Trotz Swissness-Kampagne

13. November 2017 12:17; Akt: 13.11.2017 12:18 Print

Swiss-Piloten kommen vermehrt aus dem Ausland

Trotz Swissness-Werbekampagne nimmt der Anteil ausländischer Piloten bei der Swiss kontinuierlich zu. Passagiere könnten sich darum abwenden, sagt ein Pilotenvertreter.

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In der aktuellen «Made of Switzerland»-Werbekampagne preist die Swiss ihre Swissness an. Die Kampagne soll zeigen, «wie wir Schweizer sind» und das Qualitätsbewusstsein als «Bestandteil des Erbgutes der Schweizer» hervorheben, wie die Agentur Publicis die Kernbotschaft umschreibt.

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Insbesondere beim Personal kann die Swiss aber nicht mit Swissness auftrumpfen. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, stammen rund 60 Prozent der Piloten, die in den letzten drei Jahren angestellt wurden, aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland und Österreich.

Eine Swiss-Sprecherin sagt zur Anstellungspraxis: «Gerade beim Pilotenberuf mit höchsten Ansprüchen steht die Qualität der Anwärter im Vordergrund, die Nationalität ist sekundär.» Zudem sehe man, dass ausländische Kandidaten «oft sehr gut vorbereitet zum Interview erscheinen und sehr motiviert auftreten».

Sozialleben leidet

Thomas Steffen, Sprecher des Schweizer Pilotenverbandes Aeropers und selber Flugkapitän, fügt an: «Das Ansehen des Pilotenberufes hat hierzulande seit dem Swissair-Grounding sicher gelitten.» Zudem hätten sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert: «Heute fliegen Piloten doppelt so viel wie noch vor 20 Jahren.»

Bei den Flugbegleitern liegt der Ausländeranteil in diesem Jahr immerhin bei 30 Prozent, 2016 waren es 40 Prozent. Denny Manimanakis, Präsident der Flugbegleiter-Gewerkschaft Kapers, erklärt sich die Zurückhaltung vieler Schweizer mit den harten Arbeitsbedingungen. «Mit den unregelmässigen Arbeitszeiten ist es zudem sehr schwierig, ein geregeltes Sozialleben zu führen», sagt er zur Zeitung. Auch wegen des niedrigen Einstiegslohns von 3400 Franken würden viele auf eine Bewerbung verzichten.

Bordprodukte zu 70 Prozent aus der Schweiz

Der Mangel an inländischem Nachwuchs könnte für die Swiss zum Problem werden, glaubt Pilotenvertreter Steffen. «Passagiere, die Wert legen auf eine Schweizer Besatzung bei einer Schweizer Fluggesellschaft, könnten sich abwenden.»

Bei der Swiss ist man anderer Meinung. Der Anteil Schweizerischer Flugbegleiter betrage rund 70 Prozent, und auch bei den Piloten seien es trotz zahlreicher Anstellungen von Ausländern in den letzten Jahren noch immer 75 Prozent, sagt die Sprecherin. Sie verweist zudem auf die servierten Leckerbissen an Bord, wie etwa Käse, Wein oder Schokolade. «70 Prozent unserer Bordprodukte stammen aus der Schweiz.»

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 13.11.2017 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch in allen anderen Bereichen

    Bei Swiss ein anhaltender Trend, nicht nur bei den Piloten.

  • Tomco am 13.11.2017 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Mir ist das vollkommen egal, was der Pilot für eine Nationalität hat. Von mir aus ist er Eskimo. Hauptsache er versteht seinen Job und bringt mich und meine Mitflieger gesund ans Ziel.

  • Mike Zac am 13.11.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles kommt aus dem Ausland

    normal, sogar die 40% Küchenaushilfe kommt aus dem Ausland. In der Schweiz gibt es anscheinend keine arbeitswilligen Schüler oder Studenten die etwas Sackgeld verdienen wollen. So die Wirtschaft und Politik.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarawak am 13.11.2017 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Name ist schweizerisch

    Die Swiss ist eine deutsche Gesellschaft darum sind auch sehr viele Deutsche Angestellte, nicht nur in der Luft, auch am Boden anzutreffen.

  • Tomco am 13.11.2017 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal

    Mir ist das vollkommen egal, was der Pilot für eine Nationalität hat. Von mir aus ist er Eskimo. Hauptsache er versteht seinen Job und bringt mich und meine Mitflieger gesund ans Ziel.

  • Yvan. am 13.11.2017 13:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Einkäufe auch

    Alles Ausland, weil es noch bezahlbar ist. Hochpreisinsel Schweiz, eigentlich sollte man hierzulande keine Steuern bezahlen müssen. Ist schon alles dermaßen überteuert.

  • ramsy_zh am 13.11.2017 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bus chauffeur

    Der Pilotenjob ist vergleichbar mit dem eines Buschauffeurs, nur das Letztere um einiges besser verdienen. Ist mir völlig egal wo der Pilot/Buschauffeur herkommt.

  • Mike Zac am 13.11.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    alles kommt aus dem Ausland

    normal, sogar die 40% Küchenaushilfe kommt aus dem Ausland. In der Schweiz gibt es anscheinend keine arbeitswilligen Schüler oder Studenten die etwas Sackgeld verdienen wollen. So die Wirtschaft und Politik.

    • LUZ93 am 13.11.2017 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Zac

      Das Problem ist nicht das wir zu wenig oder unmotivierte Leute haben du Globi... das Problem ist sicher das gleiche wie bei den Ärtzen... die CH macht es ihren eigenen Leuten extrem schwer halt ihre Ziele zu erreichen da unser Bildungsniveau übertrieben hoch ist.

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