Trimmis GR

13. November 2017 17:02; Akt: 13.11.2017 17:02 Print

Specht verwechselt Hausfassade mit Baum

Eine Leser-Reporterin hat beobachtet, wie ein Specht an eine Fassade hämmerte und sie beschädigte. Laut Experten liegt das an der Beschaffenheit der Aussenisolation.

Dort, wo der Specht an die Hauswand hämmerte, bröckelte der Verputz ab. Von Spechten verursachte Schäden können beträchtlich sein, sagt die Vogelschutzorganisation Birdlife Schweiz.
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Bei den Schweizer Organisationen für Vogelschutz gehen jährlich bis zu 50 Meldungen ein, weil Spechte sich an Hausfassaden zu schaffen machen. Betroffen seien besonders städtische Gebiete im Mittelland. Am Samstag hat sich ein Specht auch im Bündnerland an eine Fassade verirrt.

«Ich habe ein lautes Hämmern gehört, wie ein Presslufthammer», sagt Leser-Reporterin Eva Dürr aus Trimmis GR. Als sie aus dem Fenster schaute, habe sie gesehen, wie ein Specht mit seinem Schnabel die Wand des Nachbarhauses bearbeitete. Es war nicht das erste Mal, dass die Bündnerin beobachtete, wie ein Specht in eine Fassade hackt. «Einmal habe ich sogar gesehen, wie ein Specht an eine Strassenlaterne hämmerte.»

Schäden sind nicht versichert

Dort, wo der Specht seinen Schnabel ansetzte, klafft nun ein Loch. «Die Hauswand ist teilweise abgebröckelt», sagt Dürr. Wie Birdlife Schweiz in einem Merkblatt schreibt, können die von Spechten verursachten Schäden beträchtlich sein. Von der kantonalen Gebäudeversicherung seien diese aber nicht abgedeckt.

Grund für das Verhalten der Spechte sehen Experten in der Beschaffenheit der Hausfassaden. «Wände mit Aussenisolation vermitteln ihnen den Eindruck, dass sie zur Anlage einer Schlafhöhle geeignet sind. Der harte Verputz entspricht der Rinde, das Dämmmaterial darunter klingt wie Faulholz», erklärt Stefan Bachmann, Sprecher von Birdlife Schweiz. Die Spechte, insbesondere Buntspechte, würden einzelne bis faustgrosse Löcher in die Fassade hacken.

Spechte markieren ihr Revier mit Trommeln

Von der Suche nach einem Schlafplatz zu unterscheiden ist die Suche nach Futter sowie das Markieren des Reviers. «Hämmern Spechte an Laternen, zeigen sie damit ihr Revier an», sagt Bachmann. Dieses Verhalten nennt man Trommeln.

Gegen die Schäden lassen sich die Hausfassaden nur mit grossem Aufwand schützen. Da die Vögel laut Birdlife mit Vorliebe an Hausecken landen, können dort Verkleidungen oder Wandbegrünungen angebracht werden.

(tam)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • dicky darrach am 13.11.2017 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    mensch -tier

    Dank Wohnungsverdichtungen werden viele Bäume gefällt. Schade für diese armen Tiere. Es ist nicht lustig!

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  • Don Logan am 13.11.2017 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    zu wenig Freiraum

    In urbanen Gebieten gibt es zu wenig Freiraum für Wildtiere jeglicher Art. So nähern sie sich gezwungenermassen dem Menschen.

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  • JohnDeere am 13.11.2017 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was?!

    Klopfgeräusche tönten wie Presslufthammer Naja, schlimm, wenn die Natur lauter ist als unsere leisen, ökologischen, sauberen Autos! Ironie fertig, Tragik ebenso.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat Bachmann am 14.11.2017 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    meine gratisstudie zum verhalten!!!

    das liegt am klimawandel, der die spechte irritiert. hat das noch keine teure studie herausgefunden??? darum hier die gratisstudie zu diesem verhalten des spechtes!!!!

  • Eva Dürr am 14.11.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Specht verwechselt Hausfassade

    Hallo alle! Versteht das nicht falsch! Ich mag den Specht und alle anderen Tiere auch!! Eva Dürr

  • Reto Kieser am 14.11.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Anstatt Filmen...

    ... besser einen Wasserschlauch nehmen und den Specht vertreiben. Damit ist dem Nachbarn geholfen. Filmen kann man das natürlich auch noch.

    • Gohts no am 14.11.2017 13:15 Report Diesen Beitrag melden

      Naturfreund?

      Ich wüsste schon wen ich gerne mit dem Wasserschlauch behandeln würde. Es ist nicht der Specht.

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  • Captain Hindsight am 14.11.2017 12:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woher weiss man denn...

    ..., dass der Specht Fassade und Baum verwechselt? Die Ringeltaube ist in den letzten Jahren auch urbaner geworden. Wieso soll ein Specht nicht zum Siedlungsvogel werden? Schliesslich lässt man Ihm kaum noch alte Bäume mit genügend Durchmesser stehen.

  • Canonworld am 14.11.2017 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch andere Tiere

    Spechte sind nicht die einzigen Tier-Probleme an Gebäuden welche Schaden anrichten. Marder z. B. nisten sich bei älteren Gebäuden in der Wärmedämmung des Daches ein und verursachen so oft grosse Schäden. Wir mussten auch schon ganze Dächer sanieren wegen dem Marder-Problem. Speziell ist es mit Fledermäusen. Auch die sind gerne unter der Dacheindeckung. Treffen wir auf dem Dach auf Fledermäuse, müssen wir die Arbeiten umgehend einstellen und dann den kantonalen Beauftragten für Fledermäuse kontaktieren. Er kommt und meistens setzen sie sie wieder an einem anderen Ort aus.