährdet.