Gratis-Zugabe

13. November 2017 21:52; Akt: 13.11.2017 21:52 Print

E-Zigi-Händler tricksen bei Nikotin in Liquids

Der Verkauf nikotinhaltiger Flüssigkeiten für elektrische Zigaretten ist in der Schweiz verboten. Gewitzte Händler greifen deshalb zu rechtlich umstrittenen Tricks.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wer seiner Nikotinsucht mit einem elektrischen Glimmstängel frönen will, hat es in der Schweiz nicht leicht. Denn der Kauf nikotinhaltiger Flüssigkeiten für elektrische Zigaretten, sogenannte Liquids, ist hierzulande verboten. Eine Legalisierung stellt der Bund erst 2022 in Aussicht – bis dahin soll die Revision des Tabakproduktgesetzes in Kraft sein.

Umfrage
Rauchst du E-Zigarette?

Allerdings gibt es Händler, die das Verbot kreativ zu umgehen wissen, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Und das geht so: Der Kunde kauft im Laden ganz legal nikotinfreie Liquids. Dann kommt das Trickli zum Einsatz: Dem Wässerchen gibt der Verkäufer gratis einen Schuss Nikotin bei.

Tricks als gängige Praxis

Das sei nicht rechtens, stellt Christopher Hohl, Abteilungsleiter am kantonalen Laboratorium Basel-Stadt, gegenüber der Zeitung klar. «Wenn wir auf nikotinhaltige Liquids treffen, ahnden wir das», warnt Hohl. Beanstandete Ware werde beschlagnahmt, es könne zur Strafanzeige kommen.

Doch Phil Scheck von Helvetic Vape, der Konsumentenvereinigung der Schweizer E-Dampfer, ist nicht bekannt, dass ein Händler je wegen Verkaufs nikotinhaltiger Liquids strafrechtlich verfolgt worden wäre. Das beschriebene Vorgehen habe sich unter Händlern gar «als Usus durchgesetzt», sagt er. Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Helvetic Vape ergab 2015, dass das Verbot nikotinhaltiger Flüssigkeiten nicht haltbar sei.

«Diskriminierend für Schweizer Händler»

Auch Stefan Meile, Präsident des Branchenverbands Swiss Vape Trade Association und Geschäftsführer der Insmoke AG, die Liquids herstellt, bezeichnet die aktuelle Rechtslage als «diskriminierend für Schweizer Händler». Dem Bund unterstellt er finanzielles Kalkül. «Man treibt die Kunden zurück zur Zigarette oder zu wesentlich schädlicheren Alternativprodukten der grossen Tabakkonzerne», sagt er. So flössen hohe Steuereinnahmen in die Staatskasse.

Zurzeit ist vor dem Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde Meiles gegen das Verbot nikotinhaltiger Liquids hängig. Wird sie abgelehnt, müssen sich die Händler wohl bis zum neuen Tabakproduktegesetz gedulden.

(sul)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimmy E-Dampfer am 13.11.2017 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld und Steuergier

    E-Zigaretten sind ca. 95% gesünder als normale Zigaretten. Dies bestätigen sogar Ärzte. Aber die Tabakkonzerne und natürlich auch der Staat sind aus rein finanziellen Gründen dagegen. Nikotin ist dafür unerlässlich, um von der Zigarette loszukommen! Und genau hier ist man dagegen. Da sieht man, wie wichtig gewissen Menschen unsere Gesundheit ist!

    einklappen einklappen
  • Hcuam am 13.11.2017 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    Ich finde es sehr ernüchternd wie Europa im Allgemeinen gegen die E-Zigarette vorgeht. Das einzige Land dass es fördert ist Grossbritanien. Ein Schelm, der jetzt behauptet dass es mit der stastlichen Krankenkasse zu tun hat und darum Krankenkassen kosten zu senken. In der Schweiz mit der privaten Krankenkassen und der starken Tabaklobby besteht da wohl kein Interesse.

    einklappen einklappen
  • I-vape am 13.11.2017 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz Schlechtes Zeug

    Ich freue mich bereits auf die Kommentare diverser Leute, wie schädlich doch diese E-Zigis sind.... Genau diese Leute, die doch sooo super informiert sind gerne alles nachplappern, was sie irgendwo aufgeschnappt haben. Go on!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • zeta am 14.11.2017 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Liquids

    Bestellt einfach bei und keine Probleme!

  • maja naef am 14.11.2017 17:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bevormundung

    Wir regen uns auf weil muslimische Frauen Kopftücher tragen müssen, dabei werden bei uns Männer und Frauen in vielen Belangen vom Staat bevormundet.

  • Freier Mensch am 14.11.2017 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Tabakfreie Schweiz?

    Schon heutzutags ist der Verkauf an Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Um eine rauchfreie Gesellschaft zu bilden, könnte das Verbot in jedem nachfolgenden Jahr um 1 erhöht werden. Nächstes Jahr also nur noch an 19 Jährige, uebernächstes nur noch an 20 Jährige usw. Der Handel im Schwarzmarkt würde mit der Zeit so florieren wie zu Zeiten der Prohibition in den USA. Viele würden zur weniger schädlichen E-Zigarette mit Nikotinliquids wechseln. Dort verdient in der Schweiz zur Zeit weder die Tabak- noch die Pharmaindustrie - der Staat geht leer aus und erhält auch keine Beiträge für AHV etc. meh

  • Info am 14.11.2017 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bundesgesetz über Tabakprodukte

    Der Bundesrat hat die Botschaft zum ersten Entwurf des Tabakproduktegesetzes im November 2015 ans Parlament überwiesen. Die Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Ständerates (SGK-SR) stellte einen Antrag auf Rückweisung an den Bundesrat, dem der Ständerat im Juni 2016 und der Nationalrat Ende Jahr gefolgt ist. (Webseite des BAG bezüglich Entwurf zum Tabakproduktgesetz) Ohne Rückweisung der SGK-SR, wäre 2018 ein Gesetz in Kraft getreten, welches nikotinhaltige Liquids erlaubt. Der zweite Entwurf wird dies voraussichtlich ebenfalls zulassen, tritt jedoch frühestens 2022 in Kraft

    • Mark B. am 14.11.2017 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      So schnell?

      Wir bezahlen Euch nicht für eine Entscheidung die 7 Jahre dauert. Peinlich träge.

    • Freier Mensch am 14.11.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      @Mark B.

      Wir bezahlen noch für viel mehr unbestellte Aufgaben. Wenn Du denkst jemand wehrt sich dagegen, dann ist das zwar richtig, erreichen wird dieser Jemand auch mit mehreren Jemands allerdings nichts.

    einklappen einklappen
  • lustig am 14.11.2017 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Problem

    In der Schweiz Nikotinhaltige Liquits zu kaufen ist überhaupt kein Problem! Informiert euch mal richtig und bestellt online nach Hause.

    • Freier Mensch am 14.11.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

      Handel in der Schweiz verboten.

      Bestellt werden kann zwar in der Schweiz. Der Lieferant bestellt diese jedoch im Ausland, befindet sich vermutlich selber dort oder zumindest seine Firma und stellt sie per Post oder DHL, zu. Dauer etwa 5 Werktage. Die Import-MWSt fällt erst bei einem Warenwert von CHF 62.50, ab 01.01.2018 CHF 64.95 an. Import für den Eigenbedarf ist auf 150ml beschränkt (angeblich auf 60 Tage beschränkt). 10ml Nikotin-Liquids entsprechen ungefähr 2 Schachteln Tabakzigaretten, Nikotingehalt unwesentlich. Die weiterentwickelte E-Zigarette, ursprünglich zur Rauchentwöhnung entwickelt, hat ein riesiges Potential.

    einklappen einklappen