Belohnung für Bewegung

10. Oktober 2018 16:16; Akt: 10.10.2018 17:22 Print

Wer die Schritte zählt, soll weniger Prämien zahlen

CVP-Nationalrätin Ruth Humbel fordert, dass Versicherte, die ihre Aktivitäten dokumentieren, belohnt werden. Experten warnen vor Risiken.

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Für CVP-Nationalrätin Humbel ist das Problem klar: «Das Gesundheitswesen legt den Fokus zu stark auf das Kurieren von Krankheiten», sagt sie. Versicherungstechnisch fehle einen Anreiz, sich gesund zu verhalten, kritisiert die Nationalrätin gegenüber der «Aargauer Zeitung». In einer Motion fordert die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel ein neues Prämienmodell der Krankenkassen: Menschen, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung der eigenen Gesundheit treffen - etwa ihre Schritte durch eine App auf dem eigenen Smartphone aufzeichnen -, sollen mit tieferen Kosten belohnt werden. Wer seine Schritte im Auge behält, soll weniger Prämien zahlen. Die Lösung liege nahe: Wer ein Smartphone besitze, habe darauf meistens auch eine Gesundheits-App installiert. Sie schreibt dazu in ihrem Vorstoss: «Versicherte sollen belohnt werden, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung ihrer Gesundheit treffen (Schrittzähler, Blutdruckmessung) und die Daten in ihr elektronisches Patientendossier einstellen, sofern sie dies wollen und dies im Rahmen einer besonderen Versicherungsform wählen.» Für Krankenkassen ist die Idee nicht neu: Die drittgrösste Versicherung, die Helsana, belohnt bereits Kunden, die regelmässig joggen, ein Fitness-Abo haben oder in die Ernährungsberatung gehen und das auf ihrem Smartphone dokumentieren – auch wenn sie nur eine Grundversicherung haben. Bis zu 75 Franken jährlich erhalten solche Versicherte als Bonus in einem Punktesystem. Für andere Krankenkassen wie die CSS gehört die Schrittentschädigung zu einem freiwilligen Angebot der Zusatzversicherung. Die Idee dahinter: Wer viel über seinen Gesundheitszustand weiss, könne drohende Krankheiten früher erkennen und neige dazu, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

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In einer Motion fordert die Aargauer Nationalrätin Ruth Humbel ein neues Prämienmodell der Krankenkassen: Menschen, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung der eigenen Gesundheit treffen – etwa ihre Schritte durch eine App auf dem eigenen Smartphone aufzeichnen –, sollen mit tieferen Kosten belohnt werden, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet.

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Für Humbel ist das Problem klar: «Das Gesundheitswesen legt den Fokus zu stark auf das Kurieren von Krankheiten», sagt sie. Versicherungstechnisch fehle ein Anreiz, sich gesund zu verhalten, kritisiert die Nationalrätin gegenüber der Zeitung.

Die Lösung liege nahe: Wer ein Smartphone besitze, habe meistens auch eine Gesundheits-App installiert. Sie schreibt dazu in ihrem Vorstoss: «Versicherte sollen belohnt werden, die nachweislich Massnahmen zur Erhaltung ihrer Gesundheit treffen (Schrittzähler, Blutdruckmessung) und die Daten in ihr elektronisches Patientendossier einstellen, sofern sie dies wollen und dies im Rahmen einer besonderen Versicherungsform wählen.»

Krankenkassen testen Idee bereits

Versicherte müssten demnach einem elektronischen Patientendossier zustimmen und die Krankenkassen ein entsprechendes Versicherungsmodell anbieten. Humbel fordert deshalb, dass der Bundesrat dem Parlament eine entsprechende Rechtsgrundlage vorlegt.

Für Krankenkassen ist die Idee nicht neu: Die drittgrösste Versicherung, die Helsana, belohnt bereits Kunden, die regelmässig joggen, ein Fitness-Abo haben oder in die Ernährungsberatung gehen und das auf ihrem Smartphone dokumentieren – auch wenn sie nur eine Grundversicherung haben. Bis zu 75 Franken jährlich erhalten solche Versicherte als Bonus in einem Punktesystem. Für andere Krankenkassen wie die CSS gehört die Schrittentschädigung zu einem freiwilligen Angebot der Zusatzversicherung. Die Idee dahinter: Wer viel über seinen Gesundheitszustand weiss, könne drohende Krankheiten früher erkennen und neige dazu, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen.

Idee nicht unumstritten

Laut einer Studie der Stiftung für Technologiefolgen birgt die digitale Selbstvermessung aber auch Risiken. Wer etwa nicht eine bestimmte Anzahl Schritte zurücklege, laufe Gefahr, von Versicherungsvorteilen ausgeschlossen zu werden. Vielen Apps mangle es noch an den notwendigen Qualitätsstandards und die Daten des elektronischen Patientendossiers stellten einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre des Patienten dar.

(anp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • User79 am 10.10.2018 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung

    Es wird höchste Zeit, dass man Überwachung für Geld Gesetzlich verbietet, bevor es ausser Kontrolle gerät.

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  • cph4 am 10.10.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Überwachung?

    Fassungslosigkeit! Das ist ungeheuerlich dieser Vorschlag.

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  • Sportler am 10.10.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    und ausser Schritte zählen?

    Was ist eigentlich mit all jenen die z.B. Fussball spielen, Schwimmen etc.? Da kann man keine Schritte zählen, weil man das Smartphone schlichtweg nicht auf Mann hat und Uhren uws. zu gefährlich sind! Gesund ists glaub ich trotzdem....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nina am 11.10.2018 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Total Paradox

    Eine ganz OFFENSICHTLICH magersüchtige Person sagt anderen wie man gesund leben soll. Wenn das kein Paradoxon ist, dann weiss ich auch nicht.

  • mike am 11.10.2018 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ey hallo?

    Frau Humbel war mir bislang sympathisch. jetzt werde ich sie nicht mehr wählen. sorry, absolutes No-Go.

  • Sparfuchs Aargau am 11.10.2018 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser Bonus für Gesunde

    Warum nicht besser die Gesunden die keine Kosten verursachen im Folgejahr mittels Schadensfreihritsrabatt belohnen in der Zusatzversicherung oder bei anderen Versicherung wie Gebäudeversicherung, Autoversicherung usw. gibts das ja auch!

    • neodena am 11.10.2018 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sparfuchs Aargau

      was können den die dafür die eine genetische Krankheit haben welche behandelt werden muss? können ja auch nichts dafür, die soll man dann diskriminieren? die können ja trotzdem 15'000 schritte am tag machen, oder sport.

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  • Vom Bodensee am 11.10.2018 17:21 Report Diesen Beitrag melden

    Sport sollte sich auch rechnen

    Finde ich eine gute idee. Sport treiben heisst nicht unbedingt gesund bleiben, aber es ist vorbeugend für vieles. Wenn aber, dann muss es auf freiwilliger basis sein und nicht nur schritte sind massgebend, sondern auch zb daten ab cyclemeter, strava, apple watch für gefahrene fahrrad km, nordic walking oder wanderungen im alpstein. Im weiteren sollten versicherungen fitness abo beiträge erst nach ende eine abo-jahres ausbezahlen dürden, wenn zb 45 x 1 std im center trainiert wurde (muss kontrolliert werden) mit eintritts- und austrittsfitness test. Tja, schaun wir mal was passiert

  • Karin M. am 11.10.2018 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sofort  

    Bin ich sofort dafür! Ich mache locker min. 10000 Schritte pro Tag. Ist doch klasse wenn man so weniger Prämien zahlen muss, da ist mir der Datenschutz Wurst!!