«Kill Valentine»

21. März 2017 05:57; Akt: 21.03.2017 08:55 Print

Online-Plattform soll Fremdgeher entlarven

von F. Dubler - Ein Schweizer Start-up hat untreue Partner im Visier. Jeder kann sich als Detektiv oder Lockvogel bewerben und so Geld verdienen.

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Eine banale Frage schrieb E.T.* dem Freund ihrer Kollegin auf Facebook. «Komm doch mal vorbei, wenn meine Freundin nicht da ist», antwortete ihr dieser. «Ich liess es meine Kollegin wissen und sie wollte, dass ich teste, wie weit ihr Freund geht», so E.T. Also nahm sie die Einladung an und fand heraus, dass der Freund einem spontanen Schäferstündchen nicht abgeneigt gewesen wäre.

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Insgesamt 5931 Teilnehmer

Seither ist es E.T. ein Anliegen, misstrauischen Partnern Gewissheit zu bieten. «Ich möchte das aber lieber anonym machen und nicht im eigenen Freundeskreis», sagt sie. Deshalb hat sich die 30-Jährige beim Online-Dienst «Kill Valentine» als anonymer Lockvogel angemeldet. Das neu lancierte Portal bietet misstrauischen Männern und Frauen in einer Beziehung die Möglichkeit, die Treue des Partners zu prüfen.

Treue-Tester und Privatdetektive

Unter anderem machen das Lockvögel wie E.T., indem sie den Partner per Chat oder persönlich umgarnen. Das soll Aufschluss darüber geben, ob der Partner Affinität zum Fremdflirten hat. Oder für mehr.

Wer hingegen glaubt, dass der Partner schon fremdgeht, kann auch einen Detektiv anheuern, der den vermeintlich untreuen Partner beschatten und mit stichhaltigen Beweisen überführen soll.

Laien können Detektive werden

Als Detektiv oder Lockvogel kann sich jedermann oder -frau auf dem Portal bewerben und ein gewünschtes Honorar festlegen. Der Kunde entscheidet, wen er schlussendlich engagiert. «Für uns arbeiten auch einige erfahrene Privatdetektive, die das schon seit Jahren machen», so Alain Hofer, der das Portal mit einem Kollegen gegründet hat.

Mit der Match-Suche können Misstrauische ausserdem persönliche Daten ihres Partners auf dem Portal von «Kill Valentine» eingeben. Stimmen diese mit den Partner-Informationen eines anderen Mitglieds überein, decke dies ebenfalls Dreiecksbeziehungen auf. Das Portal ist also stark von einer möglichst grossen Community abhängig, um überhaupt zu funktionieren.

«Das ist problematisch und nicht seriös»

Bruno Strebel, Geschäftsführer der Akademie für Privatdetektive Zürich, ist dieses Geschäftsmodell ein Dorn im Auge: «Dass sich nebst Profis auch Laien als Detektive und Treue-Tester bewerben können, ist problematisch und unseriös. Es bringt unser Berufsfeld in Verruf.» Gerade das Observieren sei etwas vom Schwierigsten und erfordere eine langjährige Ausbildung und Erfahrung. Auch rechtlich sieht Strebel Probleme: «Laien werden früher oder später ins Messer laufen, weil sie nicht wissen, wie weit man gehen kann.»

Hofer hält dem entgegen, dass jeder Nutzer den Detektiv selbst aussuchen und seine Bewertungen lesen könne. «Solange man zudem im öffentlichem Raum observiert und ein begründetes Interesse zur Beschattung hat, verstösst man gegen kein Gesetz.»

*Name der Redaktion bekannt


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 21.03.2017 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Vernunft

    Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht was Leiden schafft.

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  • Böse Zunge am 21.03.2017 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lang lebe das Bünzlitum!

    Das wird uns Bünzlischweizer aber freuen! Endlich einmal haarsträubende Fälle lösen. Endlich nicht mehr die Nachbarn stalken! Ich sehe schon wie sich meine (Ü65) Nachbarn auf ihren Einsatz vorbereiten...

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  • Mr. Spock am 21.03.2017 06:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Idee

    und wenn der Partner sich auf einen Flirt einlässt, nur einen Flirt, nicht mehr, ist nach bekanntwerden dieses Tests die Beziehung Geschichte mangels Vertrauen des Auftragsgebers gegenüber dem Partner.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • t.z. am 21.03.2017 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das wird ein riesen

    Erfolg bei einem Volk von Denunzianten.

  • Bob am 21.03.2017 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Zauberlehrling lässt grüssen

    Fremdgeher, Was ist mit Fremdgeherinnen? Wieviele Kuckukskinder gibt es? Und soviel ich weiss herrscht auf den Datingsplatformen ein Frauenüberschuss! Diese Statistik würde mich dann auch Interessieren.

  • treuer mann am 21.03.2017 14:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schluss machen

    sollte ich überprüft werden und das resultat ist "treu" bleibt nur noch eine möglichkeit.... die beziehung wegen mangel an vertrauen zu beenden. da gibt es nichts zu diskutieren. punkt

  • Che am 21.03.2017 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für mich

    Offenbar ist Nachfrage da. Jedem das seine, ich brauche sowas nicht ich liebe und vertraue meiner Freundin und ich selber tue nichts was mir selber auch wehtun würde, sondern geb mir mühe meine beziehung in schwung zu halten. Ausserdem....es kommt immer raus/zurück physisch oder psychisch.

  • Noemi am 21.03.2017 13:19 Report Diesen Beitrag melden

    Monogamie ist falsch

    Die von den Religionen propagierte und indoktrinierte Vorstellung einer ausschliesslich momgamen Beziehung ist von A - Z falsch und gegen die Natur. Monogamie ist auch in keinster Weise notwendig um eine gute Versorgungsstruktur oder Erziehung zu gewährleisten.